Von Jan Friedmann

Wer den Sprung über den großen Teich wagt, braucht das nötige Kleingeld - Stipendiengeber helfen aus.

Hochschulsystem

Bachelor-Absolventen

Geschafft! Der Bachelor ist ihnen sicher (© )

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In den USA gibt es ungefähr 3700 öffentliche und private Universitäten, die akademische Grade verleihen. Ihre Qualität ist höchst unterschiedlich: Die Spanne reicht von weltberühmten Kaderschmieden bis zu kleinen "Community Colleges", die mit weiterbildenden Schulen vergleichbar sind. Manche befinden sich in privater Trägerschaft, "State Universities" werden öffentlich finanziert.

Auf dem Bildungsmarkt konkurrieren die Universitäten untereinander um ihre "Kunden", die gebührenzahlenden Studenten. Das amerikanische Universitätssystem ist stark kommerzialisiert; Werbung und Öffentlichkeitsarbeit gehören zum Uni-Alltag. Die Finanzierung der Hochschulen basiert aber vor allem auf einem großangelegten Mäzenatentum: Renommierte Universitäten wie Harvard oder das MIT erhalten oft Millionen-Spenden von ihren erfolgreichen Ehemaligen. Diese sind durch Alumni-Netzwerke ihrer Alma Mater bis weit ins Berufsleben hinein verbunden.

Die "Post-Secondary-Education" in den USA unterscheidet sich signifikant von der deutschen Hochschullandschaft. Getrennt wird üblicherweise zwischen praxisorientierten "2-year community colleges", "4-year-colleges", die mit dem Bachelor abschließen, und "Universities".

Bewerbung

Amerikanische Universitäten können sich ihre Studenten weitgehend nach eigenem Ermessen aussuchen. Rechtliche Ansprüche auf Zulassung an einer bestimmten Hochschule gibt es nicht. Deshalb sind die Chancen auf einen Studienplatz auch höchst unterschiedlich. Generell gilt: Je renommierter die Einrichtung, desto härter ist die Auswahl. Der TOEFL-Test (Test of English as a Foreign Language) wird immer verlangt.

Derzeit studieren nach Angaben des DAAD ungefähr 10.000 Deutsche in den USA, die meisten von ihnen in einem Teilstudium. Vorsicht: Längst nicht alle amerikanischen Diplome und Abschlüsse sind in Deutschland anerkannt. Wer einen- üblicherweise kostspieligen - USA-Aufenthalt antritt, sollte sich genau über die Anerkennung der Studienleistungen erkundigen und nachschauen, ob der Studiengang in den Staaten von der zentralen Prüfungsstelle CHEA (Council for Higher Education Accreditation) akkreditiert ist.

Der Sprung ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten gelingt in der Regel am besten mit einem Stipendium oder einem Austauschprogramm. Ansonsten kann sich der Bewerbungsprozess an verschiedenen Hochschulen lange hinziehen. Manche Studiengänge sind ohne Unterstützung praktisch unerschwinglich.

Bekannte Stipendiengeber in Deutschland sind etwa der DAAD oder die Fulbright-Commission. Amerikanische Universitäten bieten für Graduierte Unterstützung in Form von "Grants", "Scholarships" oder "Fellowships". Sie setzen sehr gute Leistungen voraus und sind oft mit kleinen Lehraufgaben verbunden.

Alltag

Wer sich länger in den USA aufhält, sollte unbedingt eine Kreditkarte mitbringen. Ohne sie geht beispielsweise bei der Reservierung von Hotelzimmern und Mietwagen fast gar nichts.

Ausländische Studenten erhalten in der Regel keine Arbeitserlaubnis, können sich also nichts zum Studium hinzuverdienen.

Die Institute einer Universität sind meist zusammen mit den Studentenwohnheimen auf einem Campus angeordnet: Er ist der zentrale Ort des studentischen Lebens. Eine gute Gelegenheit, in das Campus-Leben hineinzuschnuppern, sind die sogenannten "Summer Sessions" oder "Summer Schools" während der vorlesungsfreien Zeit.

Für deutsche Studenten ungewohnt ist der restriktive Umgang mit Alkohol: Die Abgabe an junge Erwachsenen unter 21 Jahren ist untersagt. In Studentenwohnheimen herrscht in der Regel strenges Alkohol- und Rauchverbot.

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