Englisch und Französisch gleichzeitig lernen: Im zweisprachigen Kanada ist es möglich.
Hochschulsystem
Kanu vor der Skyline von Toronto, Kanada. (© )
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Kanadas Universitäten sind weitgehend autonom: Sie suchen sich ihre Studenten selbst aus und verlangen Studiengebühren. Bildungspolitik ist in Kanada Sache der Provinzen und Territorien. Deshalb gibt es eine verwirrende Vielfalt von "universities", "university colleges" und "community colleges". Volluniversitäten im europäischen Sinn sind nur die "universities": Sie bieten Bachelor-, Master- und Promotionsstudien an. Die kanadischen Kommilitonen beginnen ihr Studium mit 18 oder 19 Jahren, die meisten von ihnen verlassen die Universität schon nach dem Bachelor, dem ersten berufsqualifizierenden Abschluss.
Die kanadischen Universitäten sind sehr gut ausgestattet: Das Land gibt pro Einwohner mehr Geld für Bildung aus als jedes andere westliche Industrieland.
Bewerbung
In Kanada studieren jedes Jahr etwa 1.500 deutsche Studenten. Am sinnvollsten ist ein Auslandsaufenthalt nach der deutschen Zwischenprüfung und einigen schon erworbenen Leistungen im Hauptstudium: Austauschstudenten werden dann in das "Graduate"-Studium eingegliedert, das ihnen ein stärker wissenschaftlich orientiertes Arbeiten ermöglicht. Teilnehmer von Austausch-Programmen ersparen sich meistens die Studiengebühren.
Wer sein ganzes Studium in Kanada absolvieren möchte, sollte sich bei der Universität erkundigen, ob er den Bachelor in drei Jahren machen kann: Bewerber mit deutschem Abitur bekommen unter Umständen das erste "Undergraduate"-Jahr erlassen. Ein Master-Abschluss wird in Deutschland in der Regel als Magister anerkannt.
Als Sprachnachweis verlangen kanadische Hochschulen den TOEFL ("Test of English as a Foreign Language"). Wer ein "Graduate Programm" belegt, muss zusätzlich noch den CRE-Test ("Graduate Record Examination") nachweisen. Alle Tests können in deutschen Testzentren absolviert werden.
Alltag
Kanada steht für eine hohe Lebensqualität: Das Land belegt im "Human Development Index" der Vereinten Nationen, der Lebensqualität, Bildungsniveau und die Sicherheit in den Großstädten bewertet, Platz 3. Vor allem die unberührte Natur und die vielfältigen Sport-Möglichkeiten sind Kanadas Trumpf. Die Kriminalitätsrate in den kanadischen Städten ist relativ niedrig; anders als in den Vereinigten Staaten ist der Besitz von Schusswaffen streng reglementiert.
So viele Pluspunkte haben ihren Preis: Die Lebenshaltungskosten in Kanada sind höher als in Deutschland, wobei Ontario und British Columbia am teuersten sind. Die Studiengebühren sind etwas niedriger als in den USA und in Großbritannien, im Durchschnitt betragen sie ungefähr 5.000 Euro pro Studienjahr.
Über deutsche Stipendiengeber informiert der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD). Außerdem leisten die Kanadische Regierung ("Government of Canada-Stipendien") und einzelne Universitäten finanzielle Unterstützung. Nebenjobs für Gaststudenten sind rar. Es kommen eigentlich nur Deutschunterricht oder die Arbeit als wissenschaftliche Hilfskraft ("Research Assistant/Assistant à la Recherche") an der Universität in Frage.
Zentrum des studentischen Lebens ist der "Campus": hier sind Vorlesungsräume, Bibliotheken, Cafés und Geschäfte; viele Studenten wohnen in Studentenwohnheimen auf dem Campus. Fester Bestandteil des Alltags sind die so genannten "Extracurricular Activities", die von den Universitäten angeboten werden: Sie reichen von Theatergruppen über Sportmannschaften bis zum Studenten-Radio.
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