Selbst ist der Mann
Heimwerker
02.08.2006, 14:22
Prinz Charles als Heimwerker: Auch Promis greifen schon mal zum Bohrer. (Foto: AP)
Was ist eine Haushaltskrise? Eine echte Haushaltskrise, also nicht die des Staates, dem einige Milliarden Euro fehlen, sondern eine private. Die Antwort: Wenn der Mann zur Bohrmaschine, Kreissäge oder zum Schweißgerät greift, um den Haushalt auf Vordermann zu bringen. Es wird gefräst, gedübelt und geschraubt, was die eigene Werkstatt nur hergibt. Im Zweifelsfall wendet sich der hilflose Heimwerker an seine besten Freunde.
Die heißen Obi, Bauhaus oder Praktiker, wissen eigentlich immer Rat und haben alles: Kupferrohre, Muffen, Schellen, elektrische Leitungen in allen Durchmessern und Formen, Sicherungskästen, Steckdosen, Schalter und vieles mehr. Nach vollbrachter Arbeit strömt das Gas, fließt der Strom und gurgelt das Wasser – hoffentlich.
Denn auch beste Freunde geben zuweilen einen ungewissen Rat. Fragt man in Baumärkten gezielt nach, ob alle angebotenen Artikel aus den Bereichen Gas, Wasser und Strom von Heimwerkern verbaut werden dürften, führt einen das Gespräch leicht in schwieriges Gelände. Die Verkäufer sind sich mitunter unsicher, wissen es vielleicht auch nicht oder ignorieren die Bedenken: „Natürlich dürfen Sie diesen Fehlerstromschutzschalter im Keller montieren. Es ist doch Ihr Keller.“
Heimwerker dürfen ihren Neubau hochziehen und ausstatten oder das bereits vorhandene Haus selbst modernisieren und renovieren. Nur alles, was mit Gas, Strom und Wasser zu tun hat, dürfe nur von einem Experten erledigt werden. So heißt es immer wieder. Aber was geschieht, wenn man diese Vorgabe nicht beachtet und die untersagten Arbeiten doch selbst ausführt? Verurteilt einen dann ein strenger Richter? Oder sperrt einem der örtliche Versorger die Stromlieferung ab?
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