Fast jeder dritte deutsche Arbeitnehmer berichtet von einer miesen Betriebskultur: Mitarbeiter fühlen sich allein gelassen, uninformiert und nicht gefördert.
Der Führungsstil ist laut den Mitarbeitern in vielen Firmen verbesserungswürdig. Dies geht aus einer Studie des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) hervor, die der Süddeutschen Zeitung vorliegt.
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Die Zahl derer steigt, die kein Vertrauen in ihre Chefs haben. Das schadet den Firmen. Was die Beschäftigten am meisten stört: Sie bekommen wenig Wertschätzung von ihren Vorgesetzten und haben kaum Chancen, sich weiterzubilden. Wenn Beschäftigte jedoch sichere und fair bezahlte Arbeitsplätze haben, die Aufstiegschancen und Entfaltungsmöglichkeiten bieten, steigt die Produktivität ihrer Leistung.
Der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften präsentieren an diesem Dienstag erstmals den "DGB-Index Gute Arbeit". Der Index stellt nach einer Repräsentativ-Befragung die Arbeitsqualität aus Sicht der Beschäftigten dar und soll künftig einmal jährlich ermittelt werden. Er fasst wissenschaftlich fundiert Arbeitsbedingungen zusammen, die für die Qualität der Arbeit stehen. Dazu gehören auch der Führungsstil und die Betriebskultur.
Danach arbeiten nur 22 Prozent der Befragten in einer für sie umfassend guten Führungs- und Unternehmenskultur, berichtet Soziologin Tatjana Fuchs, die im Auftrag des DGB beim Internationalen Institut für Empirische Sozialökonomie (Inifes) das Projekt geleitet und die Auswertung vorgenommen hat.
"Das ist ein schlechter Wert, der auf große Defizite bei den Vorgesetzten schließen lässt", sagt Fuchs. Vorgesetzte, die die Arbeit ihrer Mitarbeiter nicht wertschätzen, haben unzufriedene Leute an Bord, lautet ihr Fazit. Wertschätzung durch den Chef, Kollegialität und berufliche Entwicklungsmöglichkeiten charakterisierten eine gute Betriebskultur und förderten damit die Zufriedenheit.
"Eine gute Unternehmenskultur ist ein Garant für eine hohe Verbundenheit mit dem Unternehmen", betont Fuchs. Nur neun Prozent der Beschäftigten, die von einer wirklich guten Betriebskultur berichten, würden den Arbeitgeber wechseln, dagegen erwägen 54 Prozent die Kündigung, wenn sie die Führungskultur als mangelhaft beschreiben. "Der unmittelbare Vorgesetzte hat eine bedeutende Rolle", sagt Fuchs. Er habe es in der Hand, ob seine Mitarbeiter zufrieden zur Arbeit kommen oder frustriert - mit entsprechenden Auswirkungen auf die Leistungsbereitschaft seiner Abteilung.
Schlechte Arbeitsbedingungen erhöhten die Fluktuation und den Krankenstand und verursachten dadurch erhebliche finanzielle Schäden in den Betrieben. Schlechter Führungsstil, mangelnder Informationsfluss und eine Arbeit ohne die Chance, sich zu entwickeln, erhöhe das Risiko von Frustrationsgefühlen erheblich, erklärt die Soziologin. Dies führe langfristig zu gesundheitlichen Schäden bis hin zur Berufsunfähigkeit und sei damit auch volkswirtschaftlich nicht vertretbar.
Ersetzbarkeit statt Qualifizierung
Es sei auffällig, dass schlechte Betriebskultur häufig mit hoher körperlicher Belastung und niedrigem Einkommen der Beschäftigten zusammenfalle, betont Fuchs. So geben 38 Prozent der Befragten an, die von einer schlechten Betriebskultur berichten, weniger als 1500 Euro brutto im Monat zu verdienen. Das Einkommen sei ein aus arbeitswissenschaftlicher Sicht bedeutender Faktor. "Der Lohn vermittelt Sicherheit und Anerkennung", so Fuchs.
Umgekehrt seien mit einem niedrigen Einkommen Existenzängste und Anerkennungsdefizite eng verbunden. "Man kann mit einem zu niedrigen Gehalt seine Mitarbeiter dauerhaft frustrieren", sagt sie. Zeitarbeitnehmer seien davon am stärksten betroffen, beobachtet die Soziologin. Drei Viertel der Befragten, die weniger als 1500 Euro verdienen, seien Leiharbeiter. "Bei ihnen kommen viele Frustrationsfaktoren zusammen: befristete Arbeit, schlechte Führungskultur, mangelnde Integration in den Betrieb, schwere und einseitige Arbeit", berichtet Fuchs.
Die Soziologin hat auch einen auffälligen Zusammenhang ausgemacht: Je weniger Wert ein Unternehmen auf die Weiterbildung seiner Mitarbeiter legt, desto höher ist der Anteil an Aushilfen und Leiharbeitern. "Man setzt auf Ersetzbarkeit, statt auf Qualifizierung", so Fuchs. Dies jedoch sei ein verheerender Trend: Er führe zur Innovations-Faulheit in den Firmen und befördere die deutschen Unternehmen am Weltmarkt ins Abseits. Firmen sollten daher auch in ihrem eigenen Interesse auf eine gute Betriebskultur achten.
(SZ vom 11.9.2007)
Abholzungen im Amazonas-Gebiet
...ich kann dies Gesülze vom "Klage auf hohem Niveau" echt nicht mehr hören!
Da gibt einer eine Floskel aus, und alle plappern's nach.
Denkt euch doch mal was Neues aus, statt:
"Klage auf hohem Niveau"
"...in Lohn und Brot stehen"
"....in Arbeit bringen" (eine Arbeit verschaffen!!! ODER:jmdn. ZUR Arbeit bringen, ob mit Auto oder zu Fuß sei dahingestellt)
Außerdem: Was gesagt (beklagt) werden muß, muß nunmal gesagt (beklagt) werden!
- Ende der Durchsage -
Fragen Sie sich doch einmal warum wir Fachkräfte aus anderen Länder importieren müssen!
Schauen Sie sich den Beitrag der SZ "Linker Lehrer darf unterrichten" an und bringen Sie ihn in Verbindung mit dem Artikel : "Ein wahrer Glücksgriff"!
"Glück" als Schulfach da braucht man nicht mehr Rechnen und Schreiben können!
Wie will man so eine Leistungsgesllschaft begründen?
Nicht immer auf die Chefs einprügeln, auch die Mitarbeiter sind nicht immer das, was sie früher einmal waren!
"Armes Deutschland - unfähige Chefs & demotivierte Mitarbeiter. Es stellt sich die Frage, wieso nicht all diese Leistungsträger, die von ihren Chefs schikaniert und gemobbt werden, einfach selber Chef werden und alles besser machen."
früher oder später ist der mitarbeiter den chef los, weil es genau so passiert, dass die leute kündigen, sobald sie eine neue perspektive sehen, sei es selbständig oder in einem neuen job. keiner bleibt freiwillig und solche chefs haben halt dann betriebe mit der bekannten hohen fluktuation. jeder arbeitet dort und wartet auf seine chance, dass er abzischen kann. nur der, der aufgrund persönlicher umstände, regionaler lage etc. keine chancen sieht, was anderes zu finden, bleibt und macht dienst nach vorschrift.
"Können diese "Arbeitssklaven", wenn Sie nur glücklich wären, besser, schneller, effizienter und reibungsloser arbeiten ? Würden aus Ihnen, wenn man Ihnen Puderzucker in den Hintern bläst, lauter High Potentials ?"
haben sie schon mal darüber nachgedacht, was passiert, wenn ein chef seine mitarbeiter unsachlich cholerisch anbrüllt, stets mies zur schnecke macht? meinen sie, die gehen an ihren arbeitsplatz zurück und sind voll konzentriert bei der sache, arbeiten nun im rekordtemp? nein, sie regen sich auf, oder sind unkonzentriert, oder machen noch mehr fehler, oder boykottieren innerlich, oder oder. nur - die konzentration und die arbeitsmotivation schwinden, die solidarität sinkt, und auch die arbeitsleistung wird qualitativ dadurch nicht besser. nur sachgerecht vorgebrachte kritik ist in ordnung - und dagegen wird sich keiner wehren, wenn es die tonalität und die intention in ordnung sind.
"high potentials" können garnix , wenn sie kein ordentliches team haben, das richtig zusammenspielt. z.b. ein basti schweinsteiger kann noch so gut sein, ohne seine zuspieler, ohne den torwart, ohne die abwehr, ohne mittelfeld und ohne die richtige gesamtstimmung in der mannschaft kann er der weltbeste fußballspieler sein, und wird kläglich eingehen.
unternehmen sind wie mannschaften, die einen vernünftigen trainer brauchen, die die einzelnen talente zu einer mannschaft formt, die gerne und gut zusammenspielt.
zucker braucht keiner in den arsch - sondern nur eine unter erwachsene sinnvolle und angemessene art des umgangs, die das zusammenspiel aller positiv gestaltet.
Die finanzorientierte Unternehmensführung wurde aus den USA kritiklos und im Herdentrieb vom Einheitsbrei der deutschen Management-Mitläufern übernommen. In ihr sind Mitarbeiter eine Handelsware, so wie alles. Dieses System passt in das flexible US Wirtschaftssystem und in den vile flexibleren dortigen Arbeitsmarkt. Es verträgt sich mit dem kalvenistischen und puritanischen Kulturhintergrund der USA.
Deutschland hat aufgrund seines Ausbildungs-, Zeugnis- und Zertifizierungswahsinns aber gerade z.B. keinen flexiblen Arbeitsmarkt. Hier passt diese "Durch-Ökonomiserung" des Menschen - seine Betrachtung als Handelsware - nicht in die jahrhundertealte christlich-abendländische Kultur.
In der haben Unternehmen auch andere Aufgaben als nur Profit für anonyme Aktionäre zu ziehen. Ein Handwerksmeister oder ein Unternehmen im Familienbesitz sieht nicht die jeweils kurzfristig erreichbare Profitmaximierung als alleiniges Ziel, sondern verfolgt auch Werte wie Nachhaltigkeit, Familienerbe und - ganz wichtig - auch fachliche und sachliche Ziele, auch persönliche Interessen. Und es hat auch die Interessen seiner Miatrbeiter soweit vereinbar im Auge.
Bei dem hier zitierten Finanzkapitalismus spielt Fach- und Sacharbeit absolut keine Rolle. Dem Kommentator hfueller wird es egal sein ob er seinen Profit an der Börse klaut, durch Betrug erwirkt, durch den Verkauf von Gummibärchen oder durch den Verkauf von Coca Cola, Windeln oder eines Transrapids erzielt - Geld ist Geld.
Die Mehrzahl der Menschen in Deutschland aber ist fach- und sachorientiert und findet ihre Befriedigung in der Fach- und Sacharbeit. Und genau die aber wird schon lange nicht mehr in den Unternehmen anerkannt.
In den Unternehmen wird ausschließlich ein charkterloser Einheitsbrei von aalglatten, jungendliche Rüppeln, Selbstdarstellern, Blendern, Heuchlern und Blöffern gefördert - genannt "High Potentials" - die ihren Fokus egoistisch genau auf diese Eigenschaften ihrer eigenen Karriere wegen richten und daher hochgradig fach- und sachinkompetent sind. So hat man die mittlerweile typische deutsche Situation, dass an der Spitze von Technologuieunternehmen BWL'er und Juristen hocken und die Belegschaften demotivieren.
Für mich ist ein "High Potential" der beste Fach- und Sacharbeiter. Und gerade nicht, was man als "Kommunikator" bezeichnet und auch noch heuchlerisch damit ganz anderes meint als der Begriff bedeutet.
Nein, ich will keinen 'Puderzucker in den Hintern geblasen bekommen'
Ich will *fair* behandelt werden.
Ich schildere Ihnen mal, was mir in einem Unternehmen passiert ist: Mein erster Vorgesetzter dort war ein sehr guter Chef. Kein Weichei, sondern eine natürliche Autorität. Für diesen Menschen hat man gern gearbeitet. Wenn man etwas gut gemacht hat, hat er einem ehrliche Anerkennung gezollt, wenn man Mist gebaut hat, wurde man streng gefragt 'Das war Müll, wie Sie sicher selbst wissen. Gut, was haben Sie daraus gelernt und was tun Sie, daß es nicht wieder vorkommt?'
Als der dann in Pension gegangen ist, hat sich ein 35-jähriges mit Ellenbogen auf diesen Posten durchgeboxt. Und danach ging die Hölle los. Der Höhepunkt war, als dieser Mensch wegen einer Lappalie hochrot ins Büro gestürmt kam, und mir Worte an den Kopf geworfen hat, die man so bestimmt nicht in der Managerschule lernt.
Das Ende vom Lied: Ich habe mir so schnell wie möglich einen neuen Job gesucht. Und der Tenor unter den Kollegen bei meinem Abschied war 'Achja, es sind immer die Guten, die zuerst gehen...'
Ich bin übrigens Physiker mit sehr starken IT-Kenntnissen. Ich kann mich also durchaus als 'High-Potential' bezeichnen. Und ich habe inzwischen genug Kapital, um das Projekt 'Selbstständigkeit' anzugehen. Dieser Choleriker hat durchaus seinen Beitrag zu dieser Entscheidung geleistet.
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