Wehrpflicht und Zivildienst könnten schon bald Geschichte sein. Nach den Vorstellungen der CDU sollen junge Menschen trotzdem zu einem Dienst für die Gemeinschaft verpflichtet werden - auch Frauen.
Die Diskussionen um die Zukunft der Wehrpflicht gehen in die nächste Runde. Während Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) weiterhin für einen freiwilligen Zivildienst plädiert, mehren sich in der CDU die Forderungen nach einem neuen Pflichtdienst für junge Menschen, falls Wehrpflicht und Zivildienst ausgesetzt werden. Dann müsste nach dem Ende der Schulzeit jeder ran - auch die bisher ausgenommenen jungen Frauen.
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Anstatt Wehrpflicht und Zivildienst: Die CDU plädiert für einen Pflichtdienst für alle jungen Menschen. (© dpa)
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Der saarländische Ministerpräsident Peter Müller sprach sich in der Rheinischen Post für einen sozialen Pflichtdienst für junge Männer und Frauen gleichermaßen aus. Er frage sich, welche "Verantwortung des Bürgers für sein Gemeinwesen wir gesetzlich etablieren sollten".
Dabei sollte die Einführung eines sozialen Pflichtdienstes ernsthaft überlegt werden. "Ist es nicht legitim, zu verlangen, dass sich junge Menschen auch für das Gemeinwesen für eine begrenzten Zeitraum zur Verfügung stellen?", sagte der CDU-Politiker der Zeitung.
Der aus dem Amt scheidende hessische Ministerpräsident Roland Koch schlug die Einführung einer allgemeinen Dienstpflicht für junge Männer vor. "Die Gesellschaft wird ärmer, wenn junge Menschen vor jeder Art von Herausforderungen, etwas für die Gesellschaft zu tun, verschont bleiben", sagte der CDU-Politiker der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Mit dem in der Koalition erwogenen Aussetzen der Wehrpflicht würde auch die Einsatzgrundlage für die derzeit rund 90.000 Zivildienstleistenden pro Jahr entfallen.
Der allgemeine Pflichtidienst würde eine grundsätzliche Wahl zwischen Bundeswehr oder Sozialbereich ermöglichen.
Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) schlägt einen bundesweiten Zivildienst von etwa 35.000 Freiwilligen pro Jahr mit staatlicher Förderung vor. Der Dienst soll in der Regel ein Jahr dauern, mindestens aber sechs Monate. Er soll für Frauen und Männer ab 16 offenstehen, und könnte somit auch von Älteren abgeleistet werden.
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(sueddeutsche.de/AFP/hol)
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Die CDU Abgeordneten sollten zuerst einmal ihre eigenen Kinder ein Pflichtjahr absolvieren lassen!St. Florian wie immer!
Gerade bei Roland "kurze Schule und schnell studieren" Koch zeigt dieses leichtfertige Inkaufnehmen eines späteren Starts ins Berufsleben, woher seine Motivation zur Kürzung von Schule und Studium wirklich kam: nur vom Willen Geld zu sparen. Hätte er ernsthaft das Alter der Berufsanfänger im Auge gehabt, hätte er sich heute entrüstet gegen diese Idee stellen müssen.
Damit ist bewiesen, dass dieser Herr in der Vorspiegelung einer falschen Motivation ein weiteres Mal faustdick gelogen hat. Wird Zeit, dass er geht.
dass es generelles Pflichtjahr für die Gesellschaft eingeführt wird.
Mir jedoch fehlt noch eine Ausnahmeregelung.
Es ist nicht selten, dass Schüler bereits ihre Eltern pflegen oder eigene Kinder haben.
Damit wäre meinem Verständnis nach, aber bereits der Dienst an der Gesellschaft abgegolten.
Vielleicht würde dies auch mehr den Blick darauf fokussieren, dass man die Gesellschaft nutzt und dieses eben auch zurück geben muss.
Eine reine monetäre Rückgabe ist für die Entwicklung eines inneren Gemeinschaftsgefühls nicht ausreichend.
Gesellschaftliche Verantwortung zeigt sich eben nicht in verpflichteter Arbeit. Verantwortung kann sich nur in Freiheit zeigen und Freiheit nur durch Verantwortung bestehen. Ein soziales Pflichtjahr hat also rein garnichts mit dem Zeigen und der Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung zu tun. Durch die Pflicht entsteht nur eine Forderungshaltung gegenüber dem Staat: "ich habe mein Erwachsenenleben mit einem Jahr Grützenarbeit für Dich begonnen, nun zahl Du mal schön für mich oder schau wenigstens weg, wenn ich meine Steuern hinterziehe" Und ganz ehrlich: vorwerfen könnte man das den Dienstverpflichteten nicht so richtig. Bei einem freiwilligen Dienstjahr bestünde diese Gefahr hingegen nicht.
Zur Frage, ob ein soziales Pflichtjahr legitim (technisch: verfassungskonform) ist, äußere ich mich mal nicht, die Antwort ist eh klar. Es wäre auf jeden Fall äußerst bescheuert. Wohin es führt, wenn man den Leuten einen Beruf zuweist, hat die DDR gezeigt. Ein soziales Pflichtjahr wäre zwar "nur" ein Jahr, aber damit immerhin rund ein Vierzigstel des Schades der Arbeitsmarktpolitik des Arbeiter- und Bauernstaates, der im einundvierzigsten Jahr seiner Existenz aus völlig unerklärlichen Gründen verschied.
Man lasse sich das mal auf der Zunge zergehen: da macht man Klimmzüge, um die Leute durch Reduktion der Gymnasialzeit ein Jahr früher auf den Arbeitsmarkt zu bringen und dann sollen sie nicht studieren, sondern erstmal mit Debilen Mensch-Ärgere-Dich-Nicht spielen und so jenen, die das gerne machen würden noch die Jobs wegnehmen. Nein danke, bei solchen Ideen müssten eigentlich Gewerkschaften, Arbeitgeber (gerade auch jene in der CDU) und Liberale gleichermaßen einschreiten, um zu verhindern, dass ein weiteres Mal ein Saarländer sich an die Umsetzung solcher Ideen macht.
Paging