Wer die alte Heizung austauschen will, sollte berücksichtigen, dass die Kostenrechnung nur langfristig aufgeht. Gut zu wissen, welche Fördergelder es gibt. Ein Überblick.
Ob weltpolitische Verwicklungen oder einfach nur die hohe Heizrechnung - so mancher Hausbesitzer überlegt gegenwärtig, wie er sich von Öl und Gas unabhängig machen kann. Zwar ist der Austausch der Heizung oder die Dämmung des Hauses in der Regel eine langfristige Entscheidung und noch dazu nicht ganz billig.
Wer aber ohnehin eine Renovierung, den Austausch des Heizkessels oder einen Neubau plant, sollte laut Experten die erneuerbaren Energien oder eine gute Dämmung durchaus berücksichtigen. Hinzu kommt, dass der Staat solche Maßnahmen mit vergleichsweise viel Geld fördert.
So können Eigenheimbesitzer vom 22. Januar an beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) wieder Zuschüsse zu Solaranlagen und Biomassekessel - also vor allem Holzpelletheizungen - beantragen. Knapp 200.000 Anträge waren im vergangenen Jahr bei der BAFA gestellt worden - nur 166.000 konnten laut BAFA-Sprecher Holger Beutel jedoch bewilligt werden, dann war der Fördertopf leer. In diesem Jahr können auch diejenigen, die abgelehnt wurden, sich aber wieder bewerben, sagte Beutel.
Und auch die KfW-Förderbank von Bund und Ländern in Frankfurt, die vor allem zinsgünstige Darlehen vergibt, hat ihr CO2-Gebäudesanierungsprogramm für 2007 deutlich erweitert.
Holzpellet-Anlagen und Erdwärmepumpen sind die häufigsten „erneuerbaren“ Energien, die für eine Heizung in Frage kommen, erläutert Jochen Fell vom Deutschen Energieberater-Netzwerk in Frankfurt. Hinzu kommt die Gasbrennwert-Technik, die herkömmliche Gasheizungen quasi „tunt“ und die Heizleistung um bis zu zehn Prozent steigert. Solaranlagen dagegen dienen vor allem der Warmwassererzeugung und machen sie von der Heizung unabhängig.
Selbst im Winter könne eine Solaranlage helfen, die Heizung vorzuwärmen, erläutert Stephan Kohler von der bundeseigenen Deutschen Energie-Agentur in Berlin. „Insgesamt kann eine moderne Anlage 10 bis 15 Prozent des Brennstoffbedarfs ersetzen.“ Doch eine pauschale Empfehlung für einen bestimmten Energieträger kann es laut Energieberater Fell nicht geben. „Jedes Haus hat seine Eigenarten, das ist eine ganz individuelle Entscheidung.“
Als ersten Schritt einer Sanierung empfiehlt Dena-Geschäftsführer Kohler einen gründlichen Gebäudecheck, der in einem Energieausweis festgehalten wird. „Den braucht man ab 2008 sowieso, wenn man das Haus verkaufen oder vermieten will.“ Die Kosten dafür lägen bei 100 bis 200 Euro.
Enthalten sei nicht nur eine Analyse des gegenwärtigen Gebäudezustandes, sondern auch konkrete Einspartipps.
Dann muss gerechnet werden: Den Investitionskosten müssen die Einsparungen gegenübergestellt werden - und auch die möglichen Fördermittel spielen eine Rolle, sagt Jochen Fell. Für ein Einfamilienhaus mit 150 Quadratmetern etwa koste eine Gasbrennwert-Anlage rund 8000 Euro - muss ein Gasanschluss erst gelegt werden, können es schnell mehr als 10.000 Euro werden.
Eine Holzpellet-Anlage schlägt mit bis zu 12.000 Euro zu Buche.
„Sie eignet sich aber nur, wenn auch Lagerraum für die Holzpellets vorhanden ist“, sagt Fell - und die Preise für Holz steigen. Eine Erdwärmepumpe komme vor allem für Neubauten in Frage, da sie eine ganz eigene Heizungsanlage benötige. Sie sei daher die von der Installation her teuerste Heiztechnik, dafür sei die Erdwärme selbst dann aber kostenlos.
Eine Solaranlage rechnet sich ebenfalls eher langfristig. „Die Sonne stellt keine Rechnung aus“, betont Milan Nitschke vom Bundesverband Erneuerbare Energien in Paderborn die Vorteile.
Doch den Investitionskosten von mehr 6000 Euro für ein Einfamilienhaus stehen laut Energieberater Fell nur Einsparungen von etwa 300 Euro im Jahr gegenüber. „Das rechnet sich erst nach 17 bis 18 Jahren.“ Allerdings sei damit zu rechnen, dass die Technik in den kommenden Jahren billiger werde.
Davon geht auch der Bundesverband Erneuerbare Energien aus.
Schließlich sei die Wärmebereitung aus erneuerbaren Energien 2006 bundesweit um 10,4 Prozent gestiegen. „Die Hersteller würden ihre Kapazitäten gerne weiter ausbauen“, sagt Sprecher Milan Nitschke. Das Problem sei jedoch, dass die Nachfrage einfach zu stark von den Förderprogrammen der Bundesregierung abhänge - und die werden immer nur Jahr für Jahr verlängert.
„Am besten den Antrag so schnell wie möglich stellen“, rät Nitschke daher den Eigenheimbesitzern, die die Heizung umrüsten oder ihr Haus dämmen wollen. Neben den bundesweiten
Förderprogrammen von BAFA und KfW gibt es dabei laut Jochen Fell rund 4900 aktuelle Förderungen der Städte, Landkreise, Gemeinden, Energieversorger, Bundesländer und des Bundes, die über die Homepage des Verbandes unter www.foerderdata.de abrufbar sind.
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