Von Nicola Holzapfel

Der Weg zum Gastarbeiter: Wie man an einen Job im Ausland kommt.

Die Jobsuche ist kein Problem. Viele Jobbörsen im Netz zeigen auch Stellen im Ausland an. Wer schon weiß, in welches Land es gehen soll, informiert sich in den Stellenmärkten der lokalen Zeitungen. Und bei der Online-Jobbörse von Eures, einem Angebot der Europäischen Kommission, stehen derzeit mehr als 8000 offene Stellen. Die meisten Jobs gibt es hier für IT-Fachkräfte, in der Gastronomie und im Tourismus.

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Eures (European Employment Services) ist das Netzwerk der europäischen Arbeitsverwaltungen. 500 Eures-Berater in Europa helfen Bewerbern bei der grenzenlosen Jobsuche. "Es ist verdammt schwer, einen Job im Ausland zu bekommen", sagt Eicke Lenz, Eures-Berater beim Münchner Arbeitsamt. "Stellen werden fast immer lokal ausgeschrieben. Chancen hat nur, wer besser ist als die Konkurrenz vor Ort. Und man muss die Sprache so gut beherrschen, dass man die Tätigkeit ausüben kann."

Er gibt Tipps für die Jobsuche, weiß Bescheid über sozialversicherungsrechtliche Fragen und berät über die Rechte der Gastarbeiter. Eine Job-Vermittlung leisten die Eures-Berater jedoch nicht.

Infos per Hotline

Anders bei der Zentralstelle für Arbeitsvermittlung (ZAV) der Bundesanstalt für Arbeit: Sie bietet für verschiedene Berufsgruppen Austauschprogramme an. Über die ZAV gehen beispielsweise Lehrer in die USA, Mediziner nach England und Krankenschwestern nach Norwegen.

Im vergangenen Jahr sind die Vermittlungsquoten um neun Prozent nach oben gegangen. Aufgrund der hohen Nachfrage von Mobilitätswilligen hat die ZAV nun eine Hotline (0180-5222023) eingerichtet.

Im Ausland suchen

Wer schon weiß, wohin es gehen soll, kann jederzeit seine Koffer packen und vor Ort nach einem Job suchen. Innerhalb der EU brauchen deutsche Auswanderer frühestens nach drei Monaten eine Aufenthaltserlaubnis.

Auch Arbeitslose können nach Rücksprache mit ihrem Arbeitsvermittler für die Jobsuche in ein anderes EU-Land ziehen - das Arbeitslosengeld wird solange weiterbezahlt.

"Es gibt keine Patentrezepte für die Jobsuche im Ausland", sagt Eures-Berater Lenz. Mancher, der den Weg zu ihm findet, sucht nur einen Ausweg. "Zu sagen 'Wenn ich hier nichts finde, im Ausland warten sie auf mich' ist sicherlich der falsche Weg", sagt Eures-Berater Lenz. Jeder müsse sich vorher gut überlegen: "Will ich tatsächlich ins Ausland gehen?"

Und eines müssten Ausreisewillige bedenken: In Deutschland liegen die Gehälter vergleichsweise hoch. "In Spanien oder Italien gibt es in vielen Jobs nur die Hälfte".

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