Das Entwicklungspotenzial im Fahrzeugbau ist enorm: Nach einer Studie zur Struktur der Automobilindustrie werden bis 2015 in Westeuropa 600.000 neue Arbeitsplätze in diesem Segment entstehen - ein Großteil davon muss mit qualifizieren Ingenieuren und Informationstechnikern besetzt werden.

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Ingenieure werden gebraucht, um beispielsweise den Karosseriebau durch neue Werkstoffe zu optimieren, neue Klebe- und Fügetechniken zu entwickeln und einzusetzen, Otto-, Diesel und verstärkt auch Hybridmotoren zu optimieren und weitere Antriebskonzepte zu konzipieren. Neben Elektrotechnikern werden deshalb vor allem Maschinenbauingenieure (mit dem Schwerpunkt Fahrzeugtechnik) gesucht, um den Stamm der derzeit rund 150.000 Ingenieure in Deutschland, die bereits in der Automobilindustrie arbeiten, aufzustocken.

Aber auch Betriebswirte haben gute Chancen auf eine Karriere im Fahrzeugbau. Nach einer Analyse des Stellenmarktes in 40 deutschen Printmedien, die zwischen April 2005 und März 2006 durch den Personaldienstleister Adecco durchgeführt wurde, richteten sich fast 3.000 Stellenanzeigen explizit an Akademiker, die im Fahrzeugbau einsteigen wollen.

Rund 1.350 Maschinenbauingenieure und Fahrzeugtechniker wurden gesucht, 533 Betriebswirte, 327 Elektroingenieure und rund 600 Ingenieure mit anderen Spezialisierungen. Danach wird aktuell vor allem im Bereich Forschung und Entwicklung (25 Prozent), Fertigung, Logistik und Qualitätskontrolle (24 Prozent), Marketing und Vertrieb (17 Prozent) und Projektmanagement sowie Unternehmensleitung, Controlling und Verwaltung (je rund 13 Prozent) gesucht.

Chinesisch ist Karriere-Trumpf

Neben Industriepraktika (idealerweise in der Automobilbranche) und guten Studienleistungen sind - bedingt durch die modulare Bauweise, die enge Abstimmungen voraussetzt - vor allem Team- und Kommunikationsfähigkeit und eigenverantwortliches Handeln gefragt. Englischkenntnisse sind Voraussetzung. Ingenieure mit Kenntnissen in osteuropäischen Sprachen und vor allem mit Grundkenntnissen in Chinesisch haben exzellente Karrierechancen. Sie können sich nach zwei Jahren ein deutlich höheres Gehalt als die durchschnittlichen 43.500 Euro erhoffen.

Gesucht wird dabei nicht nur von den Automobilherstellern sondern vor allem von den Zulieferern, die - so prognostiziert es der VDA - in den kommenden zehn Jahren immer mehr Forschungs- und Entwicklungsaufgaben übernehmen und um bis zu 70 Prozent wachsen werden. Schon jetzt beschäftigen Bosch & Co 40 Prozent der rund 750.000 Menschen, die für die Automobilindustrie arbeiten.

Im vergangenen Jahr stieg die Automobil-Produktion auf einen selbst für den VDA "unerwarteten Höchststand": Mit 5,35 Millionen waren die ohnehin positiven Zahlen der vergangenen Jahre nochmals übertroffen worden. "Der Fahrzeugbau in Deutschland drückt seit Jahren ziemlich stark aufs Gaspedal", meint Matthias Koller. Um seine Zukunft als Ingenieur macht sich der Student deshalb wenig Gedanken. Er erlaubt sich sogar einen Wunsch an seinen künftigen Arbeitgeber: "Trotz der modularen Arbeitsweise möchte ich meinen Beitrag zum Automobilbau noch erkennen - an zu kleinen Schrauben will ich nicht drehen."

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