Von Von Wolfgang Büser

Wie viele Ferientage mindestens drin sind und wann's Geld statt Urlaub gibt. Ein Ratgeber.

Stehen die Ferien vor der Tür, dann träumen viele von Palmen, Berggipfeln, Stränden, Ruhe oder Abenteuer - von Urlaub eben. Von Ärger träumt niemand. Doch kommt es immer wieder zu Reibereien mit dem Arbeitgeber. Hier Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um den Jahresurlaub 2004.

Anzeige

Wer legt fest, wer zu welcher Zeit Urlaub machen kann?

Der Arbeitgeber - unter Berücksichtigung der Wünsche der Arbeitnehmer. Davon darf er nur abweichen, wenn dringende betriebliche Gründe entgegenstehen oder Terminwünsche anderer Kollegen vorgehen. Wollen mehrere Arbeitnehmer zur selben Zeit in die Ferien gehen, sind aber nicht alle gleichzeitig entbehrlich, so gilt: Familienväter oder -mütter haben Vorrang vor Alleinstehenden - wenn die Eltern auf die Ferienmonate angewiesen sind. Ansonsten können Arbeitnehmer, die länger im Betrieb sind, vor Jüngeren den Vorzug bekommen - es sei denn, wichtige Gründe führten zu einem anderen Ergebnis.

Was passiert, wenn Arbeitnehmer einer Zuteilung nicht zustimmen?

Im Konfliktfall entscheidet der Arbeitgeber, in Betrieben mit Betriebsrat beide zusammen. Kommt es zu keiner Einigung, zieht die Einigungsstelle den Schlussstrich.

Darf der Arbeitgeber Betriebsferien anordnen?

Ja, wenn dies aus betrieblichen Gründen angezeigt ist. In Betrieben mit Fließbändern sind Betriebsferien an der Tagesordnung. Der Betriebsrat muss zustimmen. Natürlich können Betriebsferien auch einvernehmlich festgelegt werden, ohne zwingenden betrieblichen Hintergrund. Einem Arbeitnehmer kann Urlaub auch außerhalb der Betriebsferien bewilligt werden. Besteht dann aber während der Betriebsruhe keine Beschäftigungsmöglichkeit für ihn, so hat er keinen Entgeltanspruch.

Wann steht erstmals Urlaub zu?

Der volle Urlaub kann erstmalig nach sechsmonatigem Bestehen des Arbeitsverhältnisses genommen werden. Hat der Arbeitnehmer keinen vollen Urlaubsanspruch, weil er im Kalenderjahr die Mindestbeschäftigungszeit nicht erreicht oder das Arbeitsverhältnis vor Ablauf der sechs Monate endet oder weil er nach erfüllter Wartezeit in der ersten Hälfte eines Kalenderjahres ausscheidet, so kann er ein Zwölftel des Jahresurlaubs für jeden vollen Monat verlangen, den er in diesem Betrieb beschäftigt war.

Wie viel Urlaub kann mindestens verlangt werden?

Das Bundesurlaubsgesetz sieht vier Wochen Mindesturlaub pro Kalenderjahr vor. Bei einer Fünftagewoche sind das 20 Arbeitstage, bei einer Sechstagewoche 24 Werktage, bei einer Zweitagewoche acht Tage, was jeweils vier Wochen ausmacht.

Wann gibt es zusätzliche bezahlte Urlaubstage?

Wenn der Tarif- oder Einzelarbeitsvertrag das vorsehen. Außerdem kann bei besonderen Ereignissen bezahlte Freistellung beansprucht werden, etwa wenn ein Kind heiratet oder die Großmutter beerdigt wird. Natürlich zählt auch die eigene Hochzeit dazu.

Kann man durch Sammeln von Überstunden den Urlaub verlängern?

Im Einvernehmen mit dem Arbeitgeber ist das möglich.

Kann Urlaub häppchenweise genommen werden?

Nach dem Bundesurlaubsgesetz ist der Urlaub zusammenhängend zu gewähren, es sei denn, betriebliche oder persönliche Gründe des Arbeitnehmers würden eine Teilung erforderlich machen. Mindestens muss ein Urlaubsteil zwei Wochen umfassen.

Sie sind jetzt auf Seite 1 von 2 nächste Seite

  1. Sie lesen jetzt Urlaub für Rechthaber
  2. Urlaub für Rechthaber
Leser empfehlen