Eine Bewerbung ohne Praktika ist wie ein Anschreiben mit Tippfehlern - kaum Erfolg versprechend. Doch dafür muss auch das Zeugnis stimmen.
Das Praktikum gehört in den Lebenslauf, genauso wie ein Schulabschluss und eine Ausbildung. Doch Arbeitgeber wollen nicht nur wissen, dass die Studierenden oder Absolventen ein Praktikum gemacht haben - sie wollen auch wissen, wie sie sich dabei angestellt haben. Der beste Nachweis dafür ist ein qualifiziertes Zeugnis - eines also, bei dem nicht nur bestätigt wird, was der Praktikant in welcher Zeit gemacht hat, sondern in dem die Leistungen auch bewertet werden.
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Das steht jedem Praktikanten zu. "Obwohl der Rechtsstatus von Praktikanten weitgehend ungeklärt ist - sie werden überwiegend als Arbeitnehmer mit besonderen Rechten und Pflichten angesehen -, haben sie grundsätzlich einen Zeugnisanspruch wie jeder andere Arbeitnehmer auch", sagt Mirijam Ruby-Dormann, Rechtsanwältin in Freiburg.
Zwei Monate als kürzeste Frist
Das Problem bei Zeugnissen für Praktikanten bestehe jedoch darin, dass das Praktikum oft nur wenige Wochen oder Monate andauert. "Um ein qualifiziertes Zeugnis erstellen zu können, das sich auch auf Leistung und Verhalten bezieht, muss der Arbeitgeber aber die Gelegenheit gehabt haben, sich von dem Praktikanten einen Eindruck zu verschaffen." Dies sei während eines Praktikums von wenigen Wochen nicht möglich, so die Arbeitsrechtsexpertin.
"Die Rechtsprechung verlangt deshalb ein Arbeitsverhältnis von längerer Zeit, damit man ein qualifiziertes Zeugnis fordern kann." Zwei Monate seien die kürzeste Frist, von der die Anwältin in diesen Fällen weiß. "Andernfalls darf der Arbeitgeber auch ein einfaches Zeugnis ausstellen, das sich nur auf Angaben zu Art und Dauer der Tätigkeiten beschränkt."
Vergütung, Abteilung, Urlaubsanspruch
Damit das Zeugnis am Ende eines Praktikum nicht zum Problemfall wird, können ein paar Dinge bereits vor Antritt der befristeten Arbeit geklärt werden. "Studenten sollten sich vorher nicht nur darüber informieren, welche Aufgaben sie übernehmen sollen und ob sich ein Betreuer um sie kümmert", sagt Dirk Erfurth, Geschäftsführer des Münchner Instituts Student und Arbeitsmarkt. "Vergütung, Dauer, Abteilung, ein etwaiger Urlaubsanspruch - all das können sie sich in einen Praktikumsvertrag gießen lassen."
Und nicht nur diese Rahmenbedingungen. "Wer sicher sein möchte, dass er am Ende des Praktikums ein qualifiziertes Zeugnis erhält, kann sich dies vom Arbeitgeber ebenfalls zusichern lassen", so Anwältin Ruby-Dormann.
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Moderne Verwaltung
Sie tun gerade so als wären Sie völlig überrascht dass Praktikanten zum Geschäftsmodell eines Unternehmens gehören. Dies ist spätestens seit Anfang dieses Jahrhundert die gängige Praxis in allen Unternehmen, nicht nur in fragwürdigen Werbeagenturen. Ich habe während meines Studiums Praktika bei allen deutschen Premium-Automobilherstellern absolviert. Dabei habe ich immer mehr und teils auch effektiver gearbeitet als die Festangestellten, wovon aber bei der Einstellung in der Regel ausgegangen wird. Die Personalbudgets sind inzwischen darauf ausgerichtet, dass ein großer Teil der Arbeit kostengünstig von Praktikanten verrichtet wird.
Die Situation vergleiche ich auch sehr gerne mit dem deutschen Sozial- und Gesundheitswesen, welches ohne die Zivildienstleistenden untergehen würde.
Trotzdem würde ich meinen Lebenslauf im Nachhinein kein bisschen anders gestalten und werde als zukünftige Führungskraft noch mehr Kapital aus dieser Situation schlagen. Faire Entlohnung und interessante Ausgaben für die Praktikanten vorausgesetzt.
Ich muss leider zustimmen!
Die lieben Arbeitgeber wissen leider heute nicht mehr was realität ist.
Ihre Vorstellungen von einem guten Mitarbeiter sind nicht im entferntesten möglich einzuhalten.
Das beziet sich leider über den ganzen Arbeitsmarkt nicht nur auf Fachkräfte.
Auf der anderen Seite verstehe ich auch wieder die hochgesteckten Anforderungen, wenn ich mir anschaue was sich dann als fertig studierte Fachkraft bezeichnet.
Fall: Ein Mitarbeiter (Elektroingeneur) soll siene drei Jungen Nachfolger einarbeiten. Der eine hat nicht mehr zu tun als alles zu kritsieren und macht dann bei einfachen aufgaben massive Fehler. Der Zweite hört lieber erst mal gar nicht zu und drinkt lieber Kaffee und pflegt seine sozialen Kontakte mit dem Ergebniss das auch bei Ihm zwar nicht ganz so massive Fehler auftreten aber doch mimmernoch zu viele. Die dritte ist zwar einwenig mehr Moddel (aussehen entspricht nicht der üblichen Arbeitskleidung) und Ihr Schminkkästchen steht jederzeit parat aber hat gelernt Zuzuhören zeigt aber das auch bei Ihr das Fachwissen was im Studium vermittelt werden sollte bei weiten nicht ausreicht. Was soll dieser Arbeitgeber nun tun? (Alle drei sollten hinterher technische Maschienen herstellen die durch Menschen betrieben werden sollten und unter gewissen Umständen bei falscher Konstruktion oder Konstruktionsfehlern nicht nur ein Menschenleben fordern könnten sondern gleich mehrere)
Die Qualifikation um einen Job in der Wirtschaft zu bekommen sind doch klar: Hier mal eine Auflistung:
- max. 30 Jahre alt
- 10 Jahre Berufserfahrung
- abgeschlossenes Studium (gerne auch zwei Studien)
- 5 Jahre im Ausland gearbeitet
- flexibel und belastbar (40-50 Wochenstunden)
- teamfähig (muß sich widerstandslos überall hinversetzten lassen)
Das alles für ein Azubigehalt, mit Aussicht auf Aktienoptionen in 20 Jahren.
Leider wird man dann aber nach Beendigung des 24 Monatsvertrages gegen einen jüngeren ausgetauscht. Oder wie ich immer sage: In diesem Unternehmen kann man nur etwas werden, wenn man ein so dickes Fell hat, dass man auch ohne Rückrad auskommt!
-Rechtschreibfehler sind geistiges Eigentum des Verfassers-
hat mal ein praktikum in einer großen wa gemacht, er riss sich ein bein aus (7 tage 12 h+) und man signalisierte im nach ein paar monaten, dass man sich eine spätere übernahme vorstellen können. während des finalen gesprächs teile man ihm mit, dass man ihn nicht übernehmen könne, wegen "schwierigem marktumfeld", aber man wolle nicht verzichten und bot ihm eine weiteres praktikum an, was mein freund befremdet ablehnte.
(...diese wa gehört zu den top 5 in d-land)
Schon vor 30 Jahren waren sechs Monate Praktikum Vorschrift, wenn man an der Uni Erlangen-Nürnberg Betriebswirtschaft studierte. Damals wurde jedoch nur wenig Schindluder mit scheinbaren Praktikumsstellen betrieben.
Wenn ich heute bei einem Bewerber ein selbst geschriebenes Zeugnis finden würde, würde das für mich eher bedeuten: der hat gut gearbeitet, sonst hätte man ihn das Zeugnis nicht selber schreiben lassen. Immerhin stammt die Unterschrift vom Chef, und der wird es doch wohl auch für gut befunden haben.
Ich habe selbst so ein Zeugnis aus einem Semesterferienjob.
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