Von Von Rolf Winkel

Raucherzonen, Apfelecken, Zigarettenverbot: Wie Betriebe ihre Mitarbeiter vor rauchenden Kollegen schützen.

Es ist noch keine zwei Jahre her, da wurde die Rechtsposition von Nichtrauchern am Arbeitsplatz entscheidend gestärkt. Bis dahin war es Sache des Arbeitgebers, ob er das Rauchen im Betrieb verbot oder nicht. Nun ist er in der Pflicht, die Beschäftigten vor Tabaksdunst zu schützen. Das bestimmt die Arbeitsstättenverordnung. Doch wie wird diese Verpflichtung in der Praxis umgesetzt?

Raucherin

Zündstoff Zigarette: Manche Firmen setzen darauf, dass die Kollegen sich schon einigen. (© (Foto: dpa))

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Zum Beispiel im BASF-Werk in Münster-Hiltrup. "Die Pausenräume für Raucher erkennt man an den gelben Wänden", sagt Michael Schönwiese, Chemielaborant und Betriebsrat. Der 45-Jährige arbeitet bei BASF Coatings, wo Fahrzeug- und Industrielacke hergestellt werden. Rauchen im Produktionsbereich ist schon aus Sicherheitsgründen verboten. "Bei uns ist der Zigarettenqualm deshalb ein typisches Büroproblem."

In den Büros setzt man auf einvernehmliche Lösungen. Wenn möglich, trennt man Raucher und Nichtraucher räumlich voneinander. "In den Raucherbüros kann man so viel rauchen wie man will. Ansonsten müssen die Mitarbeiter, die zusammen sitzen, eine gemeinsame Lösung finden." Im Prinzip gilt: Wenn auch nur ein Einziger ein Rauchverbot verlangt, müssen sich die anderen daran halten. Schönwiese ist mit dieser Regelung zufrieden. Er räumt allerdings ein: "Wenn ein Nichtraucher neu in ein Raucherbüro kommt und dann darauf pocht, dass nicht geraucht wird, hebt das nicht gerade die Stimmung."

Bei BASF Coatings werden auch Entwöhnungskurse angeboten. Bisher haben daran 80 der rund 800 Raucher (bei insgesamt 2400 Beschäftigten) teilgenommen - mit gutem Erfolg. Ein Jahr nach Kursende ist die Hälfte der Teilnehmer noch nicht rückfällig geworden. Investitionen in solche Kurse kommen nicht nur der Gesundheit der Mitarbeiter zu Gute, sondern sie lohnen sich auch für die Firmen. "Schon allein, weil Nichtraucher im Schnitt deutlich seltener krank sind", sagt BASF-Betriebsarzt Georg Bill. "Zudem werden auf diese Weise die immer mal wieder auftretenden Querelen ums Rauchen vermieden, was sich positiv auf das Arbeitsklima auswirkt."

Apfelpause im Großraumbüro

Joop Veurman erinnert sich noch gut an die Zeit, als er selber noch kräftig geraucht hat - auch an seinem Arbeitsplatz im Bocholter Siemens-Werk, das vor ein paar Tagen vor der Verlagerung nach Ungarn gerettet wurde. "Die Kneipe war manchmal ein Luftkurort gegenüber unserem verrauchten Großraumbüro", sagt der 56-jährige Konstrukteur. Heute kann er sich vorstellen, wie seine Kollegen in den Großraumbüros der Firma unter seiner Pafferei leiden mussten. Doch diese Zeiten sind lange vorbei.

Rauchschwaden in Treppenhäusern, Fluren oder Toiletten gibt es bei Siemens in Bocholt schon lange nicht mehr. Nirgends auf dem Werksgelände kann man Zigaretten kaufen. "Auf dem Betriebsgelände installierte Zigarettenautomaten werden entfernt", heißt es in einer Vereinbarung, die vor zehn Jahren zwischen Betriebsrat und Geschäftsführung geschlossen wurde. Hartnäckige Qualmer werden für jede Zigarettenpause in abgetrennte Raucherzonen verbannt.

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