Sie loben ihre Erfahrung, Sozialkompetenz und Entscheidungssicherheit - aber einstellen wollen Personalchefs Arbeitnehmer über 45 nicht.

Über 45-jährige Arbeitnehmer haben auf dem Arbeitsmarkt nach Ansicht von Experten kaum noch Chancen: Obwohl Personalchefs die Qualifikation älterer Arbeitnehmer durchaus schätzen, stellen sie kaum Mitarbeiter ein, die älter als 45 Jahre sind. Das berichtet das Handelsblatt mit Verweis auf eine Umfrage unter 629 Personalchefs in Deutschland. Fast die Hälfte der Unternehmen wollen auch künftig bei Neueinstellungen Bewerber unter 35 Jahren den Vorzug geben.

Wo das Durchschnittsalter der Belegschaft bei 33 Jahren liegt, haben es ältere Bewerber schwer. (© Foto: photodisc)

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Wie es weiter hieß, beschäftigen weniger als die Hälfte der deutschen Unternehmen überhaupt noch Mitarbeiter über 50 Jahre. Als Beispiele für diesen Trend wurden das Telekommunikationsunternehmen Vodafone D2 und der Sportartikel-Hersteller Adidas-Salomon genannt, bei denen das Durchschnittsalter der Beschäftigten bei 34 beziehungsweise 33 Jahren liegt. In den vergangenen zwei Jahren hätten deutsche Unternehmen höchstens 16 Prozent der Stellen mit Leuten ab 55 besetzt. Auch über 45-Jährige hatten in 67 Prozent der Unternehmen nur geringe Chancen auf einen Job.

Wenn die Personalchefs die Gründe dafür nennen sollten, verwickelten sie sich nach Angaben des Blattes in Widersprüche: 54 Prozent der Befragten erklärten einerseits, Ältere seien zu teuer, während zugleich lediglich zehn Prozent der Personalchefs bei Neueinstellungen dem Gehalt eine bedeutende Rolle zumaßen.

Ähnlich ist es laut Handelsblatt bei der besonders Jüngeren zugeschriebenen Mobilität: Bei der Einstellungen finden nur noch 20 Prozent der Befragten diesen Punkt für wichtig.

Zugleich attestieren die Personalmanager den Älteren zahlreiche gute Eigenschaften. Unter anderem wurde genannt, dass bei ihnen die eigene Karriere nicht mehr im Vordergrund steht, sie Stabilität und Rückgrat haben und den Blick von außen mitbringen.

Auch ihre Erfahrung, ihr Wissen, ihre Abgeklärtheit und Entscheidungssicherheit wurden hervorgehoben. Gerade Banken hätten die sozialen Vorteile Älterer betont: Dass sie mehr Sozialkompetenz hätten, loyaler zur Firma stünden und dauerhaft mit ihrem Job zufrieden seien.

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(AP)