Kekse naschen, über den Chef lästern und Handy aufladen: Was ist am Arbeitsplatz erlaubt, was verboten? Zehn alltägliche Vergehen und ihre möglichen Konsequenzen.
Ein Frikadellenbrötchen, sechs Maultauschen, ein bisschen Strom fürs Handy - einige Kündigungsgründe, die im vergangenen Jahr für Aufregung sorgten, wirken auf den ersten Blick lächerlich. Doch Arbeitsrechtler können eine ganze Reihe von kleinen Vergehen aufzählen, die zu großem Ärger führen können. Auch wenn es im Arbeitsalltag unrealistisch zu sein scheint: Wer alles richtig machen will, muss oft um Erlaubnis fragen.
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Wer Kekse vom Teller des Chefs nascht, muss im schlimmsten Fall mit einer Kündigung rechnen. (© Foto: dpa)
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Kekse naschen
Die Besprechung hat noch nicht begonnen, in der Büroküche steht ein Teller mit Keksen. Ist es verboten, sich vorab schon einmal zu bedienen? Ja. "Arbeitnehmer haben überhaupt keine Berechtigung, für private Zwecke etwas vom Arbeitgeber zu nehmen. Das ist klarer Diebstahl", sagt Daniela Range-Ditz, Fachanwältin für Arbeitsrecht in Rastatt. Auf den Wert des Gegenstands komme es dabei nicht an. "Das ist ein Vertrauensbruch, den kann man nicht an der Höhe des Betrags festmachen." In der Praxis wird jedoch nicht jeder Diebstahl gleich geahndet. Ein Mitarbeiter, mit dem alle zufrieden sind, erntet vielleicht einen strengen Blick, wenn er Kekse nascht. Einen Kollegen, den der Chef schon länger auf dem Kieker hat, kann das hingegen den Job kosten.
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Christopher Lee zum 90.
Ja Leute, passt mal hübsch auf ! Euch erzählt er was von Vertrauensbruch, der Gott der Selbstgefälligkeit, weil ihr vom Firmentelefon aus Eure Frau angerufen habt, um ihr mitzuteilen, dass sie das Kind von der Krippe abholen muss. Das Handy habt Ihr heute morgen in der Eile daheim vergessen und der Chef befahl, eine bestimmte Aufgabe unbedingt noch zu erledigen. Zum Mittagessen seid ihr nicht gekommen und habt Euch deshalb zusätzlich zum obigen Vergehen doch tatsächlich den nach einer Vorstandssitzung übrig gebliebenen vertrockneten Keks in der Teeküche vom Teller gemopst.. Einfach so, ohne den Papa zu fragen: "Darf ich noch ein Plätzchen?" Das kann man doch nicht durchgehen lassen! - Später, wenn der Chef sich dann mit seiner Gespielin trifft und die ihm vom tollen Armband beim Juwelier Stinkreich vorschwärmt, kann er sich innerlich die Hände reiben und denken:'No problem, immerhin hab ich ja heute die hohe Abfindung für Ar.Sch AN gespart.'
Wenn ich mich recht entsinne, war es bei der "Getränke-Bon-Geschichte" sogar unerheblich, ob tatsächlich gestohlen wurde. Der Verdacht alleine sei genug, um das Vertrauensverhältnis nachhaltig zu beschädigen.
Der Verdacht eines Bagatelldelikts reicht!?
Und wie ist es andersrum?
Was wäre das toll, wenn der Verdacht auf unbezahlte Überstunden schon ausreichen würde, seinem Chef den Gewerbeschein zu entziehen ...
Aber im Ernst: einziges Rezept dagegen ist der Abbau der Arbeitslosigkeit. Wenn Mitarbeiter nicht mehr eine unerschöpfliche und leicht ersetzbare Ressource sind, sondern knappes und wertvolles Humankapital, dann werden sich solche wahnwitzigen Fälle erübrigen.
In all den geschilderten Fällen scheint mir ein grundsätzliches Problem mit dem Verhältnis Firma/Angestellter vorzuliegen.
Wenn ich mich nicht in der Lage sehe mal Überminuten zu machen oder am WoE einem Kollegen oder gar Kunden aus der Patsche zu helfen, dann darf ich mich auch nicht wundern, wenn der "Klau" eines Blattes Papier zur Kündigung führt. Und umgekehrt.
Seht Euch mal die "Best Places To Work" hierzulande an - da gibt es Freiheiten, Wertschätzung, Vertrauen und *gemeinsame* Ziele zwischen Arbeitgeber und -Nehmer. Klassenkampf hat ausgedient.
Das ist arbeitsrechtliche Klippschule, und so versimpelnd gesagt, dass es schon wieder falsch ist. Hoffentlich sind das nicht die Aussagen der vermeintlichen "Expertin", sondern die Kindergartenversion davon der Journalistin-in-Ausbildung.
"Lebt in Angst und Demut vor Eurem Chef"?
"Überlegt bei jedem Schritt genau, ob Ihr ihm damit nicht einen Kündigungsgrund liefert"?
Außerdem lässt der Artikel wichtige Fragen unbeantwortet: Was ist, wenn ich bei Schnupfen firmeneigenes Toilettenpapier in die Hosentasche stecke und am Abend ein nicht verbrauchtes Blättchen mit nach Hause nehme? Kündigungsgrund? Sofortiges Hartz IV? Pranger?
Das ist, mit Verlaub, lächerlich. Wenn man wegen eines Kekses gekündigt wird, findet sich auch ein anderer Grund auf die Schnelle, um einen loszuwerden. Davor bewahrt einen nur 100%iger Dienst nach Vorschrift. Und das will doch auch wieder keiner, oder?
Wie lange wollen sich die abhängig Beschäftigten diese Einschüchterungstaktik noch gefallen lassen? Es geht doch hier nicht um Diebstahl, sondern darum, dem Arbeitnehmer bewusst zu machen, dass er jederzeit - und praktisch grundlos - auf die Straße gesetzt werden kann.