Er hat sich einen Kindheitstraum erfüllt: Ein mittelloser Mann gründet ein Unternehmen, stellt Facharbeiter und Führungskräfte ein - nur um einmal Firmenchef zu sein.

Um einmal Unternehmer zu sein, hat ein Mann in Amberg ein Autohaus gegründet und 100 Mitarbeiter eingestellt. Da der 37-Jährige keine Aufträge hatte und sich auch nicht darum bemühte, hätten die Angestellten im Drei-Schicht-Betrieb ihre eigenen Autos waschen müssen, berichtete ein Polizeisprecher am Mittwoch. Bei den Vernehmungen habe der Mann ein Geständnis abgelegt und erklärt, dass er sich einen Kindheitstraum erfüllen wollte. Er habe immer Firmenchef sein wollen. Die von ihm eingestellten Männer und Frauen stehen nun wieder auf der Straße, sie haben nicht ein Cent Lohn erhalten.

Der Pseudo-Unternehmer hat einen bislang nicht bezifferbaren Schaden in mindestens fünfstelliger Euro-Höhe angerichtet. So haben ihm Käufer für die angebliche Vermittlung von Importwagen 15.000 Euro Anzahlungen gegeben. Dennoch hatte der 37-Jährige nie Kontakt zu Lieferanten aufgenommen und kein Auto ausgeliefert. Zudem hatte er bei Firmen Computer und andere Waren im Wert von 30.000 Euro bestellt. Eine Planungsfirma, die im Auftrag des völlig mittellosen Mannes für mehrere Millionen ein gigantisches Verkaufsgebäude entwerfen sollte, verlor ebenfalls mehrere 10.000 Euro.

Große Versprechungen

Seine 100 Angestellten, darunter auch Führungskräfte wie ein Personalchef, lockte der Mann mit Versprechungen auf Traumgehälter.

Der 37-Jährige gab vor, einen Auto-Import betreiben und im Auftrag von Konzernen Neuwagen polieren zu wollen. Da die Mitarbeiter bei dem im Mai gegründeten Autohaus aber nichts zu tun hatten, mussten sie fortwährend die eigenen Wagen reinigen. Man müsse das schließlich erst lernen, bevor man an Neuwagen heran dürfe, erklärte der Möchtegern-Chef seinen Beschäftigten.

Zweifel an seiner Liquidität konnte der 37-Jährige bei dem Gaunerstück immer wieder mit einem Hinweis auf eine angebliche Erbschaft von Millionen Euro abwenden. „Das besänftigte in allen Fällen die Forderungen von Firmen“, erklärte der Polizeisprecher. Tatsächlich sei natürlich nie ein Erbe zu erwarten gewesen.

(sueddeutsche.de/dpa)

ANZEIGE

mehr ...


Themen

Weitere Artikel in Job & Karriere

Leserkommentare (0)



Wir wollen die Qualität der Nutzerdiskussionen stärker moderieren. Bitte haben Sie deshalb Verständnis, dass wir die Kommentare ab 19 Uhr bis 8 Uhr des Folgetages einfrieren. In dieser Zeit können keine Kommentare geschrieben werden. Dieser "Freeze" gilt auch für Wochenenden (Freitag 19 Uhr bis Montag 8 Uhr) und für Feiertage.


Wie viele Bundesländer gibt es? Warum fiel Brandt in Warschau auf die Knie? Machen Sie den Staatsangehörigkeits-Test!
Tests
Kennen Sie die verschlüsselten Botschaften im Arbeitszeugnis? Machen Sie den Test!
Logik, Rechtschreibung, Englisch: Können Sie die häufigsten Fragen aus Assessment-Centern beantworten?
Was zeigt Ihre Handschrift über Ihre Arbeitsweise und Persönlichkeit? Machen Sie den Test!
Sind Sie schlau? Zahlenreihen vervollständigen, fehlende Elemente finden: 20 Fragen, um die eigene Intelligenz zu testen.
Friseurin oder Architektin? Testen Sie Ihre Menschenkenntnis!
Wie wird der Frosch zum Prinzen? Woher kommt der Panama-Hut? 20 Fragen, deren Lösungen klar scheinen, es aber nicht sind.
Wenn Mitarbeiter Überstunden machen, freut sich jeder Chef. Doch manchmal kann die Arbeit zur Sucht werden. Sind Sie ein Workaholic?
Kennen Sie sich nach der Rechtschreibreform noch aus - oder schleicht sich bei Ihnen der Fehlerteufel ein?
Spiele
Zahlen, bitte!
"Hey Droog, die Knödelfee macht ewig Münzmalle!" Nichts kapiert? Verstehen Sie, wie deutsche Schüler reden?
Pilot sticht Unternehmensberater
Verdienen Sie, was Sie verdienen?
Dresscode-Rätsel
Wer trägt was?
SV-Bilderdienst
Das deutsche Schulsystem auf dem Prüfstand II
In der Diagnose ist Deutschland durch Pisa und andere Studien vorangekommen, doch die langwierige Therapie für das kränkelnde Bildungswesen hat erst begonnen. Es muss noch viel geschehen, doch konkrete Reformen sind umkämpft und mühsam. mehr...