Von Von Christine Burtscheidt

Die G 8-Klassen bereiten sich auf die ersten Zwischenzeugnisse vor. Viele Eltern erwarten schlechtere Noten für ihre Kinder.

Über einen Mangel an Ferien können Bayerns Schüler nicht klagen. Vier Wochen nach der Weihnachtspause gibt es schon wieder freie Faschingstage. Bei schönstem Winterwetter können sie diese in vollen Zügen genießen, doch schon nächste Woche droht einigen möglicherweise Ungemach. Am 18. Februar gibt es nämlich Halbjahreszeugnisse; erstmals auch für die fünften und sechsten Klassen am achtjährigen Gymnasium (G 8). Zwar haben die Lehrerkonferenzen noch nicht abschließend getagt, doch erwarten viele Eltern schlechtere Noten für ihre Kinder.

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Schüler unter Druck

Immer wieder sah sich in den vergangenen Wochen die Landeselternvereinigung bayerischer Gymnasien mit Klagen über steigenden Leistungsdruck am G 8 konfrontiert. Auch wurden Schulpsychologen häufiger zu Rate gezogen. Selbst Lehrer wie die Vorsitzende der bayerischen Direktorenvereinigung, Barbara Loos, räumen ein, dass von den Kindern ein "höheres Maß an konsequentem Arbeiten" eingefordert werde.

"Behelfsmäßig" nennt die Direktorenvereinigung auch die Mittagsversorgung am achtjährigen Gymnasium. Schon im nächsten Jahr befürchtet man Platz- und Versorgungsprobleme, sollten Anbauten für Küchen und Kantinen nicht bald erfolgen.

Zu wenig Lehrer

Gestiegen ist auch die Belastung der Lehrer. Zum einen durch die Erhöhung der Arbeitszeit, zum anderen durch steigende Schülerzahlen aufgrund der vielen Zuzüge nach Bayern. Entspannung an der Lehrerfront wurde zwar zum Halbjahreszeugnis versprochen. Bereits im Dezember kündigte die Staatsregierung 100 zusätzliche Aushilfsverträge für Pädagogen für die zweite Hälfte des Schuljahres an. Davon sollen aber vor allem die Volksschulen profitieren.

Knapp die Hälfte der Stellen werde an Grund- und Hauptschulen in Oberbayern gehen, heißt es in der CSU-Fraktion. In diesem Regierungsbezirk soll der Bedarf wegen der Zuzüge am größten sein. Die restlichen Mittel müssen unter Realschulen und Gymnasien aufgeteilt werden. Doch selbst für Schulen, die in den Genuss zusätzlicher Stunden kommen, könnte es schwierig werden, an Pädagogen heranzukommen. In etlichen Fächern wie Physik, Latein, Religion oder Mathematik ist der Stellenmarkt schlicht leergefegt.

In anderen wären zwar Bewerber da, doch von befristeten Halbjahres-Verträgen - oftmals mit wöchentlich nur acht bis zehn Unterrichtsstunden - können sie ihren Lebensunterhalt nicht bestreiten. Zumindest nicht auf dem Land, wo es selten weitere Zeitverträge mit geringem Stundendeputat an anderen Schulen gibt. Selbst Siegfried Schneider, der bildungspolitische Sprecher der CSU-Fraktion, schätzt: "Es wird schwer werden, kurzfristig Leute zu bekommen."

In der Zwischenzeit sammelt nicht nur die Landtags-SPD Unterschriften für eine bessere Bildung in Bayern. Auch immer mehr Eltern fordern von der Staatsregierung eine ausreichende Versorgung der Schulen mit Lehrerstellen. In der Elterninitiative "Mehr Lehrer für Bayern" haben sich beispielsweise 25 Schulen zusammengeschlossen. Zudem startete die Landeselternvereinigung der bayerischen Gymnasien eine Umfrage über den Ausfall an Unterrichtsstunden.

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