Arbeitslose Lehrer Teure Saisonarbeiter

Viele Bundesländer stellen Lehrer nur noch befristet ein, um sie über die Sommerferien zu entlassen und sich so Gehalt zu sparen. Diese Praxis kostet die Arbeitslosenkasse Millionen.

Die Einstellungspolitik mehrerer Bundesländer für angestellte Lehrer hat die Arbeitslosenversicherung im vergangenen Jahr rund 15 Millionen Euro gekostet.

Nach einer internen Untersuchung der Bundesagentur für Arbeit meldeten sich rund 5200 Vertretungslehrer über die Sommerferien arbeitslos und traten danach wieder in den Schuldienst ein. Sie erhielten im Schnitt fast 2900 Euro Arbeitslosengeld.

Grund sind die von den Ländern mit den angestellten Lehrern abgeschlossenen Arbeitsverträge, die regelmäßig vor den Sommerferien enden. 2007 hatten die Kosten für die von den Kultusministerien und Schulämtern geplante Lehrerarbeitslosigkeit rund 17 Millionen Euro betragen.

Allein in Hessen Kosten von 5,2 Millionen Euro

Am häufigsten wurde die umstrittene Praxis der Analyse zufolge in Hessen angewendet. In dem Bundesland meldeten sich im vergangenen Jahr rund 1800 zuvor angestellte Pädagogen über die Ferien arbeitslos. Die Kosten beziffert die Studie auf 5,2 Millionen Euro.

Die deutlich bevölkerungsstärkeren Bundesländer Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen kamen auf 1000 beziehungsweise 800 arbeitslose Vertretungslehrer.

Verbreitet ist die Praxis der Erhebung zufolge zudem schon länger in Niedersachsen (500) und Rheinland-Pfalz (300). Erstmals sei auch ein Anstieg der Lehrerarbeitslosigkeit auf 200 in Schleswig-Holstein beobachtet worden. In den übrigen zehn Ländern seien zusammen 600 Fälle beobachtet worden.

Der hessische Landtag hat im Mai beschlossen, dass künftig Lehrer nur noch unbefristet angestellt werden sollen. Kultusminister Jürgen Banzer (CDU) kündigte am Mittwoch an, die bisherige Praxis werde es in den nächsten Sommerferien nicht mehr geben.