Arbeitsrechtler haben derzeit Hochkonjunktur: Unternehmen wollen wissen, wie sie in der Krise ihre Mitarbeiter loswerden. Arbeitnehmer dagegen fragen, wie sie sich genau davor schützen können.
Arbeitsrechtler haben derzeit Hochkonjunktur. "Arbeitgeber wollen wissen, wie sie die Personalkosten in den Griff bekommen, ohne mit dem Arbeitsrecht anzuecken. Das betrifft das ganze Instrumentarium, angefangen bei Kurzarbeit bis zur Kündigung", sagt Dirk Schreiner, Rechtsanwalt für Arbeitsrecht der Kanzlei Dr. Schreiner und Partner, die ausschließlich Arbeitgeber berät. "Wir haben rund 30 Prozent mehr Arbeit als vor einem Jahr."
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Entlassen: Viele Arbeitnehmer lassen sich von Anwälten helfen, wenn sie die Kündigung erhalten. (© Foto: ap)
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Auch viele Arbeitnehmer lassen sich von Anwälten helfen, wenn sie die Kündigung erhalten. Deshalb kommen auch auf die Arbeitsgerichte harte Zeiten zu. "Wir erwarten eine Klagewelle", sagt Joachim Vetter, der Vorsitzende des Bundes der Richterinnen und Richter der Arbeitsgerichtsbarkeit. Immer mehr Arbeitnehmer, denen wegen schlechter Auftragslage gekündigt werde, versuchten, sich gerichtlich gegen die Kündigung zu wehren, berichtet Vetter. Im Dezember habe es schon eine deutliche Steigerung der Klagen gegeben. Der Trend habe sich im Januar fortgesetzt.
Überlastete Arbeitsgerichte
"In den Verfahren wird härter gefochten als sonst", beobachtet Vetter außerdem. Arbeitnehmer ließen sich in der Rezession nicht so schnell auf eine Abfindung ein wie im Aufschwung, weil die Chancen, einen neuen Job zu finden, schlecht seien. Deshalb sei es schwierig, einen Vergleich zu finden. Die Verfahren dauerten daher in der Krise länger. Einige Arbeitsgerichte, vor allem in Westdeutschland, seien bereits überlastet.
Personalberater profitieren von der Wirtschaftskrise. "Seit ungefähr drei Monaten stellen wir in bestimmten Beratungsbereichen eine deutliche Steigerung an Anfragen und Aufträgen fest", berichtet Eberhard von Rundstedt, Vorsitzender der Geschäftsführung der Beratungsgesellschaft von Rundstedt.
Entlassungen sozialverträglich gestalten
Das Unternehmen hilft Firmen bei der Entlassung von Mitarbeitern und bei der Gründung von Transfergesellschaften. Transfergesellschaften sollen Mitarbeiter einer Firma, die von Arbeitslosigkeit bedroht sind, in neue Jobs vermitteln. Die in die Transfergesellschaft eingetretenen Mitarbeiter erhalten Kurzarbeitergeld von der Bundesagentur für Arbeit. Es beträgt bei Arbeitnehmern mit Kindern 67Prozent des letzten Nettoeinkommens, sonst 60 Prozent.
"In der derzeitigen Wirtschaftskrise beauftragen uns immer mehr Arbeitgeber mit der Gründung von Transfergesellschaften, um den Stellenabbau so sozialverträglich wie möglich zu machen", sagt Jens-Peter Paulsen, Geschäftsführer von m.o.v.e. hr. Seit mehr als 13 Jahren unterstützt er Unternehmen wie den Chemiekonzern Dupont, die Dresdner Bank oder den Ölkonzern BP bundesweit dabei, Entlassungen sozialverträglich zu gestalten. "Im vergangenen Jahr haben wir allein in den zwei Wochen vor Weihnachten so viele Aufträge bekommen wie sonst im ganzen Jahr nicht", sagt Paulsen.
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(SZ vom 3.2.2009/bön)
Aufstände in Syrien
Er sagt wenigstens offen wie's geht. Wenn leichter gefeuert werden koennte, wuerde auch leichter wieder eingestellt, aber das wollen die linken Ideologen ja nicht verstehen und so geht's Richtung Abgrund, aber das sozialvertraeglich. Armes Deutschland, so wird das nix.
@ Kleiner Fisch: "Wie wär's mit weniger "Dienst nach Vorschrift"? "
Sie sind wohl ein Revoluzzer? Gerade Vorschriften müssen doch genauestens eingehalten werden, wir leben doch schließlich in Deutschland, gelle? ;o)
Hire & Fire... die Politik arbeitet doch schon dran. Und Westerwelle mit seiner FDP gewinnt ja auch immer mehr an Einfluss. Nur noch etwas Geduld, liebe Arbeitgeber!
Verschiebebahnhöfe der Arbeitslosenstatistik (schaut her wir haben die Arbeitslosigkeit weiter gesenkt oder schaut her trotz schlechter Lage steigen die Arbeitslosenzahlen nur moderat) und Stützen des Trends zu prekären Arbeitsverhältnissen. Jeder potentielle künftige Arbeitgeber der ordentlich zahlen könnte weiß was eine Transfergesellschaft ist und stellt diese Leute nicht ein oder nur weit unter vorherigem Gehalt.
Die Abwärtsspirale der Löhne setzt sich fort.
Und übrigens, nicht umsonst braucht der Minister für Arbeit 120 Milliarden Euro jährlich, um diesen Unfug der Firmenentlassungen zu finanzieren.
Wie wär's mit weniger "Dienst nach Vorschrift"?