Alles dreht sich: Ein Seminar zeigt, wie man mit der Angst vor dem Jobverlust umgeht und destruktive Einstellungen umdeutet.
Edvard Munchs Gemälde "Der Schrei" zeigt einen Menschen im Klammergriff seiner Angst. Alles um ihn herum ist grauschwarz - bis auf den orangefarbenen Himmel. Das Leuchten könnte etwas Positives verheißen, doch der Mann hat keinen Blick dafür. So wie Munchs Bild unterschiedliche Interpretationen zulässt, hängt auch die Fortentwicklung kritischer Situationen im Leben oft davon ab, wie man sie bewertet.
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Wer mit einer Kündigung rechnet, neigt dazu, ein Gedankenkarussell in Bewegung zu setzen und sich in furchterregende Vorstellungen hineinzusteigern. (© Foto: ddp)
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Hier setzt der Trainer und Managementberater Günter Seipp an: Gerade in Krisenzeiten fürchten sich viele vor dem Verlust ihres Jobs und vor Auseinandersetzungen am Arbeitsplatz. Deshalb bietet der Psychologe ein Konfliktmanagement-Seminar mit besonderem Fokus auf den konstruktiven Umgang mit Ängsten an. Ein heikles Thema in einer Gesellschaft, in der alles auf Sicherheit, Sieg und Erfolg programmiert ist. Und in der Angst als Schwäche gilt.
Aus diesem Grund verzichtet der Referent in dieser Fortbildung auf den Einsatz einer Videokamera und bietet Vor- und Nachgespräche an. Die Teilnehmer öffnen sich nur vorsichtig. "Vor allem Männer trauen sich nicht zuzugeben, dass sie Angst haben, sie wollen Helden sein", sagt Seipp. Seine Zuhörer nicken kaum merklich. Jeder Mensch habe es im Laufe des Lebens mit verschiedenen Ängsten zu tun, die ihm oft gar nicht bewusst würden. Nur wer sie wahrnehme und sich mit ihnen konfrontiere, könne auf Dauer mit sich ins Reine kommen, betont Seipp.
Immerhin: Wer das Seminar besucht, ist im Gegensatz zu anderen offenkundig dazu bereit, seine Ängste kennenzulernen. Was nicht heißt, dass man am Arbeitsplatz mit ihnen hausieren gehen sollte. Das weiß auch Seipp. Und die Teilnehmer sowieso: "Wenn Sie sich dort als Führungskraft Angst anmerken lassen, dann sind Sie erledigt", sagt einer.
Weinerlichkeit ist indiskutabel
Der Referent stellt verschiedene Grundtypen von Ängsten vor, zum Beispiel die Angst vor Verlust. Sie ist mit einem großen Sicherheitsbedürfnis verbunden und durch das Streben gekennzeichnet, möglichst jeden auch noch so winzigen Misserfolg zu vermeiden. Ein anderer Grundtyp ist die Angst vor Gefangenschaft, die für ein ausgeprägtes Freiheitsbedürfnis und die Ablehnung von Regeln sowie von Traditionen steht. Verschiedene Arten der Angst sind miteinander verzahnt, manche bilden auch Gegensatzpaare wie etwa die Angst vor Einsamkeit und die Angst vor Liebe.
Seipp macht Mut: "Angst ist ein wichtiger Wegweiser auf Ihrem Lebensweg", sagt er. Wer mit einer Kündigung rechne, neige dazu, ein Gedankenkarussell in Bewegung zu setzen und sich in furchterregende Vorstellungen hineinzusteigern. "Stoppen Sie das. Setzen Sie sich lieber in aller Ruhe hin und reflektieren Sie, was Ihre tatsächlichen Ziele sind und wie wichtig Ihnen Ihr derzeitiger Arbeitgeber und Ihr Job ist." Der Referent empfiehlt auch, sich auf seine Fähigkeiten zu besinnen und sich darüber Gedanken zu machen, ob es eventuell ein Hobby gibt, das man zum Beruf machen könnte, falls einem tatsächlich gekündigt werde.
Aus Angst vor dem Jobverlust am Arbeitsplatz zu nörgeln, sich devot zu verhalten oder innerlich zu kündigen, sei falsch. "Wollen Sie denn ein Opfer sein und Ihr Leben nur erleiden?" fragt Seipp. Zudem würden "Jammerlappen" als Erste herausgeworfen. Und bei Führungskräften sei Weinerlichkeit ohnehin indiskutabel.
Grundsätzlich empfiehlt der Trainer, sich bewusst "für die Rolle des Täters zu entscheiden". Das könne zum Beispiel bedeuten, dass man Vorschläge macht, wie die Abteilung Geld sparen oder neue Kunden gewinnen kann, anstatt um sich und seine Ängste zu kreisen. Oder dass man konstruktive Kritik übt. Eine Portion Charme helfe in diesem Zusammenhang, die positive Absicht zu vermitteln.
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Bruce Springsteen in Frankfurt
Wo steht denn das Wörtchen "ANZEIGE" über dem Artikel? Muss ich wohl überlesen haben. Was muss ein Unternehmen tun, um so einen Artikel zu bekommen? Ich kann derlei Berichterstattung nachvollziehen, wenn es um Neuerungen führender Unternehmen geht (Präsentation des neuen Apple oder Windows z.B.), aber solche Trainerfritzen gibt es mehr als Sand am Meer.