Man kann sie noch so sehr hassen - Studiengebühren bringen den Unis Geld. Nordrhein-Westfalen kann sie erst abschaffen, wenn ein neues Finanzierungskonzept steht.
Selbst der erbittertste Feind von Studiengebühren kann nicht bestreiten, dass sie Verbesserungen bringen. Mit den 250 Millionen Euro, die Nordrhein-Westfalens Hochschulen jährlich kassieren, wurde der Uni-Alltag für viele Studenten angenehmer: Für zusätzliche Kurse war plötzlich Geld da, Öffnungszeiten von Bibliotheken konnten verlängert und Hunderte neue Stellen geschaffen werden.
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Freude bei den Studenten: Die nordrhein-westfälische Landesregierung will die Studiengebühren an den Hochschulen des Landes zum Wintersemester 2011/2012 abschaffen. (© dpa)
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Doch fraglos sind die Gebühren für Studenten eine Belastung - vor allem für jene aus bildungsfernen Schichten, wo die Eltern nicht mal eben den Betrag für ihre Kinder übernehmen können. Zudem gehört es zu den selbstverständlichen Aufgaben eines Staates, beste Bedingungen an seinen Hochschulen zu gewährleisten. Eigentlich muss er das ohne Extra-Einnahmen schaffen.
Die rot-grüne Koalition in Düsseldorf hat deshalb bisher alles richtig gemacht. Sie will die Gebühren streichen, aber erst zum Wintersemester 2011/2012 - um bis dahin für die Unis eine Kompensation aus dem Etat zu organisieren. Eine Abschaffung per Handstreich, wie sie die Linke fordert, würde zwar die Lage vieler klammer Studenten ruck, zuck verbessern. Doch kann man ein solches Projekt nicht hurtig in den Nachtragsetat hineinflicken. Ohne Finanzierungskonzept würden am Ende alle Studenten leiden. Denn die Unis würden auf eine solche Politik reagieren, indem sie Angebote abbauen.
Mit der Abschaffung der Gebühren nimmt sich Rot-Grün in die Pflicht. Denn die Kompensation für die Hochschulen muss auf Dauer verlässlich sein, sie darf nicht je nach Kassenlage ausfallen. Es kommt also sowohl auf Augenmaß wie auf Seriösität an - und genau nach dieser Devise geht das Kabinett offenbar vor.
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(SZ vom 02.09.2010/holz)
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Auch hier wieder ein Artikel, der erhebliche Mängel aufweisst. Studiengebühren sollten in einer modernen Gesellschaft nicht notwendig sein, denn die Gesellschaft lebt von klugen Köpfen. Wenn nur die Reichen und Superreichen sich Bildung leisten können, dann sieht es traurig aus und wir verlieren sehr viele kluge Köpfe. Ich hatte das Glück, dass meine Eltern sich mein Studium leisten konnten. Aber ich hatte viele Studienkollegen, die auf Bafög angewiesen waren und die keine Studiengebühren bezahlen hätten können. Und es waren sehr begabte Kollegen, die ich sehr vermisst hätte. Bildung sollte nicht ein Privileg für Wenige sein, sondern allen Menschen die wollen zugänglich. Und Geld? Das scheint ja da zu sein fûr Herren wie Sarrazin die massenweise Pöstchen bekleiden können, was nichts anderes heisst, dass sie sich die Taschen vollstopfen. Und das Resultat kennen wir: Staatsschädling Sarrazin.
Selbst der verblendetste Befürworter der Studiengebühren kann nicht bestreiten, daß es 50 Jahre lang ohne diese gut gelaufen ist. Finanzielle Mängel die sich im Lauf der Jahrzehnte einschlichen, die könnte und kann man auch auf andere Weise beheben. Weniger Geld für korrupte Lobbyisten, weniger Gehalt für überbezahlte Manager (in Hochschulen, aber allgemein in allen Behörden und Institionen die Steuergeld oder Subvention erhalten). Dagegen ist der ausgrenzen von Studierwiligen mit "finanziellen NCs" der Garant dafür, daß die fehlenden Fachkräfte garantiert fehlen werden.
Herr Osel, sie können sich winden sie wollen. Abschaffen ist angesagt!
Bildung ist unser höchstes Gut, wollen Sie wirklich die Menschen zwingen Eintritt zu bezahlen um Bildung genießen zu können.
Das ist mit Verlaub einfach nur hohl!
Von wegen "erst denken".
Denken Sie doch erstmal. Lesen Sie mal folgenden Sätze:Man kann sie noch so sehr hassen - Schulgebühren bringen den Schulen Geld. Selbst der erbittertste Feind von Schulgebühren kann nicht bestreiten, dass sie Verbesserungen bringen.
Abgesehen davon dass der zweite Punkt Blödsinn ist, da das meiste Geld für Verwaltungskosten zum Eintreiben der Gelder draufgeht, und die Verbesserungen sich oft in irgendwelchen Prestigegeschichten der Unis erschöpfen und nicht in Personal- bzw. Materialausstattung.
Für Bildung zu bezahlen in einer Wissensgesellschaft ist totaler Unsinn. Ein Staat der behauptet er könne die Bildung nicht mehr finanzieren und müsse deswegen die Schüler bzw. Studenten zur Kasse bitten, ist der blanke Hohn. Ein Staat der sich darauf beruft, dass er mehr Hochqualifizierte braucht, dann aber Eintritt verlangt, wenn sich jemand qualifizieren will, ist der blanke Hohn.
Alles andere was sie schreiben, erübrigt sich vor diesem Hintergrund. Abschaffen und gut is'.
neoliberale Propagandabinse: "Was nichts kostet ist nichts wert."
Na dann stellen Sie doch die Atmung ein.
Da wäre ich jetzt allein auch noch drauf gekommen.
"Zudem gehört es zu den selbstverständlichen Aufgaben eines Staates, beste Bedingungen an seinen Hochschulen zu gewährleisten."
"... und zwar für alle", möchte ich da anfügen. "Beste Bedingungen" sind m.E. nicht gegeben, wenn man dabei die benachteiligt, die kein Geld haben.
Paging