Er ist immer beschäftig, nie da, wenn man ihn braucht und ständig gestress: Aber was der Chef den ganzen Tag lang wirklich macht, darüber können die meisten Angestellten nur spekulieren. Eine US-Studie liefert jetzt ungeahnte Einblicke.
Er sitzt im Einzelbüro und macht die Tür hinter sich zu. Er verschwindet in Meetings und sitzt stundenlang bei Geschäftsessen. Der Chef scheint ständig beschäftigt zu sein - aber was macht er den lieben langen Tag über eigentlich wirklich? Bislang konnten Angestellte darüber nur spekulieren.
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Immer unter Strom: Was macht der Chef eigentlich den ganzen Tag? (© dpa)
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Jetzt hat ein Team von Wissenschaftlern der Harvard Business School den Tagesablauf von 94 italienischen Führungskräften untersucht. Befragt wurden dafür deren Assistenten. Auch wenn kritisiert werden kann, dass nur italienische Chefs untersucht wurden und deren Assistenten vielleicht nicht immer die neutralste Informationsquelle sind - Wirtschaftswissenschaftlerin Raffaella Sadun hat den Anspruch, Angestellten endlich Einblick zu gewähren in Arbeitsalltag ihrer Vorgesetzten.
Welche spektakulären Enthüllungen die Studie verbreitet? Der durchschnittliche italienische Chef arbeitet laut Studie 48 Stunden in der Woche und verbringt 60 Prozent seiner Zeit in Meetings. Die fleißigeren unter ihnen legen nochmal bis zu 20 Arbeitsstunden extra obendrauf - aus gutem Grund: Je länger ein CEO arbeitet, desto besser steht das Unternehmen da, besagt die Harvard-Studie.
Ebenfalls auffällig: Die Chefs, die länger arbeiten, verbringen mehr Zeit in Meetings mit Kollegen und Angestellten und weniger Zeit in Treffen mit externen Partnern und potentiellen Kunden. Laut Studie ein Zeichen dafür, dass das Unternehmen profitabler arbeitet, je mehr Zeit Führungskräfte in internen Besprechungen verbringen. Treffen mit externen Partnern dagegen brächten dagegen vielleicht dem CEO persönlich etwas, hätten aber kaum positiven Folgen für das Unternehmen.
Überhaupt, das Unternehmen: Um über Strategien für die Zukunft nachzudenken, bleibt den Führungskräften anscheinend nur wenig Zeit. Rajesh Chandy, Professor an der London Business School, wertete in einem Experiment aus, wie oft CEOs in ihren Reden die Wörter "werden" und "solten" verwenden, um damit auf eine längerfristige Strategie hinzuweisen. Ernüchterndes Ergebnis: nur drei bis vier Prozent des Arbeitstages machen sich die Bosse Gedanken über die Zukunft.
Das könnte auch damit zusammenhängen, dass Führungskräfte nur einen Bruchteil ihrer Zeit alleine und konzentriert arbeiten können - den Rest der Zeit verbringen sie in Meetings und Besprechungen. So wenig spektakulär diese Studienergebnisse auch sein mögen - den Arbeitsalltag als Chef entmystifizieren sei allemal.
(sueddeutsche.de/holz/joku)
Moderne Verwaltung
die kürzlich Insolvenzantrag stellen mussten.
Auch die Schlussfolgerung, dass weniger Kontakte nach außen und mehr Schmoren im eigenen Saft zu höherer Profitabilität führt, ist lachhaft. Woher sollen denn dann die Aufträge kommen?
Oben steht "Arbeitsalltag von Führungskräften" "Was der Chef den ganzen Tag treibt".
Irgendwo im Artikel steht dann, dass es um CEOs geht. Aber nicht nur CEOS sind Führungskräfte...
Als Big Boss arbeite ich derzeit wiefolgt:
Montag: So ab Nachmittags um 2 im Büro. Komm mir ja nicht mit einer Sitzung am Montag und schon gar nicht mit einem Telefonanruf. Die Post lesen, fragen ob alles ok ist, dann bin ich spätestens um 4 wieder weg.
Dienstag: Ab 0500 im Büro. Kann was arbeiten, bis der Klüngel kommt. So bis 0900. Dann meist ein paar Gespräche innerhalb der Geschäftsführung, Kundenmittagessen und dann geht's nach Hause. Oder auf den Flughafen zwecks auswärtiger Termine.
Mittwoch: Wenn nicht auswärtig, dann ab 0500 im Büro und am Arbeiten. Am Abend meist lange im Büro oder in einer der Versuchswerkstätten, so bis Mitternacht.
Donnerstag: Wenn nicht auswärtig, ab 1000 im Büro, dann Projektsitzungen inkl. Geschäftsführung.
Freitag: Frei, hey klar, Wochenende, nach einer harten Woche!
Aber mein Job ist ja nicht produktiv zu sein, sondern Themen zu analysieren & Entscheide zu fällen, das Netzwerk am Leben zu erhalten, die Entwicklungen des Marktes & des Umfeldes im Auge zu behalten und zu agieren, denn wer reagieren muss, hat in einer GL seinen Job nicht richtig gemacht!
Ein CEO mit vielen Überstunden scheint mir doch eher ein Symptom eines florierenden Unternehmens zu sein, und nicht zwangsläufig die maßgebliche Ursache, also liebe Chefs.. lasst es ruhig angehen, solange der Betrieb es zulässt, kein Stress ! ;-)
Die selbsernannten Leistungsträger verbringen also die meiste Zeit in Meetings. Es werden die von der Assistentin erarbeiteten PowerPoints vorgetragen, man nippt am Wasser und verspeist die von der Assistentin vorbereiteten Häppchen.
Das Ganze dient dann nicht dem Unternehmen, sondern der eigenen Geltungssucht, während man dem Fußvolk etwas von einem 16-Stunden-Tag vorjammert (während sich zuhause Putzfrau, Gärtner und Haushälterin um den Alltag kümmern).
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