In Hochschulrankings belegen amerikanische Unis regelmäßig die ersten Plätze, Deutschland ist nur unter ferner liefen. Deshalb gehen viele Studenten in die USA. Ist der Exodus des Nachwuchses zu stoppen?
Kein Land der Welt hat so viele Nobelpreisträger hervorgebracht wie die USA. Kein anderes ist so begehrt bei dem akademischen Nachwuchs aus aller Welt. Knapp 600.000 Visa stellte Washington für das akademische Jahr 2006/2007 aus. Jedes vierte ging nach Indien, China und Südkorea.
Die amerikanische Elite-Uni Stanford: eine von sechs US-Unis, die in den Top Ten der weltweit besten Hochschulen vertreten ist. (© Foto: ap)
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Die 100 besten Universitäten weltweit, vom britischen Bildungsnetzwerk QS (Quacquarelli Symonds) jährlich neu ermittelt, wurden 2007 wieder von Harvard angeführt. Amerikanische Hochschulen schafften es auf sechs der Top-Ten- Positionen. Heidelberg fiel auf der QS-Liste von 2007 Platz 60 zu, der Ludwig-Maximilians-Universität in München Platz 65, gefolgt von der TU München auf Platz 66.
Ungeachtet der niedrigeren Ränge "betreibt man in Deutschland Weltklasseforschung", bekräftigt einer, der es wissen muss. Der deutsche Atomphysiker Wolfgang Ketterle war 1990 nach der Ausbildung in Heidelberg, München und Garching als Postdoc in den USA. Der 50-Jährige forscht noch heute am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge bei Boston.
Im Durchschnitt besser
Für eine Entdeckung, die er dort mit zwei US-Kollegen machte, holte Ketterle den Nobelpreis 2001 nach Deutschland. Er findet, dass Amerika vom Glanz einiger weniger Eliteschulen profitiert. "Im Durchschnitt sind deutsche Universitäten aber besser", sagt er.
Günter Blobel, Biochemiker und Nobelpreisträger von 1999, sieht den Vorteil der US-Kaderschmieden vor allem in deren flexibleren Verwaltungsstrukturen. "Man versucht in Deutschland jetzt auch, den Universitäten mehr Entscheidungsfreiheit einzuräumen. Das ist der richtige Weg", lobt er. Blobel hatte 1967 in den USA promoviert.
Freiheit statt Vorschriften
"Nach einer gewissen Zeit war es aus persönlichen Gründen nicht mehr möglich, nach Deutschland zurückzukehren", sagte er. Er wurde amerikanischer Staatsbürger und forscht, inzwischen 72-jährig, weiter an der Rockefeller Universität in New York. "Hier habe ich die Freiheit solange zu arbeiten, wie ich will und nicht wie eine Vorschrift es diktiert."
Für die USA, die Hochburg des Kapitalismus, bedeuten ausländische Studenten und Jungforscher nicht zuletzt Big Business. Sie trugen nach Angaben des Washingtoner Institute of International Education im Studienjahr 2006/7 knapp 14,5 Milliarden Dollar (9,8 Milliarden Euro) netto zur US-Wirtschaft bei. "Internationale Ausbildung ist der fünftgrößte Service-Export, noch vor medizinischen Diensten", sagte der Präsident des Institutes, Allan E. Goodman, der New York Times. Die Hälfte der Einnahmen fließt in die Universitätskassen, die bis zu 40.000 Dollar im Jahr an Studiengebühren schlucken, der Rest in den Lebensunterhalt.
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Eurovision Song Contest
"...die Juroren, meist des Deutschen nicht mächtig, können deutsche Unis einfach nicht beurteilen.:
Ahso. Aber japanische, koreanische, niederlaendische etc Unis, die koennen sie schon beurteilen?
"...aber Erfahrung scheint gegenüber Ihren Vorurteilen nicht viel zu zählen"
Soll ich sie hier mit meinen Erfahrungen lagweilen? Und wer hat hier Vorurteile?
Diese Rankings bevorzugen natürlich immer Unis, an denen englisch Unterrichtssprache ist - die Juroren, meist des Deutschen nicht mächtig, können deutsche Unis einfach nicht beurteilen. Und dass dann nationale Rankings (siehe aktuelles TIMES-Ranking britischer Unis) und internationale Rankings (z.B. das hier in der SZ) zu völlig anderen Ergebnissen kommen zeigt, dass mehr der Name als die Leistung zählt.
Ich habe übrigens als Mitarbeiter der Uni Oxford (aber Erfahrung scheint gegenüber Ihren Vorurteilen nicht viel zu zählen) ebenfalls bemerkt, dass die Ausbildung an deutschen Unis international hoch angesehen ist. Und erfahren, dass Studenten gleicher formaler Ausbildungsstufe aus Deutschlanf in der Regel viel weiter sind als solche aus GB oder den USA. Aber wie gesagt, das sind nur Erfahrungen und nicht vergleichbar mit Ihren Vorurteilen.
"Ich bin mir nicht sicher wo Sie Ihre Informationen beziehen, aber das: ..."
Jedenfalls nicht nur von meiner persoenlichen Erfahrung als Student in Oxford...nur 3 deutsche Unis sind unter den Top 100 in der Welt und sie gauben dass troztdem irgendwie die deutsche Ausbildung an den Unis weltweit anerkannt ist? Weil es so wenige Unis in die Top 100 schaffen? Reverse osmosis?
Warum sollte ich frustriert sein? Frustriert werden die sein die glauben sich mit ihrer oh so tollen deutschen Ausbildung international in der Wirtschaft bewerben zu koennen - und dann ein boeses Erwachen erleben.
Als deutscher Student einer Naturwissenschaft der sich gerade in Oxford befindet, kann ich nur bestaetigen, dass die deutsche Ausbildung hier einen sehr guten Ruf geniesst.
Ich bin mir nicht sicher wo Sie Ihre Informationen beziehen, aber das:
"Tatsache ist dass die deutsche Ausbildung im Ausland mittlerweile eher belaechelt wird - denn sie ist langwierig, theorielastig, nepotistisch und oft veraltet. "
ist keine Tatsache, sondern klingt eher nach frustriertem Radau..
"... und das Arbeitspensum eines Topmanagers mit sich bringen."
Selten so gelacht. Vieleicht solltne sie mal ein paar Wochen bei einem Unternehmen verbringen - bevor sie so einen Unsinn behaupten.
"In der Teilchenphysik habe ich Täglich mit Wissenschaftlern aus aller Herren Länder zu tun. Unter anderem auch mit Harvard. Das einzige was bei denen besser ist, ist ihre Überheblichkeit."
Oder sie koennen das Niveau in Harvard halt einfach nicht erkennen.
"Weswegen Harvard in diesem Bereich gar nicht so einen guten Ruf hat."
Kann sein. Aber dafuer haben die USA ja auch das MIT, Stanford, das CIT, U of Mich, U of Penn, UCLA usw die alle jede deutsche "Elite-Uni" locker in die Tasche stecken.
"Übrigens genießt gerade die Ausbildung in Deutschland einen Weltweit guten Ruf."
Soso. Welche Ausbildung soll das sein? Das ist ein oft wiederholtes Mantra das dadurch auch nicht richtiger wird. Tatsache ist dass die deutsche Ausbildung im Ausland mittlerweile eher belaechelt wird - denn sie ist langwierig, theorielastig, nepotistisch und oft veraltet.
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