Was macht die Krise mit Arbeitnehmern: Solidarisieren wir uns oder schützen wir uns ohne Rücksicht auf Verluste? Ein Soziologe und ein Psychologe analysieren unsere Angst.
Deutschland und Europa haben ein Problem, ein riesengroßes sogar. Die Medien überbieten sich mit Superlativen, um die aussichtslose Lage zu beschreiben: die schlimmste Wirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg, der stärkste Konjunktureinbruch, das verhängnisvollste Versagen des Kapitalismus, das größte Konjunkturpaket. Dazu Nachrichten über Entlassungen, Kurzarbeit und steigende Staatsverschuldung.
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Führt die Krise zu mehr Solidarität? Die Hälfte aller Deutschen glaubt, dass sich die Ellenbogenmentalität in ihrem Unternehmen verstärken wird. (© Foto: dpa)
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Kein Tag vergeht ohne neue Schreckensmeldung, es schlägt die Stunde der Apokalyptiker. Wer da nicht um seinen Job fürchtet, um seine Lebensversicherung, seine Aktien und die Altersvorsorge, der ist entweder im Oktober in einen tiefen Winterschlaf gefallen oder besitzt die Gabe der vollständigen Verdrängung. Oder?
Augen zu und durch
"Noch herrscht in Deutschland die Grundhaltung vor: 'Es wird schon nicht so schlimm kommen'", sagt der Arbeits- und Wirtschaftssoziologe Klaus Dörre von der Friedrich-Schiller-Universität Jena. "Wer nicht als Leiharbeiter oder in der Automobilbranche arbeitet und deshalb noch nicht direkt betroffen ist, behilft sich mit Zweckoptimismus."
Augen zu und durch, wir werden das schon überleben - so lautet die Devise. Sind die Schreckensnachrichten also nur Panikmache und dienen der Umsatzsteigerung der Ratgeberliteratur? "Die zehn Gebote der Jobsicherung", "Fest im Sattel. Insider-Strategien zur Jobsicherung" oder "Unkündbar! Wie Sie sich für Ihren Chef unentbehrlich machen" lauten die Titel, die Buchhändler gerade ansprechend im Schaufenster präsentieren.
Am eigenen Image arbeiten
Doch selbst wer nicht den Jobverlust und finanzielle Einbußen fürchtet, hat Angst vor anderen Auswirkungen: Verändert sich unser Miteinander? Einer aktuellen Umfrage zufolge glauben über die Hälfte aller deutschen Arbeitnehmer, dass sich angesichts der Wirtschaftskrise die Ellenbogenmentalität in ihrem Unternehmen verstärken wird. Nur 15 Prozent sind der Ansicht, dass die Rezession sie und ihre Kollegen enger zusammenschweißt.
"Diese Angst ist eine naheliegende Reaktion", bestätigt der Arbeits- und Organisationspsychologe Michael Frese von der Universität Gießen. "Und tatsächlich achtet in Krisenzeiten jeder darauf, wo er bleibt - in der Regel aber nicht auf Kosten anderer."
Statt gezielt und egoistisch den Kollegen ins Abseits zu stellen und ein mieses Sozialverhalten zu zeigen, bediene man sich anderer, rationaler Strategien: auf seine Außenwirkung achten, am eigenen Image arbeiten, vor allem Präsenz zeigen. "Die Leute sind in der Rezession weniger krank - aus Furcht, ihren Job zu verlieren", sagt Frese.
Auf der nächsten Seite: Warum es den Menschen in Krisenzeiten auch gesundheitlich schlechter geht und welche drei Handlungsalternativen ihnen offenstehen.
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Venizelos kritisiert IWF-Chefin
Hach, alle diese angeblich neuen und scheinbar aus dem Nichts aufgetretenen Probleme haben Leseratten schon in den fünfziger und siebzigern des letzten Jahrhunderts bei den Futurologen gelesen. Massenarbeitslosigkeit durch Automatisierung? Stockender Absatz durch unbegrenzt wachsenden Markt (heute sagt man Globalisierung)? Soziale Verwerfungen durch Überalterung und Geburtenschwund? Massenverarmung bei inflationärem Einkommen der Millionäre? Preisverfall durch billig importierte Imitate aus rückständigen Regionen? Tjaja, das ist und war niemals neu. Das sind und waren in unzähligen Gesellschaften die Symptome einer hemmungslosen Wirtschaft und einer unfähigen Regierung. Und wie die Geschichte lehrt können Wirtschaft und Regierung freiwillig zur Vernunft kommen und sich umgestalten. Oder sie werden vom Volk massakriert und ausgewechselt, auf das die Nachfolger vernünftig sind und die Gesellschaft umgestalten.
Bekanntlich wiederholt sich Geschichte nicht - aber sie reimt sich! Und deshalb müssen die Zukunftsforscher nur die Probleme Roms, die Probleme vor der französischen Revolution, die Probleme vor dem schlesischen Weberaufstand, und heute wohl die Probleme vor dem Zusammenbruch des Monopolkapitalismus leninistisch-stalinistischer Prägung betrachten und mit heutigen technischen Möglichkeiten aufzeichnen.
Also: Probleme und Lösungen sind seit Jahrzehnten bekannt. Nur die Funktionäre streuben sich noch. Die einzige Frage ist also: tauschen wir die Ignoranten blutig aus oder zivilisiert? Wobei die Antwort deutlich vom Verhalten der Ignoranten in den nächsten 5 Jahren abhängt.
Warum sollte noch Jemand Angst um seinen Arbeitsplatz haben müssen?
Dafür gibt es doch bald das bedingungslose Grundeinkommen!
Öffentliche Petition an den Deutschen Bundestag
"Reformvorschläge in der Sozialversicherung - Bedingungsloses Grundeinkommen"
https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=1422
Diese Petition steht im Internet (noch bis zum 10.02.2009) und kann nach einer Registrierung von Jedem mitgezeichnet werden.
Ein Forum zur Diskussion ist auch vorhanden.
Man sollte sich beeilen, um noch zu den ersten 7.000 Unterzeichnern zu gehören...
Da muss ich leider widersprechen. Ob Strom und Telefonkosten übernommen werden wird von Komune zu Komune unterschiedlich gehandhabt. Sofern diese einen gewissen Betrag nicht überschreiten werden diesse genauso übernommen wie Heizung und Warmwasser.
sie kleiner Dummhetzer !!!!
Von den 347,- Lebenshaltungskosten eines Hart IV Empfängers müssen Strom , Telefonkosten, sowie private Versicherungen selbst bezahlt werden.
Als überzeugter Hartz IV Empfänger habe ich vor der Krise keine Angst. Wenn ich doch mal knapp bei Kasse bin greif ich mir ein bißchen Kohle bei 9Live ab. Die Telefonkosten übernimmt sowieso die ARGE.
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