Sie sind in die Arbeitsabläufe eingebunden, übernehmen die gleichen Aufgaben wie Festangestellte -aber bekommen kaum Geld. In einer neuen Studie beklagt der DGB den Missbrauch von Praktikanten als billige Arbeitskräfte.
Raus aus dem Studium, rein ins Praktikum? Trotz des drohenden Fachkräftemangels nutzen viele Unternehmen Praktikanten offenbar immer noch als billige Arbeitskräfte. Wie aus der nicht repräsentativen Studie Generation Praktikum 2011 des DGB und der Hans-Böckler-Stiftung (HBS) hervorgeht, haben 38 Prozent der Hochschulabsolventen innerhalb der ersten dreieinhalb Jahre nach Ende ihres Studiums mindestens ein Praktikum absolviert. 40 Prozent der Praktika seien unbezahlt, das Durchschnittseinkommen der bezahlten Praktika liege bei 551 Euro brutto monatlich.
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Leere Taschen für volle Arbeitskräfte: Der DGB kritisiert, dass Praktikanten noch immer als billige Arbeitskräfte missbraucht werden. (© dapd)
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Die stellvertretende DGB-Vorsitzende Ingrid Sehrbrock wies darauf hin, dass vier von fünf Praktikanten in den Betrieben vollwertige Arbeit leisteten und drei von vier in der Studie angegeben hätten, dass sie fest in die Arbeitsabläufe eingeplant seien. "Es kann und darf nicht sein, dass qualifizierte Hochschulabsolventen als Praktikanten ausgebeutet werden", sagte sie. Der DGB lehne Praktika nach dem Studienabschluss grundsätzlich ab. Stattdessen sollten Unternehmen und Verwaltungen reguläre Arbeitsverhältnisse oder Trainee- und Berufseinstiegsprogramme anbieten.
Praktika seien ein Lern- und kein Beschäftigungsverhältnis. Darum müsse ein Praktikum im Bürgerlichen Gesetzbuch als Lernverhältnis definiert werden, sagte Sehrbrock und forderte Praktikumspläne mit Lerninhalten und -zielen.
Außerdem müssten Praktikanten einen Anspruch auf eine Aufwandsentschädigung haben. "Praktika und ähnliche Lernverhältnisse sollten mit mindestens 300 Euro pro Monat vergütet werden", betonte Sehrbrock.
Sie verwies zugleich auf positive Trends: So ging der Anteil unbezahlter Praktika laut Studie seit 2007 von 45 Prozent auf 40 Prozent zurück.
Insgesamt befragten DGB und Hans-Böckler-Stiftung 674 Absolventen aus vier deutschen Universitäten. Die Befragten mussten hierfür einen Online-Fragebogen ausfüllen, in dem sie ihren beruflichen Werdegang in der dreieinhalb Jahre zwischen Studienabschluss und dem Befragungszeitpunkt beschreiben sollten.
(sueddeutsche.de/dpa/holz)
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Tja, dumm gelaufen und selbst schuld! Sich abspeisen lassen, ist ziemlich einfach. Hinterherrennen bissl aufwendiger - aber meisten auch besser. Btw. auch ein mündlicher Vertrag bzw. Vereinbarung ist rechtsgültig, also hat dein Bekannter/Verwandter Anspruch auf die €300. Durchsetzungsmöglichkeit: Hängt vom Antwalt/Gericht ab.
So, merkt das der DGB auch schon, daß Praktikanten von aller Coleur großer Firmen als billigste Arbeitskräfte mißbraucht werden, aber das wird sich alles irgendwann rächen.Bald werden wir, dank der geburtenschwachen Jahrgänge, niemanden mehr haben zum Ausbeuten. Zumindest niemand gut ausgebildeteten mit ausreichend Sprachkenntnissen. Dann werden die neuen Eurobürger das Land überschwemmen, für einen Appel und ein Ei arbeiten, aber erst mal sprachlich fit gemacht werden müssen. Und ich denke, wenn die in ihrer Probezeit merken, was hier in der BRD abgeht ( viel Arbeit, viel psychische und physische Belastung, gnadenlose Unterordnung in der Hackordnung , viel Verantwortung und fast kein Gehalt) dann werden die sich ganz schnell überlegen ob sie nicht in ein anderes Land
konvertieren. Schweden, Dänemark und auch Frankreich warten ebenfalls auf gut ausgebildete EU-Bürger und dort ist zumindest die soziale Kälte wesentlich geringer und die öffentlichen Einrichtung tausendmal besser ausgestattet. Deutschland ist zum Ausbeuter-und Arme-Leute-Land gworden. Das hat schon den entsprechenden Geruch und wird bald für Zuwanderung überhaupt nicht mehr atraktiv sein. Wir nutzen gut ausgebildete Menschen gnadenlos aus und das bleibt im Ausland auch nicht verborgen. Wenn ich an den Zirkus mit der Greencard für indische Programmierer denke, keiner wollte sie haben!!! Kein Wunder bei dem Arbeitsklima, das hier vorherrscht! In geschätzten fünf Jahren sind wir am Ende (und ich jetzt auch)!
Aber wenn diese ordentlich durchgeführt werden (mit entprechend intensiver Betreuung), dann kosten diese dem Unternehmen mehr Geld als die Praktikanten an Arbeitsleistung bringen.___vollkommener Blödsinn!
Ein kurzes Beispiel, wie es zu einem unbezahlten Praktikum kommen kann
(in meiner Familie genau so passiert):
Man schreibt eine Bewerbung für ein Praktikum an ein renomiertes Unternehmen und wird zu einem Gespräch eingeladen. Das Gespräch verläuft positiv und man verspricht dem Bewerber im Bewerbungsgespräch eine Vergütung in Höhe von 300 Euro. Man trennt sich mit der Information, in den kommenden Tagen einen so oder so gearteten Bescheid zum Zustandekommen des Praktikumsverhältnis zu erteilen.
Praktikumsbegin wäre in ca. 4 Wochen.
Ein paar Tage später erhält der Bewerber telefonisch Bescheid, dass er die Stelle bekommt. Darauf hin stellt der zukünftige Praktikant andere Bewerbungen ein und wartet auf seinen Anstellungsvertrag.
Praktikumsbegin in ca. 2 Wochen: Leider findet der Praktikant noch keinen Praktikumsvertrag in seiner Post. Der Bewerber fragt höflich per eMail bei seinem zukünftigen Arbeitgeber nach, wo den derselbige bliebe und erhält von seine Ansprechpartner die Auskunft, dass sich das noch etwas verzögere, weil in der Personalabteilung ein Wechsel stattfand, aber er solle sich keine Sorgen machen,
er habe ja bereits die Zusage.
Praktikumsbegin in ca. 1 Woche, immer noch kein Praktikumsvertrag in seiner Post. : Etwas unruhig geworden fragt der Bewerber nun telefonisch nach, was denn nun mit seinem Vertrag sei, und erfährt, dass nur noch Details mit der Personalabteilung zu klären wären. Aber, so heißt es, kein Grund zur Sorge, der Vertrag wird in den kommenden Tagen versand.
1 Tag vor Praktikumbeginn: Die Personalabteilung der besagten Firma teilt dem Praktikanten per eMail mit, dass sein Vetrag soweit fertig sei, aber die Firma ab kommenden Ersten nun leider keine Vergütung mehr für Praktikanten bezahlen kann.
1. Die Dummheit der Praktikanten sich auf so was einzulassen, ist wohl grenzenlos.
2. Die Arbeitskräfte sind in D einfach zu teuer. Also nichts bitte mit Mindestlohn!
Freie Marktwirtschaft und Monetarismus - thumbs up!
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