Von Julia Bönisch

Im Büro gibt es zig verschiedene Wege, den Kollegen mitzuteilen, was man von ihnen hält - die Bandbreite reicht von der subtilen Andeutung bis zur totalen Kontaktsperre. Bürofeindschaften versüßen den Alltag.

Übergewicht

"Sag mal, hast du zugenommen?" So signalisiert der Kollege seine Abneigung. (Foto: iStock)

Die ersten Tage nach dem Neujahrsurlaub sind sehr aufschlussreich, wenn es darum geht, eine soziale Standortbestimmung im Büro vorzunehmen. Wo steht man in der Hackordnung, wer ist Freund, wer Feind, wo lauern hinterlistige Kollegen?

Schon wie sich Angestellte am ersten Tag begrüßen, gewährt tiefe Einblicke ins Beziehungsgeflecht. "Schicke Handtasche! Hast du die zu Weihnachten bekommen?" etwa signalisiert: Alles in Ordnung, die Kollegen freuen sich, einen wiederzusehen, in der Hierarchie ist man weiterhin im oberen Drittel angesiedelt.

"Sag mal, hast du zugenommen? Das waren wohl ein bisschen zu viele Weihnachtsplätzchen", ist dagegen ein ganz schlechtes Zeichen. Hier bleiben nur zwei alternative Interpretationen: Entweder der betreffende Kollege hat über die Urlaubstage eine akute Aversion entwickelt, die sich in spitzen Bemerkungen und fiesen Gemeinheiten Bahn bricht. Oder man hat tatsächlich zugenommen. Das ist auch nicht so schön.

Erhobenes Haupt, fester Schritt

Besser umgehen kann man da schon mit Kollegen, die sich aufs komplette Ignorieren verlegt haben. Sie gehen mit erhobenem Haupt und festem Schritt den Flur entlang, den Blick starr geradeaus. Zur Mittagszeit fragen sie lieber Praktikanten, ob sie mit zum Essen gehen, und abends kann man ihnen am Gesicht ablesen, dass sie dem Kollegen lieber die Pest an den Hals als einen schönen Feierabend wünschen.

Aber sagen tun sie das nicht, das ist sehr angenehm. So kann man sich gepflegt gegenseitig meiden und auf kritische Nachfragen von anderen ganz einfach behaupten: "Der und ich? Nein, wir haben kein Problem. Wir sprechen nur nicht miteinander."

Dumm nur, wenn so jemand in der Hierarchie ein bisschen weiter oben angesiedelt ist als man selbst. Dann sollte man möglichst alles dafür tun, sich seine alte soziale Stellung zurückzuerobern. Man muss ja nicht unbedingt gemeinsam Golf spielen gehen, aber wie Luft darf einen der Vorgesetzte auch nicht behandeln.

Auf der nächsten Seite: Mit welchen Strategien erobert man den Chef zurück? Aktentasche tragen, Stiefel lecken?

vorherige Seite  vorherige Seite     1 | 2     nächste Seite   nächste Seite

ANZEIGE

mehr ...


Themen

Weitere Artikel in Job & Karriere

Leserkommentare (8)



21.01.2008 10:12:42

S.Eifert:

donse: Stereotyp...

Warum kann hier eigentlich nicht mal ein Bild von einem fetten Männerbauch gezeigt werden? Immer das gleiche

Rs gibt keine fetten Männerbäuche,entweder gibt's den "sixpack" oder die "Waschmaschinentrommel" ;-))


Bewerten Sie diesen Kommentar




vorherige Kommentare neuere Kommentare 1 | 2 ältere Kommentare nächste Kommentare

Wir wollen die Qualität der Nutzerdiskussionen stärker moderieren. Bitte haben Sie deshalb Verständnis, dass wir die Kommentare ab 19 Uhr bis 8 Uhr des Folgetages einfrieren. In dieser Zeit können keine Kommentare geschrieben werden. Dieser "Freeze" gilt auch für Wochenenden (Freitag 19 Uhr bis Montag 8 Uhr) und für Feiertage.


Wie viele Bundesländer gibt es? Warum fiel Brandt in Warschau auf die Knie? Machen Sie den Staatsangehörigkeits-Test!
Tests
Kennen Sie die verschlüsselten Botschaften im Arbeitszeugnis? Machen Sie den Test!
Logik, Rechtschreibung, Englisch: Können Sie die häufigsten Fragen aus Assessment-Centern beantworten?
Was zeigt Ihre Handschrift über Ihre Arbeitsweise und Persönlichkeit? Machen Sie den Test!
Sind Sie schlau? Zahlenreihen vervollständigen, fehlende Elemente finden: 20 Fragen, um die eigene Intelligenz zu testen.
Friseurin oder Architektin? Testen Sie Ihre Menschenkenntnis!
Wie wird der Frosch zum Prinzen? Woher kommt der Panama-Hut? 20 Fragen, deren Lösungen klar scheinen, es aber nicht sind.
Wenn Mitarbeiter Überstunden machen, freut sich jeder Chef. Doch manchmal kann die Arbeit zur Sucht werden. Sind Sie ein Workaholic?
Kennen Sie sich nach der Rechtschreibreform noch aus - oder schleicht sich bei Ihnen der Fehlerteufel ein?
Spiele
Zahlen, bitte!
"Hey Droog, die Knödelfee macht ewig Münzmalle!" Nichts kapiert? Verstehen Sie, wie deutsche Schüler reden?
Pilot sticht Unternehmensberater
Verdienen Sie, was Sie verdienen?
Dresscode-Rätsel
Wer trägt was?
SV-Bilderdienst
Das deutsche Schulsystem auf dem Prüfstand II
In der Diagnose ist Deutschland durch Pisa und andere Studien vorangekommen, doch die langwierige Therapie für das kränkelnde Bildungswesen hat erst begonnen. Es muss noch viel geschehen, doch konkrete Reformen sind umkämpft und mühsam. mehr...