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Häuser unter dem Hammer
Zwangsversteigerungen
02.01.2009, 9:34
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Termin beim Amtsgericht: Knapp 88.400 Grundstücke und Immobilien wurden 2008 zur Zwangsversteigerung ausgerufen. (Foto: Hangen)
Der Traum vom Eigenheim ist auch 2008 für viele Immobilienkäufer im Amtsgericht zu Ende gegangen. Im vergangenen Jahr sind knapp 88 400 Grundstücke, Häuser, Wohnungen oder Gewerbeimmobilien zur Zwangsversteigerung ausgerufen worden. Dies sind nach Angaben des Ratinger Argetra-Verlages, der jeden Monat ein Verzeichnis mit den Zwangsversteigerungs-Terminen an den mehr als 500 deutschen Amtsgerichten erstellt, etwa 3,7 Prozent weniger als 2007.
Wesentlich deutlicher ist die Summe der amtlich festgesetzten Verkehrswerte gesunken. Diese gingen 2008 um 6,9 Prozent oder 1,13 Milliarden Euro auf rund 15,4 Milliarden Euro zurück. Nicht alle Immobilien kommen dabei tatsächlich unter den Hammer: Manche Verfahren werden nach Festsetzen des Termins doch noch außergerichtlich geregelt.
Schlusslicht Bremen
Immobilienexperten nennen vor allem drei Gründe, weshalb die Finanzierung für ein Haus oder eine Wohnung häufig platzt: der Verlust des Arbeitsplatzes, eine Scheidung oder andere familiäre Probleme, und mangelnde finanzielle Disziplin. Mit dem Ende des Börsenbooms im Frühjahr 2000 war die Zahl der Zwangsversteigerungs-Termine deutlich gestiegen. Höhepunkt war im Jahr 2005. Damals sollten fast 92 600 Objekte unter den Hammer kommen.
Zwangsversteigerungen sind regional sehr unterschiedlich verteilt: In den neuen Bundesländern, wo früher noch ein rasanter Anstieg der notleidend gewordenen Objekte festzustellen war, hat sich die Lage zwar beruhigt, die Zahl der entsprechenden Amtsgerichts-Termine ist dort 2008 im Durchschnitt um 10,5 Prozent zurückgegangen. Trotzdem gibt es hier im Verhältnis zur Einwohnerzahl nach wie vor viel mehr Termine als im Westen Deutschlands: So ist zum Beispiel in Sachsen die Zahl der anberaumten Zwangsversteigerungs-Termine pro 100 000 Einwohner viermal so hoch wie in Baden-Württemberg. "Es wird noch Jahrzehnte dauern, bis hier ein Ausgleich erkennbar wird", sagte Winfried Aufterbeck, Hüter der Zwangsversteigerungsstatistik und Geschäftsführer des Argetra-Verlages.
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