Von wegen schönste Zeit des Lebens: Studenten sind heute wesentlich leistungsorientierter als früher - und deshalb auch gestresster. Die Angst studiert vom ersten Tag an mit.
Studenten in Bachelor-Studiengängen sind heute leistungsorientierter als frühere Studentengenerationen. Zugleich fühlen sich die Bachelor-Studenten aber mehr gestresst und sind von Anfang ihres Studiums an in Sorge, nicht für das weiterführende Masterstudium zugelassen zu werden. Dies ist ein Ergebnis einer in Berlin vorgestellten umfangreichen Untersuchung über die Erfahrungen von Studierenden in Bachelor-Studiengängen. Die Studie wurde von einem Team um den Hochschulforscher Tino Bargel (Konstanz) im Auftrag des Bundesbildungsministeriums erstellt.
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Studenten sind heute leistungsorientierter als früher - aber auch gestresster. (© Foto: ddp)
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Heftige Klagen
80 Prozent der Studierenden unterstützt die Ziele des vor zehn Jahren auch an den deutschen Hochschulen eingeleiteten Bologna-Prozesses mit den aufeinander aufbauenden Bachelor- und Masterabschlüssen. Dies gelte sowohl für die internationale Ausrichtung, die gewünschte Studienphase im Ausland wie auch für die Vergleichbarkeit von Standards in der Ausbildung. Gleichwohl gibt es aber auch heftige Klagen über organisatorische Mängel sowie über die inhaltliche Umsetzung des Bologna-Studienkonzeptes durch die Universitäten.
Als "erschreckend" bezeichnete der Parlamentarische Bildungsstaatssekretär Thomas Rachel (CDU) die Klagen der Studierenden über fehlende Kontakte zu ihren Professoren. Nach der Untersuchung verneinen 20 Prozent der Bachelor-Studenten Kontakte zu ihren Lehrenden, fast die Hälfte hat sie selten (48 Prozent) und nur 7 Prozent gaben an, unmittelbaren Zugang zu ihren Dozenten zu haben.
Klima der Verunsicherung
Bargel sagte, dies sei allerdings nicht nur ein Phänomen des Bachelor-Studiums, sondern der Massenhochschule. Ähnliche Kritik gebe es auch aus Diplom-Studiengängen. Für die Untersuchung wurden mehr als 8500 Studenten befragt sowie weitere Studien ausgewertet.
Die Übertragung des Studenten-Auswahlrechts für die weiterführenden Master-Studiengänge an die Hochschulen hat nach Aussage von Bargel bei vielen Studenten zu einem Klima der Verunsicherung geführt. "Der Weg ins Masterstudium erscheint vielen als nicht steuerbar." Sie fürchten Ungerechtigkeiten und soziale Selektion.
Mehr Kälte
Gleichwohl ist die Sorge vieler Studierenden, allein mit dem Bachelor-Abschluss keinen guten Arbeitsplatz zu finden, im Vergleich zu früheren Untersuchungen leicht rückläufig. Bargel sagte, die meisten jungen Menschen wollten heute effektiv studieren und auch einen schnellen Abschluss machen. Zugleich empfänden sie aber auch "mehr Kälte" im Studium und hätten nicht mehr so großen Spaß am Studentenleben und am Erkenntnisgewinn wie die Generationen vor ihnen.
Der hochschulpolitische Sprecher der Grünen, Kai Gehring, forderte Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) auf, eine zweite "Bologna-Reformwelle"" ins Rollen zu bringen. Es sei "Realitätsverweigerung", wenn die Ministerin von einem gelungenen Umbau der Studienstrukturen in Deutschland spreche.
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(sueddeutsche.de/dpa/holz)
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Es ist witzig mit anzusehen wie diese ganzen hochvergeistigten Superschlaumeier an den Kulturministeriumsschalthebeln komplettversagen.. Aber nicht nur sie, in der Reihe über ihnen versteht auch niemand was das eigentliche Ziel des Studierens sein soll : LERNEN !!
Wenn es nur darum ginge den Abiturienten schnell ein Diplom in die Tasche zu zaubern, dann könnte man das doch gleich im Internet zum Selberdownload anbieten ! Und was anderes ist es wenn ein Student sich nur noch ständig irgendwelche Powerpointfolien von Uniservern zieht, sich die Vorlesungen als Strem oder aufgez. Video reinzieht und dann sein Kurzzeitgedächtnis in den Klausuren wie ein Sparschwein schlachtet.
Weiss bei den schlauen Herren denn niemand wie gutes Lernen funktioniert ?
Praxisbegleitend ! In der Schule weiss jeder : Wenn man Kindern nur etwas vorträgt sie aber das gelernte Wissen nicht direkt danach selber anwenden können, dann blöeibt auch nix hängen ! Ja warum zum Teufel denkt man denn daß dies bei "Erwachsenen" (..was ist das eigentlich...) irgendwie anders funktioniert ?
Die Studenten müssen so eng es geht in Praxis involviert werden. Stupides Aufgabenabrattern hat nicht wirklich was mit Praxis zu tun. Das Studium muss VERLÄNGERT werden anstatt verkürzt, die Studenten in den Firmen und Instituten untergebracht und dort staatlich subventioniert auch für ihre Praktika BEZAHLT werden. Geld muss in die Uniausbildung HINEINGESCHOSSEN und nicht herausgewürgt werden ! Das ist doch unser aller Zukunft was wir da machen !
die ehemaligen diplomstudiengänge unterscheiden sich in punkto stress und lehrstoff ins hirn einprügeln nicht wirlich vom master bzw. bachelor. ich habe während meines studiums so gut wie das komplette semester durchgehend nebenbei gearbeitet. dazu die vorlesungen, kurse, prüfungen etc. pp.
so viel zur "besten" zeit des lebens.
dies war schon vorher so, wer einigermaßen das Studium durchgezogen hat und
kontinuierlich Vorlesungen folgte (erspart Bulemie-Lernen) & Vollzeit während der Semesterferien arbeitete hat nix Freizeit.
Das jetzt nach dem Studium die entsprechenden Arbeitsplätzchen nicht da sind, steht auf einem anderen Blatt.
Wenn ich rückblickend auf mein Bachelor/Master-Studium blicke: Spaß gemacht hat es nicht wirklich, es war Mittel zum Zweck. Nicht mehr, nicht weniger. An das vielgerühmte "Studentenleben" war keineswegs zu denken, wollte man in der Regelstudienzeit bleiben.
Das lag allerdings weder an den Kommilitonen noch an den Dozenten, die eigentlich alle nett waren. Auch bzgl. der Betreuung gab es bei mir keinen Grund zur Klage. Vielmehr sehe ich die Schuld im völlig dekontextualisierten, aber leider nötigen Bulimie-Lernen: Vor der Klausur schön die 1000 PowerPoint-Folien ins Kurzzeitgedächtnis hämmern, auch wenn Ver- und Anknüpfungspunkte völlig fehlten. Und nun wundere ich mich (bzw. tue es eigentlich nicht), dass aus der Studienzeit so gut wie gar nichts hängengeblieben ist, bis auf das Blättle mit dem Abschluss.