Die Jobangebote für Wirtschaftswissenschaftler steigen. Wie Absolventen punkten können.

Die Talfahrt auf dem Arbeitsmarkt hat in den vergangenen Jahren auch Wirtschaftswissenschaftler nicht verschont. Trotzdem studieren nach wie vor 300.000 junge Leute an Deutschlands Hochschulen, um Manager, Marketingfachleute, Personalexperten, Steuerberater, Anlageprofis oder Controller zu werden. "Ich hoffe, dass man sich keine Zukunftssorgen mit einem halbwegs guten Abschluss an einer renommierten Uni machen muss", sagt Guido van Geenen, der Betriebswirtschaft (BWL) an der Universität Köln studiert.

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Die jüngsten Zahlen stützen diese Hoffnung. Nachdem die Zahl der arbeitslosen Betriebs- oder Volkswirte von 15.000 (2000) auf 26.000 im Jahr 2003 gestiegen war, zeichnet sich eine Trendwende ab. "Da tut sich etwas. Das Jahr 2004 ist bisher ein gutes Jahr für Wirtschaftswissenschaftler", sagt Bernhard Hohn von der Zentralstelle für Arbeitsvermittlung (ZAV) in Bonn. Die Arbeitslosenzahlen bei den Betriebswirten und Volkswirten sind leicht rückläufig, die Zahl der angebotenen Stellen steigt wieder.

Ein Bewerbungsmarathon steht den Absolventen jedoch weiterhin bevor. Träume und Illusionen von gehobenen Positionen und Top-Gehältern vereinfachen vielen Studenten die Entscheidung für das Studium. Doch den Weg in die oberste Chefetage schaffen nur die Besten. "Studenten mit schlechten Noten haben schwierige Zeiten", sagt Professor Horst Tempelmeier, seit zehn Jahren Direktor des Seminars für Produktionswirtschaft an der Universität Köln.

Tempelmeier hat das Gefühl, dass viele angehende Studenten glauben, mit BWL könne man ohne besonders großen Aufwand Karriere machen. "Das Studium der Wirtschaftswissenschaften bietet nach wie vor solide Einstiegsmöglichkeiten und gute Entwicklungschancen", sagt Lutz Rachner von der Managementberatung Kienbaum.

Das Einstiegsgehalt liegt zwischen 35.000 und 45.000 Euro im Jahr. "Das Wichtigste ist mir, dass mein Job Spaß macht. Da ist Gehalt eher zweitrangig. Allerdings will ich auch nicht umsonst studiert haben", sagt die Kölner Studentin Vera Olschowka. Das sieht Nachwuchs-Volkswirt Frank Brenneisen ähnlich: "Das Geld sollte schon stimmen. Aber man ist nur darin gut, was einem Spaß macht. Das geht Hand in Hand."

Der weitere Aufstieg auf der Karriereleiter ist nach Rachners Ansicht maßgeblich von der Motivation der Absolventen abhängig, wie zum Beispiel der Bereitschaft, eine bestimmte Zeit ins Ausland zu gehen. Bei der Beurteilung der Bewerbungen haben die Kriterien "absolvierte Praktika" und "Sprachkenntnisse" die Wichtigkeit von Alter und Studiendauer deutlich überholt. Professor Tempelmeier zufolge sind Fächerkombination und Noten das alles Entscheidende. Massenfächer wie Marketing seien "sehr problematisch".

Trotz der harten Bewerberkonkurrenz lassen die Studenten nicht die Köpfe hängen. "Obwohl der Stoff immer umfangreicher wird und das Leben immer komplizierter, sind die meisten Studenten motiviert", freut sich Tempelmeier. Eine Haltung, die zum Beispiel die Bayer AG in Leverkusen bestätigt. "Bei uns sind Wirtschaftswissenschaftler nach wie vor gefragt", sagt ein Sprecher. Eingesetzt würden die Auserwählten schwerpunktmäßig in den Bereichen Rechnungswesen, Controlling, Logistik, Personal und Marketing.

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(dpa, von Sibylle Machefer)