Generell, das bestätigen auch andere FSJ-Träger, seien die Bewerberzahlen von Abiturienten rückläufig, weil viele von ihnen ein Auslandsjahr oder den direkten Studienbeginn bevorzugten. Die Träger klagen über Planungsunsicherheit, nicht nur weil die Frage, wie es mit Wehr- und Zivildienst weiter geht, noch völlig offen ist. Auch erwarten sie im kommenden Jahr einen regelrechten Ansturm auf die Plätze - vor allem in letzter Minute, wenn die Universitäten ihre Absagen verschickt haben. Jetzt also herrscht Flaute, 2011 wird's stürmisch.
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Viele Abiturienten verzichten auf eine Auszeit, um so den vollen Hörsälen in den kommenden Jahren zu entgehen. (© dpa)
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Das Bauchgefühl der Kollegen kann der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) in der Erzdiözese München und Freising bereits in Zahlen fassen: Vor zwei Jahren hatten sich noch 70 Abiturienten beworben, im vergangenen Jahr 57, in diesem nur mehr 48. "Diejenigen, die sich dafür entschieden haben, trotz des Doppeljahrgangs ein Jahr bei uns zu arbeiten, haben aber gesagt, dass sie sich des Risikos und der drohenden Konkurrenz in einem Jahr bewusst sind", berichtet Daniela Auerbach vom BDKJ. In eine Notlage geraten die Sozialeinrichtungen angesichts des Bewerberschwunds bei den Abiturienten aber nicht, denn auch Haupt- und Realschüler bewerben sich auf die FSJ-Stellen.
Matthias Fack, der die Landeskonferenz FSJ leitet, sieht vor allem 2011 eine Herausforderung auf die Träger zukommen. Zwar habe man mit der Staatsregierung über den drohenden Ansturm gesprochen - über höhere Staatszuschüsse sei aber noch nicht entschieden. Sollte der Abiturientenanteil in den Freiwilligendiensten von derzeit 45 Prozent konstant bleiben, hieße das, bayernweit 1400 zusätzliche Stellen einzurichten. "Das ist mehr, als wir leisten können", sagt Fack. Möglicherweise könnte man einen Teil der FSJ-ler schon früher als zum üblichen Starttermin, dem 1.September, beginnen lassen.
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(SZ vom 23.06.2010)
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