Bachelor-Reform Qualität - wo bist du?

Jüngere und bessere Absolventen - das war das Ziel der Bologna-Reform. Doch Bachelor-Studenten glauben nicht an ihre Job-Chancen. Auch das Urteil der Professoren über die neue Generation fällt vernichtend aus.

Mit dem Bachelor sollen Studenten eigentlich direkt in den Beruf starten können - das geht vielen offenbar aber zu schnell. So wollen drei Viertel der Bachelorstudenten in Europa nach dem Abschluss lieber weiterstudieren.

Das ist das Ergebnis einer Eurobarometer-Umfrage unter Studenten in 31 europäischen Ländern, die in Brüssel vorgestellt wurde. Demnach hat die Hälfte aller Bachelorstudenten vor, direkt nach dem Abschluss noch einen Master draufzusatteln. Ein weiteres Viertel will mit dem Bachelor zwar auf Jobsuche gehen, plant aber, sich später neben der Arbeit in einem Teilzeitstudium weiterzubilden.

Wenig Chancen auf dem Arbeitsmarkt

Auch deutsche Hochschullehrer sehen wenig Chancen auf dem Arbeitsmarkt für Absolventen, die mit dem Bachelor gleich ins Berufsleben starten wollen: Vier von zehn glauben nicht, dass Bewerber mit diesem Abschluss einen angemessenen Job finden.

Generell läuft die Umstellung auf Bachelor und Master laut den Hochschullehrern hierzulande bislang wenig erfolgreich: 62 Prozent glauben nicht, dass durch die Bologna-Reform die Qualität der Lehre besser geworden sei oder sich verbessern werde.

Sehnsucht nach alten Studienmodellen

Die Mehrheit (53 Prozent) der Hochschullehrer in Deutschland glaubt vielmehr, dass es besser gewesen wäre, die alten Studienmodelle beizubehalten. Das ist der höchste Wert im europäischen Vergleich.

Ziel des Bologna-Prozesses ist es, bis 2010 einen gemeinsamen europäischen Hochschulraum zu schaffen. An der Studie, die anlässlich einer Konferenz der europäischen Bildungsminister in der kommenden Woche präsentiert wurde, haben im Februar Studenten an fast 15.000 Hochschulen teilgenommen.

Außerdem wurde eine Befragung des Gallup- Instituts aus 2007 von rund 5800 Hochschullehrern in den 27 EU- Staaten und Kroatien, Island, Norwegen sowie der Türkei ausgewertet.