Bettina Englmann, Mitarbeiterin eines Integrationsprojekts in Augsburg, spricht über die Frustration hochqualifizierter Zuwanderer auf dem Arbeitsmarkt.
Ingenieure als Hilfsarbeiter auf dem Bau, Naturwissenschaftlerinnen an der Kneipentheke - oft können gut ausgebildete Migranten nicht in ihrem Beruf arbeiten, weil ihr Abschluss in Deutschland praktisch nichts wert ist. Das Augsburger Integrationsprojekt "Tür an Tür", das Teil eines bundesweiten Netzwerks ist, hilft Zuwanderern bei dem oft schwierigen Verfahren, ihren Abschluss anerkennen zu lassen. Beraterin Bettina Englmann berichtet aus der Praxis.
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SZ: "Chirurgen, werdet Fleischer, Lehrer, werdet Reinigungskräfte!" war kürzlich bei einer Plakataktion Ihres Projektes zu lesen. Das klingt sehr zugespitzt, ist es denn auch berechtigt?
Bettina Englmann: Der Titel der Kampagne war bewusst provokant gewählt. Doch dahinter steht eine Realität, in der Zuwanderer enorme Probleme am Arbeitsmarkt haben.
SZ: Welche Probleme gib es bei der Anerkennung ausländischer Abschlüsse?
Englmann: Bisher gab es in Deutschland keinen Rechtsanspruch auf ein Anerkennungsverfahren für alle Inhaber ausländischer Qualifikationen. Die jeweiligen Möglichkeiten hingen stark vom Bundesland, vom Beruf und davon ab, ob man etwa als Spätaussiedler, als EU-Bürger oder als Drittstaatsangehöriger eingestuft wurde. Dies wird sich jetzt mit dem neuen Anerkennungsgesetz glücklicherweise ändern.
SZ: Doch vorerst arbeiten viele Zuwanderer unter ihrem Qualifikationsniveau. Das dürfte neben dem volkswirtschaftlichen Schaden vor allem eine psychische Belastung sein.
Englmann: Selbstverständlich ruft es große Frustration hervor, wenn ausländische Fachkräfte oder Akademiker nicht mehr in ihren erworbenen Berufen arbeiten können. Sie sind oft gezwungen, auf Jobs im niedrig qualifizierten Bereich auszuweichen. Wir kennen zahlreiche Einzelfälle, in denen Akademiker zum Beispiel in der Gastronomie oder als Hilfsarbeiter tätig sind.
SZ: Warum sind die Ankerennungsverfahren oft so intransparent und langsam?
Englmann: Hunderte von Anerkennungsstellen sind über Deutschland verteilt zuständig, eine Fülle uneinheitlicher Rechtsgrundlagen muss beachtet werden, hinzu kommen Informationsdefizite. Das macht es sehr kompliziert für den Einzelnen, ein Verfahren erfolgreich zu durchlaufen. Besonders bedrückend ist es, wenn hochmotivierte Einzelne immer wieder von Stellen abgewiesen werden, weil bislang kein Verfahren für ihre jeweilige Migrantengruppe vorgesehen war.
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(SZ vom 10.12.2009/holz)
Nationalteam vor der EM
Danke für Ihre Replik. Ich hatte das etwas anders gesehen und gelesen, aber ich kann akzeptieren, was Sie schreiben, weil ich natürlich einen anderen Blickpunkt habe, da es bei uns eben um andere Kriterien geht.
Einen schönen Abend!
Sorry aber Ihr Weltbild ist ein bißchen beschränkt auf Forschungs und Wissenschaftsarbeit.
Es versteht sich spontan aus dem Artikel das man hier systematisch deutsche mit ausländischen Absolventen konkurrieren lassen möchte mit dem Ziel die Grundlagen für einen billigen Arbeitsmarkt zu schaffen. Man möchte somit die Schranken für diejenigen öffnen die in unterentwickelten Ländern gelernt haben mit einem ganz anderen Standard und auf grunddessen geringere finanzielle Ansprüche haben. Um dieses Ziel zu erreichen will die Politik pauschalisiert vorgehen und jeden annehmen.
Das sich die Forschungsinstitute oder Universitäten zum Zweck der wissenschaftlichen Arbeit, die besten auf dem internationalen Markt besorgen bleibt eine unberührte Realität...
............ Doktoranden, Werkstudenten usw. gibt, die befristete Verträge haben - deutsche wie internationale. Wenn jemand eine 1 im Diplom hat, dann kann er hier auch einen Doktorvater finden, der wiederum einen Lehrstuhl an einer der Unis haben muss!
Es ist aber in der Tat nicht so, dass Deutsche im Vergleich zu ausländischen Wissenschaftlern geringere Chancen haben oder ihnen gar Gastforscher vorgezogen würden, die wiederum einen entsprechenden Abschluss in ihrem Land nachweisen müssen!
Es geht allein um die Qualifikation!
Also ..... einiges stimmt nicht so ganz. Bei uns ist es klar, dass nach Qualifikation eingestellt wird, gehaltsmäßig gibt es keine Unterschiede!
Grundvoraussetzung ist, dass die Wissenschaftler summa oder magna cum laude promoviert haben. Hier sind inzwischen sehr, sehr viele junge Wissenschaftler - die "alten" sind in Rente.
Es ist aber auch so, dass wir besonders hoch angesetzte Leute, die eben bereits bewiesen haben, dass sie auf diesem Forschungsgebiet große Kenntnisse besitzen und einen entsprechenden Ruf haben, auch aus dem Ausland ins Institut ziehen. Das ist überall der Fall, wo internationale Grundlagenforschung betrieben wird.
Hier geht es um die Qualifikation der Wissenschaftler, aber eben - wie ich bereits in einem anderen Beitrag schrieb - nicht um Herkunft usw.!
Da ist was wahres dran. Die hiesigen Absolventen sollen wohl am besten für ein Appel und ein Ei arbeiten. Die Bürokratismen sind unsäglich und unsere Vorgänger verstopfen alle Aufstiegsmöglichkeiten und haben sich selber die Taschen voll gemacht. Wo herrscht den konkret Fachkräftemangel, vor allem dort, wo man wenig zahlen will.
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