In Ostdeutschland werden bis zum Jahr 2011 allein 23.000 Hausärzte ausscheiden. Nachwuchs aber ist nicht in Sicht.
Appelle genügen nicht", sie könnten den Ärztemangel nicht beheben, sagt der Präsident der Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe. An Appellen aber mangelt es derzeit nicht. Ärzte, fordert Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt, müssten mobiler werden und sich auch in weniger attraktiven Regionen niederlassen. Obwohl es zum Beispiel in Berlin zu viele niedergelassene Ärzte gebe, wollten sich viele nicht über die Grenzen der Stadt hinaus bewegen.
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Schmidts Diagnose ist in diesem Punkt richtig: In Deutschland herrscht Ärztemangel, allerdings nicht in Großstädten wie Berlin, Hamburg oder München, auch nicht in Oberbayern. Hausärzte und zum Teil auch Fachärzte fehlen dagegen in Niederbayern, in Unter- und Mittelfranken, in Niedersachsen auf dem flachen Land und vor allem in Ostdeutschland. Kassen wie die AOK oder der Verband der Ersatzkrankenkassen warnen zwar vor "Panikmache", der Ärztemangel, auch in Ostdeutschland, sei nach wie vor ein regionales Randproblem, "es gibt ihn nicht flächendeckend", sagt der Sprecher der AOK, Udo Barske.
Die Vertreter der Ärzteschaft sind anderer Meinung. Fast überall in Ostdeutschland versucht man Ärzte mit viel Geld - in Sachsen mit Investitionspauschalen von bis zu 60.000 Euro - , billigen Wohnungen oder mit einer auf zwei Jahre begrenzten Umsatzgarantie in leer stehende Praxen zu locken, bisher mit wenig Erfolg. "Bundesweit sind zur Zeit etwa 600 Arztpraxen nicht besetzt, davon 200 in Brandenburg", erklärt der Sprecher der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Roland Stahl.
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