Raus aus der Schockstarre: Was ältere Arbeitslose beachten müssen, um beruflich möglichst schnell wieder auf eigenen Beinen zu stehen.
Für Menschen, die jahrzehntelang gearbeitet haben, ist es ein Schock, wenn sie sie plötzlich entlassen werden. Und bei der Suche nach einem neuen Job haben es ältere Arbeitslose besonders schwer. Programme der Arbeitsagenturen helfen aber weiter.
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Wer über 50 und arbeitslos ist, muss einige Dinge beachten. (© Foto: ddp)
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Wer das Kündigungsschreiben erhalten hat, sollte es genau unter die Lupe nehmen, rät Martina Perreng, Expertin für Arbeitsrecht beim Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) in Berlin. "Wenn Arbeitnehmern gekündigt wird, muss der Betriebsrat vorher angehört worden sein." Oft wollen Arbeitgeber älteren Mitarbeitern den schnellen Abschied durch eine Abfindung versüßen. Das sollte aber nicht überstürzt angenommen werden. "Wenn Arbeitgeber eine Abfindung anbieten, liegt das meistens daran, dass eine ordentliche Kündigung nicht möglich ist", erklärt Perreng. "So wird manchmal versucht, vermeintlich weniger leistungsfähige ältere Arbeitnehmer loszuwerden."
Nach der Entlassung steht ein Termin bei der Arbeitsagentur an: "Man muss sich innerhalb einer Woche persönlich arbeitslos melden", erklärt Harald Thomé, Vorstand der Arbeitsloseninitiative Tacheles in Wuppertal. Ältere Arbeitslose haben dabei längere Ansprüche als jüngere: Für Menschen ab 58 Jahren gibt es je nach Dauer der Beschäftigung bis zu 24 Monate Arbeitslosengeld. Bei unter 50-Jährigen sind es nur 12 Monate.
Wer länger als zwei Jahre arbeitslos ist, erhält Arbeitslosengeld II, das sogenannte Hartz IV. Viele Ältere hätten zunächst aber keinen Anspruch auf diese Form der Unterstützung, sagt Thomé. "Oft haben ältere Arbeitslose zuvor ein größeres Vermögen angespart und müssen dieses zunächst aufbrauchen." Das Schonvermögen beträgt 150 Euro je Lebensjahr des Arbeitslosen und seines Ehe- oder Lebenspartners. Bei vor 1948 Geborenen erhöht sich der Betrag auf 520 Euro. Hinzu kommen Freibeträge für minderjährige Kinder und die Altersvorsorge.
Sprung in die Selbständigkeit
"Es kann möglicherweise sinnvoll sein, dass der Arbeitslose das angesparte Kapital in eine Selbstständigkeit investiert", rät Harald Thomé. "Eine weitere Möglichkeit ist, dass man von dem Vermögen ein Haus kauft und bewohnt." Solches selbst genutztes Wohneigentum muss beim Bezug von Hartz IV nicht angetastet werden.
Laut der Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg gab es im September 2009 genau 886.326 Arbeitslose im Alter über 50 Jahre. Das waren 26,5 Prozent aller Erwerbslosen. Im September 2003 lag der Anteil noch bei 24,4 Prozent. Je älter ein Arbeitsloser wird, desto schwieriger werde es, ihn in den Arbeitsmarkt zu vermitteln, sagt BA-Sprecherin Anja Huth. Eines der Instrumente ist dabei der Eingliederungszuschuss. Damit können Arbeitsagenturen einem Arbeitgeber für einen befristeten Zeitraum einen Zuschuss zum Lohn zahlen, wenn er einen Langzeitarbeitslosen beschäftigt.
Perspektive 50 plus
Für die Zielgruppe der älteren Arbeitslosen gibt es in vielen Arbeitsagenturen ein Programm namens "Perspektive 50plus". Nach BA-Angaben wurden in den ersten zwei Jahren von 80.000 älteren Langzeitarbeitslosen 22.500 vermittelt. Harald Thomé rät aber, nicht allein auf Hilfe von außen zu setzen: "Wer sich auf die Arbeitsagentur verlässt, ist verlassen." Denn viele Firmen schrieben Stellen heute gar nicht mehr über die Arbeitsagentur aus.
Zum Weiterlesen: Anke und Karl-Heinz Seyfried: Fünfzig plus und jetzt arbeitslos, Stiftung Warentest, ISBN: 978-3940580023, 9,90 Euro.
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(sueddeutsche.de/dpa/Sebastian Knoppik/holz)
Voreiliges Buch "Der Pott ist dahoam"
Ganz schlau!!!
Mit dieser Argumentation wollen Sie jungen Leute die private Altersvorsorge schmackhaft machen???
Dann lieber die Kohle am Ballermann auf den Putz hauen & im Alter dann "als Bedürftiger" um die Allgemein plärren...
Die Gazprom- Sozis - nichts dazu gelernt!
Sie wollen Ideen?
Senkung des Arbeitslosengeldes und der Renten im Osten auf das Niveau, das seit 1990 eingezahlt wurde!
Rente nach 45 Berufsjahren!
Wer erst mit 30 in die Kassen einzahlt -- muss länger ran!
Gerade im Osten und Kinderlose haben nichts für die EIGENE Vorsorge beigetragen. Sie haben lediglich für ihre Eltern eingezahlt..
& der Osten? War Pleite! Dementsprechend bei "NULL" anfangen. Das war das Ergebnis des Sozialismus in der DDR!!!
auch wenn das "münchner-kindl" einige Symptome richtig beschrieben hat, so ist ist nicht ein einziger Lösungsansatz skizziert worden.
Es ist immer einfacher auf etwas zu schimpfen und die Nachteile reiserisch darzustellen, als eine Lösung vorzutragen.
Unsere Sozialsystem definiert sich grob dadurch, dass nur jemand Hilfe von der Gemeinschaft erhält wenn er bedürftig ist. Er wäre mal interessant wenn jemand auf Grund dieser Basis einen Idee bringen könnte.
vor allem: Wer kauft sich ein Haus, wenn er das dafür nötige Geld auf der hohen Kante hat, mit Ü50??
Trotzdem hat Gas-Gerd ganze Arbeit geleistet!
Die Altersarmut, die durch HartzIV entsteht, werden wir noch alle büßen!
Dass eine linke Zeitung ein Buch in einem Artikel dann auch noch preist, anstatt es mit Argusaugen zu durchleuchten,
zeugt von der Denke der Gaz-Prom & BMW- Berater Dynastie.
Heribert Prantel - einschreiten! Auch wenn seinereiner dem weich gebetteten Weihnachtsgans- Clientel der Juristen angehört. In Arbeit- u. Sozialgerichten wird "Verzicht" gepredigt, den Hartzern gegenüber.
Wie konnte die SZ nur so neoLIBERAL werden, wie der Chef der Innenpolitik??
ich kann in den Inhalten des Artikels nichts "linkes" entdecken. Aber die Ratschläge die hierin erteilt werden sind schon sehr abenteuerlich.
Diese stammen aber eher aus der "neoliberalen" Ecke. Wer kommt schon auf die Idee, dass sich ein Ü50er der gerade eben arbeitslos wurde, mal eben ein Haus kauft... Typisch für die Denke der Neoliberalen. Einfache Arbeiter, so etwas existiert für diese Leute überhaupt nicht.
warum schreibt die SZ nicht davon,
wie schön es ist, wenn das Schonvermögen aufzubrauchen ist?
Wenn die Jahre lang angesparte Lebensversicherung im Voraus ausbezahlt werden muss, meist zu miserablen Konditionen?
Dank Gas- Gerds Hartz Idee werden tausende in die Altersarmut getrieben! Zuvor werden die Menschen noch durch die Sklavenhändler der Zeitarbeitsfirmen richtig mürbe gemacht!
Wer einmal mit über 50 in diesem Strudel drin ist, kommt selten davon heraus. Es steigt die Angst vor der Arbeitsagentur, der Bürger winselt förmlich als Bittsteller vor Ämtern und Gerichten.
Prantels seinesgleichen in Sozial- und Arbeitsgerichten justizieren wie fette Weihnachtsgänse vor dem geschundenen Bürger, der weder für das angesparte "Vermögen" noch sonstiges Hab kämpfen kann, dass ihm der Staat mit HartzIV nimmt. Irgendwann kämpft er nur mehr um den eigenen Stolz und gegen den Wahnsinn der Gas-Gerd Dynastie!