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Mit Schmiergeld zum Doktortitel: Die Staatsanwaltschaft Köln ermittelt gegen Hochschullehrer aus ganz Deutschland - von Berlin bis Tübingen.

Rund 100 Professoren unter Korruptionsverdacht; dpaGrossbild

Die Kölner Staatsanwaltschaft ermittelt bundesweit gegen rund hundert Professoren wegen des Verkaufs von Doktortiteln. Im Bild: Ein Doktorhut. (Foto: dpa)

Die Kölner Staatsanwaltschaft ermittelt bundesweit gegen rund 100 Professoren wegen des Verkaufs von Doktortiteln. Ihnen werde vorgeworfen, möglicherweise ungeeignete Kandidaten als Doktoranden angenommen zu haben, sagte Sprecherin Carolin Breloer und bestätigte Medienberichte.

Nach einem Bericht des Focus soll auch die Freie Universität Berlin betroffen sein. Ein "Institut für Wissenschaftsberatung" in Bergisch Gladbach soll den Hochschullehrern Schmiergelder gezahlt haben. Ermittler hatten bereits im März 2008 den Sitz des Instituts durchsucht. Bei der Auswertung der Unterlagen stießen die Ermittler auf die Namen der Verdächtigen.

Dienstpflichten verletzt


Bei ihnen handelt es sich um Wissenschaftler unterschiedlichster Fachrichtungen. Die meisten Verdächtigen seien keine sogenannten ordentlichen Professoren, sondern Aushilfsprofessoren oder Privatdozenten, sagte Breloer. Sie sollen ihre Dienstpflichten verletzt haben, wonach sie Doktoranden unentgeltlich betreuen müssen.

Außerdem sei die freie Auswahl der Promotionsstudenten durch die Geldzahlungen womöglich beeinträchtigt worden.

Nach dem Bericht des Focus sollen neben der Berliner FU Lehrkräfte von Hochschulen in Frankfurt, Tübingen, Leipzig, Rostock, Jena, Bayreuth, Ingolstadt, Hamburg, Hannover, Bielefeld, Hagen und Köln betroffen sein. Die Staatsanwaltschaft wollte zu den Orten und einzelnen Beschuldigten zunächst keine Angaben machen.

Bundesweite Werbung


Die Bergisch Gladbacher Wissenschafts-Beratungsfirma hatte bundesweit mit Anzeigen in Zeitungen und Fachzeitschriften für die Vermittlung von Doktortiteln geworben. Den Promotionswilligen wurde versprochen, einen geeigneten Professor zu suchen und bei der Themenfindung behilflich zu sein. Dafür mussten die Kandidaten jeweils bis zu 20.000 Euro an das Institut zahlen. Für die Übernahme eines Promotionskandidaten sollen bis zu 4000 Euro illegal vom Institut an die Professoren geflossen sein.

Das Hildesheimer Landgericht hatte den Geschäftsführer des Instituts bereits im vergangenen Juli wegen Bestechung zu dreieinhalb Jahren Haft und 75 000 Euro Geldstrafe verurteilt. Er hatte in insgesamt 61 Fällen promotionswillige Kandidaten an einen Jura- Professor der Universität Hannover vermittelt und ihm dafür Honorar gezahlt. Oft erfüllten die Bewerber gar nicht die Voraussetzungen.
Das Urteil ist inzwischen rechtskräftig, der Bundesgerichtshof (BGH) hat die Revision im Mai verworfen.

(dpa/pfau/cag)

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Leserkommentare (2)



25.08.2009 13:57:10

dremmi:

Liebe titelgeile Mitmenschen,

mit ein bisschen Köpfchen könnt ihr wenigstens euren Kindern ver-schaffen, was ihr nicht ge-schafft habt:

Wie wärs mit einer Dragomira Ingeborg oder einem Drusus Ingemar – lässt sich dann einfach mit Dr. Ing. abkürzen – dritten Vornamen nicht vergessen! - und erspart dem Nachwuchs nicht nur das Schummeln sondern auch noch einige Jährchen nutzlosen Studiums!


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