Der Overachiever, High Potential, Top Performer unter den sueddeutsche.de-Kolumnen verabschiedet sich: ein Rückblick auf die nervigsten Kollegen - und die schönsten Leser-Kommentare.
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Der Kollege: große Klappe - und oft nichts dahinter. Foto: iStock
Ja ja, man kann nicht nicht kommunizieren. Wir möchten Paul Watzlawicks alte Weisheit noch um einen Nachsatz ergänzen: Man kann nicht nicht kommunizieren, und wo immer kommuniziert wird, verstehen sich die Menschen prinzipiell falsch.
Jede Ausnahme bestätigt da selbstverständlich die Regel - die besonders und vor allem für den Arbeitsalltag gilt. Ein "Ja, sehr ordentlich" klingt in den Ohren des Einen wie ein großes Lob. Der andere dagegen fragt sich, was zum Teufel er jetzt schon wieder falsch gemacht haben könnte. Dabei meint der Sprecher vermutlich genau das damit: ordentlich eben, keine Glanzleistung, aber auch kein schlimmer Ausreißer nach unten.
Es gibt natürlich Sätze, bei denen das genau andersherum ist: Sie sind überhaupt nicht so gemeint, wie sie gesagt wurden. "Ich hab dir das mal weitergeleitet" klingt erst mal völlig harmlos. Die Bedeutung dahinter dagegen ist es nicht: "Ab jetzt ist das ganz allein dein Problem."
Intensive Hassliebe
Solche gewollten und ungewollten Missverständnisse waren das Thema dieser Kolumne. Schließlich verbringen wir mit niemandem mehr Zeit als mit unseren Kollegen - mit denen uns deshalb eine Hassliebe verbindet: Mit ihnen geht's nicht, aber ohne irgendwie auch nicht. Sonst hätte man im Büro ja überhaupt nichts mehr zu lachen. Und mit wem sollte man lästern oder schimpfen über den Chef?
Genau deshalb waren die Kollegen Thema dieser Kolumne: ihre Macken, wie sie uns nerven, in die Pfanne hauen, zur Verzweiflung bringen. In Meetings oder im Großraumbüro, beim Mittagessen oder sogar abends und am Wochenende, wenn wir ihnen zufällig im Theater oder in der Kneipe über den Weg laufen.
Um das ein für alle mal klarzustellen: Ja, ich mag meine Kollegen - die meisten zumindest. Und nein: Diese Online-Redaktion ist kein Haifischbecken, wie uns Leser wie "Münchner-Kindl" immer wieder unterstellen: "Komische Sitten müssen sich im neuen SZ-Hochhaus abspielen, wenn dort solche Gepflogenheiten zum Arbeitsalltag gehören ..."
Acht Stunden am Tag, 40 Stunden die Woche
Natürlich stammen einige der berüchtigten Kollegen-Sätze aus meiner unmittelbaren Umgebung, aber längst nicht alle. Jeder, der sich abends mit Freunden trifft oder mit dem Partner unterhält, muss sich das ein oder andere mal Gejammer über den Job, den nervigen Chef oder die blöden Kollegen anhören.
Alles andere wäre auch ziemlich unnatürlich. Schließlich suchen wir uns die Kollegen nicht selbst aus. Sie werden einfach von der Personalabteilung neben uns gesetzt und wir müssen zusehen, wie wir mit ihnen klarkommen - und zwar acht Stunden am Tag, 40 Stunden die Woche.
Auf der nächsten Seite: Wie weitere Leserkommentare lauteten - und welche Leser ihre Chefs wiedererkannten.
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In diesem Artikel:
- Mein Kollege sagt ... - "Ruf! Mich! An!"
- Mein Kollege sagt ... - "Ich Chef - du Depp"
- Mein Kollege sagt ... - "Danke!"
- Mein Kollege sagt ... - "Auf die Plätze, witzisch, los"
- Mein Kollege sagt ... - "Ich stör' ja nur ungern"
- Mein Kollege sagt ... - "Stay cool, Mädchen"
- Mein Kollege sagt ... - "Bist du auch eingeladen?"



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