Wer seinen Job verliert, hat nicht nur mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen. Eine neue Studie zeigt: Arbeitslosigkeit macht körperlich krank - und das sehr schnell.
Der Verlust des Arbeitsplatzes stellt die Betroffenen nicht nur vor wirtschaftliche Probleme, sondern kann auch krank machen. Wer seinen Job verliert, entwickelt einer Studie zufolge eher Bluthochdruck, Herzprobleme, Schlaganfall oder Diabetes. Selbst wer schnell wieder eine neue Beschäftigung findet, ist demnach verstärkt gefährdet.
Kündigung: Wer seinen Job ohne eigene Schuld verliert, hat ein erhöhtes Risiko für eine schlechte Gesundheit. (© Foto: ap)
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"In der heutigen Wirtschaft kann jeder seinen Job verlieren", sagt die Soziologin Kate Strully von der Universität Albany im Staat New York. "Wir sollten uns über die gesundheitlichen Konsequenzen von Arbeitsplatzverlust im Klaren sein und unser Möglichstes tun, die Schäden zu dämpfen." Frühere Studien hatten schon gezeigt, dass gesundheitlich angegriffene Menschen eher ihre Arbeit verlieren als gesunde Personen.
Ob umgekehrt auch ein Jobverlust die Gesundheit beeinflusst, prüfte Strully anhand mehrerer repräsentativer Umfragen unter US-Beschäftigten zwischen den Jahren 1999 und 2003 - also noch vor der derzeitigen Rezession.
Bluthochdruck, Herzprobleme und Diabetes
Resultat: Wer seinen Job ohne eigene Schuld etwa durch eine Firmenpleite verlor, hatte ein um 54 Prozent erhöhtes Risiko für eine mäßige oder schlechte Gesundheit. Und bei jenen Arbeitnehmern, die sich vorher kerngesund fühlten, stieg mit einer plötzlichen Arbeitslosigkeit die Wahrscheinlichkeit für Beschwerden, darunter Bluthochdruck, Herzprobleme und Diabetes, sogar um über 80 Prozent, wie Strully im Fachblatt Demography schreibt.
Die Studie zeige, dass das körperliche Wohl der Bevölkerung nicht nur von der Gesundheitsversorgung abhänge, sondern auch von der Struktur der Arbeitswelt und vom Zustand der Ökonomie.
Aus ihren Resultaten leitet die Forscherin konkrete Empfehlungen ab: "Wer seinen Job verliert, sollte sich der möglichen gesundheitlichen Folgen bewusst sein", sagt Strully. "Unmittelbar nach dem Verlust ist es besonders wichtig, gut auf sich aufzupassen, etwa durch Stressmanagement, gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung."
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(AP/bön)
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Oh Mann, was für ein besch... Leben:
Wenn man Arbeit hat, ackert man sich buchstäblich zu Tode, opfert seine Gesundheit dem Arbeitgeber, bekommt Rückenleiden, Infarkte, was weiß ich was. Wird man dann arbeitslos, macht einen das noch viel kränker. Findet man dann wieder Arbeit, wirds auch nicht bessen, sondern eher noch schlimmer.
Am besten, man wäre gar nicht geboren worden, anstatt das Kreuz dieses elenden Lebens in dieser elenden Welt tragen zu müssen.
Es ist sehr schwierig, den Job selbst hinzuwerfen, und nur noch gelegentlich zu arbeiten, nicht jeder Beruf macht es möglich. Mein Respekt dafür.
Auch ich "möchte gerne" wieder auf die Mühle des beruflichen Alltags und den ganzen Wahnsinn verzichten. Schließlich habe ich früher von viel weniger gelebt und war mindestens genauso glücklich. Die Kunst liegt vermutlich darin, sich neu zu erfinden und wenn erforderlich einen anderen Job zu machen oder anzunehmen, der einem mehr Flexibilität einräumt.
Der gesellschaftliche Druck nach tollem Auto usw. wird aber einen nachwievor begleiten.
Grüße
zack34
Das stimmt, was zack34 geschrieben hat. Dabei kann eine Zeit ohne Arbeit, oder mit weniger Arbeit, auch sehr bereichernd sein. Ich habe meinen Job selbst hingeworfen, arbeite nur noch gelegentlich und verdiene viel weniger als früher. Aber ich bin wesentlich glücklicher und gesünder. Den gesellschaftlichen Druck nach tollem Auto, teurem Essen und Statussymbol "beruflicher Erfolg" spüre ich trotzdem hier und da.
zack34 spielt auf die vergangene Diskussion an, dass Menschen sich frei von materiellen Zwängen selbst verwirklichen können. Das ist aber offenbar ein Trugschluß, denn auch heute sind die reichen Müsiggänger früherer Zeiten ausserordentlich verpönt.
... liegen, dass der gesellschaftliche Zwang zur klassischen Erwerbstätigkeit kaum nachgelassen hat, der Einzelne wird nachwievor darüber bewertet und schnell ein-, bzw.
abgestuft.
Eigentlich sollte m.W. die Postmoderne Industriegesellschaft eine "Befreiung von diversen Zwängen", neue "Kreativität und freie Lebensentwürfe" für die Masse mit sich bringen
können. Tja...