Am Freitag treten 26.808 Schüler zur Reifeprüfung an.
Englisch, Mathematik, Biologie und Deutsch sind auch dieses Jahr die bevorzugten Fächer bei Bayerns Abiturienten: Die 26.808 Schüler, die von Freitag an ihr Abitur ablegen, können noch zwischen Grund- und Leistungskursen wählen, doch das wird sich ändern. Spätestens 2008, wenn auch in der Oberstufe die Reform des achtjährigen Gymnasiums greift. Für die elfte und zwölfte Jahrgangsstufe, so viel ist sicher, gilt dann eine Belegungspflicht in Deutsch, Mathematik und einer Fremdsprache. Inhaltlich wird sich freilich wenig ändern, da das die Fächer sind, die Abiturienten eh schon wählen.
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Mehr Allgemeinbildung
Noch kreisen die Fragen in der CSU-Fraktion um die Ausgestaltung der neuen Unterstufe im G 8. Gestern wurde für die fünfte bis siebte Klasse der neue Lehrplan ins Internet gestellt. Am Donnerstag soll eine Anhörung im Landtag eine letzte Aussprache über die Pädagogik sowie die Finanzierung des verkürzten Gymnasiums bringen. Danach aber steht die Oberstufe und das Abitur auf dem Programm. Sie waren auch eigentlicher Auslöser des gymnasialen Umbauplans: Wirtschaft und Hochschulen klagten über eine zu starke Spezialisierung in den oberen Klassen.
Die künftigen Abiturienten müssen deshalb auf jeden Fall mehr lernen. Wöchentlich werden es in der Oberstufe 34 Stunden sein, wenn Mathematik, Deutsch und eine Fremdsprache neben Geschichte, Religion, Ethik und Sport vierstündig Pflicht werden. Zu viel freie Zeit, was häufig kritisiert wurde, bleibt da gewiss nicht. Fester Bestandteil werden nämlich auch zwei neue Seminare sein. In einem soll die bisherige Facharbeit geschrieben, in dem anderen auf das Studium und die Berufswelt vorbereitet werden. Freie Wahl gibt es bestenfalls noch zwischen den jeweiligen Fremdsprachen oder den Natur- und den Gesellschaftswissenschaften.
Mit ziemlicher Gewissheit werden Mathematik, Deutsch und eine Fremdsprache künftig auch Prüfungsfächer im Abitur sein. Möglicherweise kommen noch Geschichte und eine Naturwissenschaft hinzu, so dass es auch in Bayern das so genannte Fünf-Fächer-Abitur geben könnte. Damit mag dann eine größere Allgemeinbildung garantiert sein. Doch fürchtet man selbst in der CSU-Fraktion für Schüler dadurch eine zu starke Belastung.
Durchschnitts-Abi: 2,4
Dass diese bereits hoch ist, zeigt die vergleichsweise geringe Abiturquote in Bayern: Von 30 Prozent eines Jahrgangs, der an das Gymnasium wechselt, erreichen nur 19 Prozent die Abschlussklasse. Beim Abitur selbst fallen lediglich zwei Prozent durch. Die durchschnittliche Leistung liegt bei der Note 2,4. Da immer mehr Universitäten Eignungstests verlangen werden, ist damit der Hochschulzugang künftig nicht mehr gewiss.
Noch aber können sich die bayerischen Gymnasiasten zurücklehnen. Die meisten Änderungen gelten erst im Mai 2010, wenn der erste G 8-Jahrgang sein Abitur schreibt.
(SZ vom 4.5.2004)
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