Verhandeln Firma und Ex-Mitarbeiter die Höhe der Abfindung, geht es oft zu wie auf einem Basar. Welche Rechte Gekündigte haben - und wie sie möglichst geschickt verhandeln.
Wer sich mit seiner Kündigung nicht abfinden will, tut es nach einer Abfindung dann oft doch. Genau das ist der Sinn der Sache: Die Abfindung macht es dem Arbeitnehmer leichter, den Betrieb zu verlassen, in dem ihn der Arbeitgeber nicht mehr haben will oder brauchen kann. Und sie mildert die Folgen, wenn jemand unter Umständen sogar kurzfristig seinen Job verliert.
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Die Abfindung als "einvernehmliche Lösung": In der Regel erhält ein Gekündigter zwischen 0,2 und drei Monatsgehältern. (© Foto: dpa)
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"Sie hat eine Überbrückungs-, Ausgleichs- und Entschädigungsfunktion", erklärt Martina Perreng, Arbeitsrechtsexpertin beim Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) in Berlin. "Einen gesetzlichen Anspruch auf eine Abfindung gibt es aber nicht", schränkt Perreng ein.
Abfindung als Standardlösung
Dass jede Kündigung durch einen "goldenen Handschlag" abgefedert wird, wäre wohl auch zu schön, um wahr zu sein. Einfach gesagt sind Abfindungen die Standardlösung für das Dilemma eines Arbeitgebers, der Mitarbeitern kündigen möchten, aber keinen stichhaltigen Grund dafür hat.
"Bei groben Pflichtverletzungen gibt es natürlich keine Abfindung", erläutert Jobst-Hubertus Bauer, Arbeitsrechtler in Stuttgart. Anders ist die Sachlage, wenn der Mitarbeiter aus Sicht des Arbeitgebers zwar keine Spitzenkraft ist, aber sich nichts arbeitsrechtlich Relevantes zuschulden kommen lässt: "Auch wenn jemand wenig Initiative zeigt, Fehler produziert und schlechte Arbeit macht, ist es schwer, ihm zu kündigen."
In solchen Fällen bleibe dem Arbeitgeber wenig übrig, als eine "einvernehmliche Lösung" zu finden - und das heißt im Klartext, eine Abfindung zu zahlen. Oft komme der Arbeitgeber von sich aus auf den Mitarbeiter zu. "Das geht dann zu wie auf dem arabischen Basar. Der Arbeitgeber darf nicht von vorneherein zu viel bieten, der Arbeitnehmer verlangt üblicherweise mehr", hat Bauer beobachtet.
50 Millionen Euro für Wiedeking
Die Höhe der Abfindung hängt von den Chancen des Arbeitgebers ab, die Kündigung durchzusetzen. "Je besser sie sind, umso weniger wird er anbieten", sagt Bauer. Nur äußerst selten geht es dann um solche Dimensionen wie in dem Fall von Wendelin Wiedeking, den Bauer jüngst rechtlich vertreten hat. Der Porsche-Chef hat schließlich von seinem Arbeitgeber 50 Millionen Euro zugesprochen bekommen.
Für gewöhnliche Arbeitnehmer hat auch die Wirtschaftslage einen erheblichen Einfluss auf die Verhandlungen: "Bei geringer Arbeitslosigkeit stehen die Chancen auf eine schnelle Einigung besser", sagt Bauer.
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Und vererblich ist die Abfindung auch nur, wenn das vereinbart ist.