Die jüngere Geschichte der emblematischen Bauten beginnt bei Frank Gehrys Guggenheim-Dependance für Bilbao und endet vorläufig bei Prestige-Vorhaben wie der Elbphilharmonie in Hamburg (Herzog & de Meuron). Es gibt, zumal in Deutschland, auch ältere Vorläufer des Phänomens: etwa die Fagus-Werke von Walter Gropius oder die AEG-Turbinenfabrik von Peter Behrens. Aber der mediale Kurzschluss, der aus Architektur einen Werbeträger seiner selbst macht, hat sich erst jetzt ereignet. Als Zaha Hadid mit dem Bau der Innsbrucker Bergisel-Sprungschanze beauftragt wurde, musste sie nach dem Willen der Stadt zusichern, etwas "Unverwechselbares" zu errichten.
Auch Städte bedienen sich der Signature-Buildings. Aber auch den Städten (wie den Bauherren großer Museen oder Opern) wird das Geld dafür in Zukunft fehlen. Ein Schaden muss das allerdings nicht in jedem Fall sein. Denn die extrem teuren Vorzeigebauwerke sind zumeist autistischer Natur, sie fühlen sich keiner Geschichte und keinem Ort verpflichtet. Sie können selten in Würde altern und sind wegen ihrer hochspezifischen, möglichst skulptural wirksamen Architektur auch nicht umnutzbar.
Es sind Dinosaurier - vom Aussterben bedroht. Wenn das zugunsten eines alltagstauglicheren Bauens geschieht, vollzieht sich nichts anderes als die Evolution am Bau. Die Spektakel, Schauwerte und Superlative wären dann letztlich nur eines: zu schwach.
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