Lohnzuschüsse sollen Betriebe zum Einstellen motivieren.
Brüssel - Die schärfste deutsche Waffe im Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit trägt den Namen "Einstiegsqualifizierung für Jugendliche" (EQJ). Sie zielt auf junge Menschen, die keinen Ausbildungsplatz gefunden haben oder noch nicht reif genug dafür sind, wie die Arbeitsagentur schreibt. 32 500 solcher Problemfälle haben im Jahr 2006 die EQJ in Anspruch genommen: Sie absolvierten ein vom Steuerzahler bezuschusstes Betriebspraktikum von sechs bis zwölf Monaten. Die Erfolgsquote ist beachtlich - knapp 70 Prozent konnten anschließend einen Ausbildungsvertrag unterschreiben. Ihre Praktikumszeit wurde dabei zum Teil angerechnet.
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Das ursprünglich befristete Programm des Ausbildungspakts zwischen Regierung und Wirtschaft läuft so gut, dass es der Bundestag im Herbst dauerhaft einführte. Seit Oktober gibt es außerdem den Qualifizierungs- und Eingliederungszuschuss: Wer Arbeitslose unter 25 Jahren einstellt, die ohne Berufsabschluss oder mindestens ein halbes Jahr auf Stellensuche sind, erhält Geld vom Staat. Ein Jahr lang erstattet der Steuerzahler bis zu 50 Prozent des Lohns. Die Zuschüsse sind bis Ende 2010 befristet - ob und wie sie wirken, kann noch nicht beurteilt werden.
Die EU-Kommission in Brüssel beobachtet seit Jahren die Instrumente der Mitgliedsstaaten gegen die Jugendarbeitslosigkeit; sie stellt Deutschland ein vergleichsweise ordentliches Zeugnis aus. Vor allem eine Kritik hat sie anzubringen: Ausländische Jugendliche sind in Deutschland überdurchschnittlich oft arbeitslos. Für sie müsse mehr getan werden, schon im Kindergarten.
Die Bundesregierung hat sich bereits eine neue Aktion ausgedacht, die 100 000 neue Ausbildungsplätze schaffen soll, nicht zuletzt für ausländische Jugendliche: den Ausbildungsbonus. Jeder Betrieb, der zusätzliche Plätze für seit Jahren vergeblich suchende Jugendliche schafft, soll zwischen 4000 und 6000 Euro pro Kopf bekommen. Schon im August soll das Programm starten, noch berät der Bundestag.mawi
(SZ vom 30.1.2008/bön)
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