Abgelehnter Azubi "Sehe mich nicht in der Lage, weitere Absagen entgegenzunehmen"

Brief eines abgelehnten Azubi-Bewerbers

Ein abgelehnter Lehrstellenbewerber wollte sich nicht damit abfinden, einmal mehr mit freundlichen Worten abgespeist zu werden - und formulierte eine Absage auf die Absage.

(Foto: Facebook/Kraftfuttermischwerk)

Wenn Absage auf Absage folgt, verliert selbst der motivierteste Bewerber irgendwann die Geduld. Ein Lehrstellensuchender hat deshalb einem Arbeitgeber einfach schriftlich sein Kommen angekündigt - obwohl ihn die Firma zuvor abgelehnt hatte.

Die Jobsuche kostet Zeit, Geld, aber vor allem: Nerven. Wer mag es da irgendjemandem verdenken, wenn sie/er selbige nach dem x-ten Misserfolg verliert und zurückschlägt. Auf kreative Weise hat das ein Lehstellensuchender getan - und eine Absage auf die Absage formuliert.

Dabei wahrt der Verfasser aber durchaus die Regeln der Höflichkeit. In dem anonymisierten Schreiben heißt es:

Sehr geehrte Frau _,

vielen Dank für Ihren Brief vom 25. März. Nachdem ich sorgfältig über Ihre Absage auf meine Bewerbung nachgedacht habe, bin ich leider zu dem Entschluss gekommen, Ihre Absage nicht akzeptieren zu können.

Ich habe dieses Jahr eine hohe Anzahl Absagen erhalten und sehe mich leider nicht in der Lage, weitere Absagen entgegennehmen zu können.

Ein Foto des Schreibens fand seinen Weg ins soziale Netzwerk Facebook, wo es seit der Erstveröffentlichung im Blog Kraftfuttermischwerk tausendfach geteilt und geliked wurde. Allein knapp 30.000 Menschen bewerteten den entsprechenden Eintrag des SZ-Magazins bislang mit "Daumen hoch".

Das liegt neben der genial-dreisten Idee sicher auch am Ton des Briefs: Er karikiert und imitiert jene zynisch-freundlichen Floskeln, die in Job-Absagen üblich sind. So fährt der frustrierte Lehrstellenbewerber fort:

Trotz Ihrer freundlichen, vorgeschriebenen Absage, entspricht sie momentan nicht meinen Bedürfnissen - daher bedauere ich Ihnen mitteilen zu müssen, dass ich die Lehrstelle als Kaufmann bei Ihnen am 18. August antreten werde.

Ich freue mich schon darauf, Sie persönlich kennenzulernen.

Ein Fake? Egal!

Auch wenn es Zweifel an der Echtheit des Schreibens gibt beziehungsweise der Brief vielleicht nie an das betreffende Unternehmen ging. Der Gedanke dahinter spricht wohl jedem aus der Seele, der schon mal für einen Job abgelehnt wurde. So heißt es im Blog Kraftfuttermischwerk: "Sieht aus, als wurde der Text da in das Foto geshopt, aber hier zählt die Idee, das so wirklich mal zurückzuschicken."

Die Abfuhr auf die Abfuhr schließt mit einer letzten Spitze:

Ich wünsche Ihnen für die Zukunft viel Glück dabei, Kandidaten abzulehnen - hoffentlich klappt es das nächste Mal.

Ähnlich viel Glück möchte man dem Verfasser wünschen - bei der Suche nach einem Arbeitgeber, der so viel Kreativität und Witz zu würdigen weiß.

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