Noch nie war es so einfach, die eigene Abschlussarbeit nach dem Studium als Buch herauszubringen. Die stolzen Autoren werden jedoch in den seltensten Fällen reich und berühmt.
Recherche, Herzblut, Fleiß und Ideen - all das steckt in einer Diplomarbeit. Aber auch einsame Stunden am Schreibtisch, vernachlässigte Freunde, endlose Grübeleien, Tonnen von Selbstdisziplin.
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Nach monatelanger harter Arbeit die eigene Examensarbeit als Buch in den Händen zu halten -ein Traum, den sich immer mehr Studenten erfüllen. (© Foto: iStock)
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Kein Wunder, dass immer mehr der rund 250.000 Studenten und Doktoranden, die in Deutschland jedes Jahr ihre Abschlussarbeit fertig stellen, ihre Erkenntnisse nicht ungelesen im Regal verstauben lassen möchten.
Nicht nur ambitionierte Einser-Kandidaten
Zu den Autoren, die ihr Werk publizistisch vermarkten wollen, gehören schon lange nicht mehr nur ambitionierte Einser-Kandidaten, die von einer wissenschaftlichen Karriere träumen. Auch mäßig erfolgreichen Studenten bleibt heute der Traum vom eigenen Buch nicht verwehrt, im Gegenteil:
Ein Verlag aus Saarbrücken verschickt sogar seit einiger Zeit unaufgefordert personalisierte E-Mails an Hochschulabgänger, um darin für eine Veröffentlichung zu werben. Den Titel der Arbeit und die E-Mail-Adresse des Verfassers recherchieren die Mitarbeiter des "Verlag Dr. Müller (VDM)" aus dem Internet - oder direkt in den Bibliotheken, in denen häufig Exemplare von Abschlussarbeiten ausliegen.
In Internetforen und an Lehrstühlen häufen sich derweil Anfragen von Studenten, ob sie das verführerische Angebot so ohne weiteres annehmen können.
Neben der fragwürdigen Praxis der Daten-Recherche macht dabei viele vor allem eines stutzig: Laut Verlagsangaben soll die Veröffentlichung den Autoren keinen Cent kosten.
Mit wenigen Mausklicks zum eigenen Buch
"Print-on-demand" machts möglich: Der Student schickt seine Arbeit als PDF samt Autorenvertrag per Mail an Verlage wie Grin, diplom.de oder VDM. Das passende Buchcover dazu wählt er per Mausklick aus einem virtuellen Fotokatalog - und fertig ist die Publikation, die kaum mehr Handgriffe beansprucht als ein Kaffee aus dem Mensa-Automaten.
Da die Verlage digital und nur auf Bestellung drucken - nicht wie sonst üblich auf Vorrat - entfallen die Lagerkosten. Jeder Titel erhält eine ISB-Nummer und wird nur auf Abruf in der gewünschten Menge druckfrisch über den Präsenz- oder Online-Buchhandel geliefert.
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- Burn-out und Depressionen Studenten im Stress 19.06.2008
- Studentische Plagiate Verfasst von Geisterhand 16.06.2008
- Gekaufte Doktortitel Magna cum money 24.02.2008
- Uni-Abschluss Das war's also 12.02.2007
- Studieren im Ausland Stipendien-Nepp am Schwarzen Brett 10.07.2007
Eurovision Song Contest
Der AVM - Akademischer Verlag München bietet Autoren wissenschaftlicher Arbeiten die kostenfreie Veröffentlichung ihres Werkes als Buch. Die Bücher des AVM werden im Verfahren des Digitaldrucks hergestellt und erst nach Eingang einer Bestellung kurzfristig produziert. Damit entfallen die Vorfinanzierung des Drucks und die Kosten der Lagerhaltung.
Hinter dem AVM steht allerdings die langjährige Erfahrung eines klassischen Wissenschaftsverlages, dem Martin Meidenbauer Verlag.
@theduda +Zuzan
Ihre Ausführungen zum Thema "Geistige Eigentum an Studentischen Seminar- und Abschlussarbeiten" sind leider nicht korrekt.
Selbstverständlich ist jede selbst verfasste wissenschaftliche Arbeit das geistige Eigentum des Verfasser, er hat das uneingeschränkte Urheberrecht daran, jeder der etwas aus der Arbeit verwendet muss ihn korrekt zitieren, selbstverständlich auch die betreuenden Dozenten.
Siehe dazu:
de.wikipedia.org/wiki/Diplomarbeit#Ver.C3.B6ffentlichung
Hier steht u.a. "Die dem Urheber nach dem Gesetz zustehenden Rechte verliert er auch durch die Einreichung seines Prüfungsexemplars nicht. Die staatliche Hochschule / Universität ist tätig als wissenschaftliche Ausbildungsstätte und als Prüfungsbehörde.
Es gibt tatsächlich in einzelnen Prüfungsordnungen noch die beschriebenen Klauseln zur Genehmigung einer Publikation, diese werden aber allgemein als ungültig angesehen, da das Urhberrecht des Verfassers an seinem Werk unstrittig ist.
Etwas anderes ist die Frage der Genehmigung bei Arbeiten mit Geheimhaltungsvorschriften (Typischerweise solche die in Unternehmen mit konkretem Bezug zu internen Projekten verfasst werden). Hier muss die Genehmigung des Unternehmens (nicht der Hochschule!) tatsächlich eingeholt werden.
Es gibt allerdings Experten die grundsätzlich in Frage stellen ob solche Arbeiten überhaupt als Abschlussarbeiten akzeptabel sind, da im Endeffekt eine mit öffentlichem Geld finanzierte wissenschaftliche Arbeit für ein Unternehmen verfasst wird und der wissenschaftlichen Gemeinschaft auf Dauer nicht zur Verfügung steht.
"Dies wird ja auch gerade dadurch deutlich, wenn Institutsmitarbeiter aus Abschlussarbeiten zitieren ohne darauf vereisen. Das ist nämlich immernoch ein Vergehen."
Meines Wissens ist das nicht so, man darf also Ergebnisse aus Semester- oder Diplomarbeiten verwerten ohne diese in der Literaturliste anzugeben oder den Autor zu nennen.
Ich finde das auch nicht in Ordnung und habe die von mir betreuten Arbeiten mit Autorennamen ganz einfach aus Respekt vor der (nun ja, meist...) guten Arbeit der Studenten in meiner Dissertation zitiert, und werde ebenso die Autoren auch in der in Arbeit befindlichen Fachveröffentlichung namentlich nennen, dort aber nur bei den "Acknowledgements". Ich finde das gehört sich so.
@ theduda: ist dies eindeutig in deiner studien- bzw. prüfungsordnung geregelt, dass du ohne genehmigung des instituts deine arbeit (dies betrifft übrigens sowohl semester- als auch abschlussarbeiten!) veröffentlichen darfst? in "meinen" maßgeblichen verordnungen ist dies ohne genehmigung des instituts nicht möglich. dass, was du als dein persönliches geistiges eigentum betrachtest (und ja auch logisch erscheint!) stimmt leider nicht mit der wirklichkeit des unilebens überein .... ein prof kann z.b. die ergebnisse deiner semesterarbeit einfach weiterverwerten - führt er dabei auf, dass du mitgearbeitet hat, so ist das reine nettigkeit!
Aus meiner Sicht ist der Artikel total schlecht recherchiert.
Da steht nicht drin, dass z.B. nicht jede Arbeit bei der VG-Wort angemeldet werden kann.
So wie das hier steht, kann man damit gut Geld verdienen. Absoluter Quatsch.
Der Autor hat total recht, wenn er sagt, dass er weiß, dass er damit nicht berühmt und reich werden kann. Das ist doch nur realistisch. Ich finde so ein Angebot gut. Ein Lektorat muss man ja auch nicht haben schließlich haben wir die Arbeiten abgegeben um unseren Abschluss zu erlangen, oder! Da sollte man schon Fehler vermieden haben.
Es ist übrigens richtig, dass die Diplomarbeiten nicht den Unis gehören. Viele Profs bereichern sich aber an diesen Arbeiten und veröffentlichen diese unter Ihren Namen, dass ist eine Schande. Darüber hätte man mal schreiben sollen.
Die Verfasserin des Artikels ist wohl kein wirklicher Profi auf dem Gebiet und sollte sich das Handwerk eines Journalisten mal erklären lassen. Von der Süddeutschen hätte ich echt mehr erwartet.
Paging