Die 100.000.000-Dollar-Idee
Businessplan-Wettbewerb
15.02.2007, 11:52
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Glückliche Sieger: Karl-Heinz Toni (Mitte), Thomas Whitfield und Richard Schreiber (links). (Foto: oh)
Karl-Heinz Toni will aus Zeit Geld machen. Er will Zeit verkaufen. Mit dieser Idee hat er einen Business-Wettbewerb an der Uni Oxford gewonnen. "Es war unglaublich", beschreibt Toni, der am Institut für Informatik der TU München gerade seinen Doktor macht, den Moment der Sieger-Ehrung. Denn Toni und seine beiden Freunde und Partner, Thomas Whitfield und Richard Schreiber, haben nicht nur einfach den Wettbewerb gewonnen. Sie haben ihn glatt auf den Kopf gestellt.
Eigentlich hätte das Preisgeld für den Bestplatzierten bei 5000 Pfund gelegen. Toni und Co. gewannen mit ihrem Business-Plan einen Blanko-Scheck. Damit haben Sie nun bis zu 100.000.000 Dollar zur Verfügung, um ihre Idee zu verwirklich. Es scheint ein wahrer Geniestreich zu sein. „Das haute uns um“, jubelte Theo Paphitis, einer der Juroren.
Und das ist die Idee: Sie wollen eine Webseite einrichten, auf der jedermann Platz kaufen kann. Dieser Platz ist mit einer Zeitangabe gekoppelt. Wie auf einer Pinnwand kann jeder Nutzer hinter einem Datum einen persönlichen Eintrag ablegen. Toni würde zum Beispiel als erstes seinen Eltern und Großeltern Zeit kaufen, um ihnen so für alles zu danken, was sie ihm mitgegeben und ermöglicht haben. Aber auch die Freundin würde beschenkt. Toni würde für sie gern den ersten Kuss verewigen. Oder auch Momente mit Freunden. „Es gibt so vieles, was man schon erlebt hat“, sagt der Ideenproduzent. Allein mit seinen beiden Partnern zusammen sei er schon auf 5000 Momente gekommen. Wie viele wird dann erst die ganze Internet-Gemeinde zusammenbringen?
Wenn zwei oder mehrere Nutzer den selben Moment kaufen wollen, ist das kein Problem, sondern erwünscht. So soll nebeneinander stehen, was gleichzeitig auf der Welt passiert. Zum Beispiel ein Moment des Glücks junger Eltern neben schrecklichen Ereignissen.
Ein Dollar soll so ein Webseiten-Moment übrigens kosten – und das ganz unabhängig von seiner Dauer. Man soll eine Minute, aber auch Jahre kaufen können. Beginnen wird die Zeitrechnung bei den Dinosaurieren“, sagt Toni.
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![]() 20.02.2007 01:13:12 edlerstin: schräge Idee Die Resonanz ist ja hervorragend, da in der Nachricht eine enorme Summe ins Spiel gebracht wurde. Diese Aufmerksamkeit ist sicherlich von Vorteil. - Aber jeder, der weiß, was ein Tagebuch ist, weiß auch, dass man seine privaten oder intimen Erinnerungen gerade nicht mit anderen teilen möchte. Als Pinwand für Ideen, Botschaften oder Werbung halte ich außerdem die Erfordernis, die Information an einen Zeitpunkt oder einen Zeitabschnitt zu binden, für zu kompliziert und erklärungsbedürftig. Die Teilnehmer werden ja gezwungen, sich irgendeinen zeitlichen Bezug zu ihrer Information auzudenken, die sie publizieren möchten. Das schränkt den Nutzerkreis sehr ein. Die spektakuläre 1.000.000-Dollar homepage hat mit ihrem pixelweisen Verkauf von Webspace schon keine erfolgreichen Nachahmer gefunden. Wie soll dann eine Webseite, die Zeitabschnitte als Verrechnungseinheiten nutzt, auch nur halbwegs ökonomisch arbeiten? - Entweder machen zu wenige mit, weil's zu teuer wird, oder es machen so viele mit, dass man die Arbeit nicht bewältigen kann. Sehr geehrte Erfinder, sehr geehrte Jury, bitte verzeihen Sie meine Skepsis, aber bereits die Begrifflichkeit bedeutet einen irreführenden Unsinn, wenn ich den Artikel richtig verstanden habe. Die Zeit kann man ja ohnehin weder festhalten wie Goethe z.B. poetisch Faust ausriefen lässt "oh holder Augenblick, verweile doch, du bist so schön ...", noch kann man Zeit "verkaufen", indem man Teile einer imaginären und von verschiedenen Individuen zusammengestellten Chronik vermietet oder zur Verfügung stellt. Da muss man Webspace als kreativen Raum schon anders nutzen! Koordinaten von Längen- und Breitengraden zu verkaufen, halte ich da z.B. für viel realistischer - selbst in der schönen virtuellen Welt von googleearth. ![]()
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