Von Andreas Kunkel

Die Aussichten in der Automobil-Branche sind so gut wie lange nicht. Gefragt sind Ingenieure, IT-Experten und Betriebswirte mit technischem Verständnis.

Den Weg in das Verkehrszentrum des Deutschen Museums auf der Theresienhöhe geht Matthias Koller zum ersten Mal. Seltsamerweise, denn Koller studiert an der Fachhochschule Maschinenbau mit dem Ziel nach seinem Abschluss im kommenden Jahr in die Automobilbranche einzusteigen. "Dass mich die ausgestellten Fahrzeuge beruflich kaum interessieren, liegt daran, dass sie mit dem, was ich später machen will, nicht viel gemein haben", sagt der Student.

Arbeitsmarkt Fahrzeugbau: Wo der Jobmotor läuft

Ein Golf wird in der Autostadt Wolfsburg in einem Autoturm per Lift aus einem Fach gezogen und zur Auslieferung an den Kunden gebracht. (© Foto: ddp)

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Natürlich, das Endprodukt bewegt sich und der Benzinmotor arbeitet auch heute noch nach dem selben Grundprinzip wie der erste Wagen von Carl Benz, der 1886 vorgestellt wurde. Damals war die Automobilherstellung noch überschaubar, meint Koller - und das Produkt auch.

Der erste Wagen hatte Motor, Getriebe und Antriebswellen zu den Rädern, einen Fahrersitz und eine Art Lenkkurbel. Ein Auto, das war fast reine und nach außen hin sichtbare Mechanik. Siebzig Jahre später, in den 50er Jahren, hatte ein VW-Käfer zusätzlich neun elektrischen Leitungen. Und heute? Da sind allein für die Elektronik in einen VW Phaeton 400 Sensoren, 70 Steuergeräte und 2.100 Leitungen mit einer Gesamtlänge von fast vier Kilometern verbaut. "Das zeigt, dass ich intensiv an einzelnen Modulen arbeiten werde, mit dem Gesamtprodukt aber eigentlich nur noch etwas zu tun habe, wenn ich damit zur Arbeit fahre", meint Koller.

Längst sind auch in der Automobilindustrie sogenannte "Fertigungsinseln" üblich, bei denen Teams bei Automobilherstellern und vor allem bei den Zulieferbetrieben Teilsysteme komplett entwickeln und fertigen.

Getragen wird der Trend vor allem von den Ingenieuren der Elektrotechnik und IT-Experten. "Die elektronischen Komponenten im Fahrzeug haben mittlerweile eine Schlüsselstellung für Auto und Industrie", so der Verband der Automobilindustrie (VDA). "Die weltweite Automobilproduktion liegt heute bei etwa 55 Millionen Fahrzeugen pro Jahr, wobei der durchschnittliche Elektronikanteil von 1.000 Euro je Fahrzeug jedes Jahr um rund 15 Prozent weiter wächst. Mehr als 80 Prozent der Innovationen beim Auto erfolgen inzwischen über die elektronischen Bauelemente und deren Programmierung oder werden durch sie überhaupt erst ermöglicht", rechnet Volker Schanz, Geschäftsführer der Informationstechnischen Gesellschaft im Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (ITG) vor.

Der Bedarf an Elektro-, Informations- und Regelungstechnikern und der Anspruch steige immer weiter an, so Schanz. "Gemessen an den extrem hohen Anforderungen an die eingesetzten Baugruppen rangiert das Auto gleich hinter dem Verkehrsflugzeug."

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