Der britische Geheimagent ist weiß, männlich und trinkt Martini - so war es jedenfalls bisher. Doch jetzt sucht der Geheimdienst MI6 Spione ganz anderen Kalibers.
Der britische Geheimagent ist im Allgemeinen weiß, männlich und trinkt Martini - so war es jedenfalls in Anlehnung an die fiktive Kultfigur James Bond bislang. Doch jetzt sucht der britische Geheimdienst MI6 Spione ganz anderen Kalibers. Sie sind im Idealfall Mütter mittleren Alters, gehören einer ethnischen Minderheit an und sprechen fließend Mandarin.
Daniel Craig alias James Bond: Die Kultfigur prägt das Bild des Geheimdienstagenten. (© Foto: dpa)
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Wird nun also "007" bald durch eine "Jane Bond" ersetzt? Vor rund einem Jahr begann der MI6 damit, aktiv um Frauen und Angehörige von ethnischen Minderheiten zu werben. Auf der Website des Auslandsgeheimdienstes, in zahlreichen Werbeanzeigen in Zeitungen und Zeitschriften werden diejenigen angesprochen, die einen Agenten-Job vorher wohl niemals in Erwägung gezogen haben.
"Der Sexismus muss aufhören"
Gesucht werden den Annoncen zufolge vor allem auch Mitarbeiter, die Mandarin, Arabisch, Persisch oder eine der afghanischen Sprachen beherrschen.
"Verschiedene Ministerien haben bereits wichtige Schritte hin zur Gleichberechtigung gemacht. Aber für uns ist diese von besonders großer Bedeutung", sagt der Leiter der Personalabteilung des MI6, der seinen Namen nicht nennen will. Pola Uddin, die erste Muslimin im House of Lords, sagt dazu: "Der Sexismus muss aufhören. Wir brauchen ein Symbol, das nicht dauernd ein Martini-Glas in der Hand hält."
Bei Bombenanschlägen auf den Londoner Nahverkehr wurden 2005 insgesamt 52 Menschen getötet. Ein Jahr später gab der Geheimdienst bekannt, Anschläge auf mehrere Transatlantik-Flugzeuge verhindert zu haben. Im vergangenen Jahr scheiterten zwei Männer bei dem Versuch, vor einem Londoner Nachtclub und an einem schottischen Flughafen Bomben zur Explosion zu bringen. Derzeit lassen die britischen Behörden nach eigenen Angaben mehr als 21.000 Verdächtige überwachen.
Auch Fahrer und Empfangsmitarbeiter gesucht
Seit Beginn der neuen Kampagne gingen beim MI6 schon mehr als 20.000 Bewerbungen ein. Im vergangenen Jahr soll die Frauenquote bei den Neueinstellungen stolze 40 Prozent betragen haben. Elf Prozent der neuen Mitarbeiter gehören ethnischen Minderheiten an.
Dennoch zögern viele Frauen noch immer, eine Karriere beim MI6 anzustreben. "Es gibt noch immer die Vorstellung, dass die Arbeit hier nur etwas für alleinstehende Männer ist", sagt der für Neueinstellungen zuständige MI6-Mitarbeiter, der ebenfalls anonym bleiben will. "Aber nicht alle Jobs, die wir anbieten, sind an vorderster Front." Der britische Geheimdienst beschäftigt neben seinen Geheimagenten unter anderem Linguisten, Techniker, Sicherheitspersonal, Fahrer und Empfangsmitarbeiter.
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Wer lesen kann ist klar im Vorteil: Der Artikel vor ca. 6 Monaten bezog sich auf den Inlands-Geheimdinst MI5!
leider verbrennt der Zucker, wenn man sie nochmals in die Pfanne wirft. Derselbe Artikel war vor ca. 6 Monaten schon zu lesen. Pfui!
Wann schaltet denn der BND mal eine Anzeige?
Oder gibt es diese Institution nur noch auf dem Papier? Dies würde ja bedeuten, das wir abhängig sind von den Informationen, die uns die Briten und Amerikaner zukommen lassen - das wiederum bedeutet "Stille Post".
MfG,
Grundqualifikation eines Agenten sollte es beim MI6 vor allem sein, seinen Laptop nicht im Zug zu vergessen und die SD-Karte herauszunehmen oder wenigstens zu löschen, wenn man seine Kamera schon bei eBay verkauft. :o)
Hm, ich glaube, die suchen auch einfach Leute, die mal die Daten zusammenhalten können, was nach der letztlich bekannt gewordenen Panne bisher wohl keine Einstellungsgrundlage war ;-)
Paging