Zika-Virus Blutspendeverbot für Tropenreisende

Rückkehrer aus Zika-Gebieten werden in den USA vorrübergehend von der Blutspende ausgeschlossen. Auch in Deutschland wird dieser Schritt erwogen.

Von Berit Uhlmann

Während sich das Zika-Virus über immer größere Gebiete Lateinamerikas ausbreitet, wächst die Sorge um die Sicherheit der Blutkonserven. Der Verband der US-Blutbanken empfiehlt nun, Reiserückkehrer aus den Zika-Gebieten vorübergehend von der Blutspende auszuschließen. Erst 28 Tage nach ihrer Heimkehr sollen sie wieder zugelassen werden. Das Amerikanische Rote Kreuz kündigte bereits an, die Empfehlung umzusetzen. In Deutschland werde derzeit über diesen Schritt diskutiert, hieß es aus dem zuständigen Paul-Ehrlich-Institut.

Wie so viele Fragen rund um das Virus, das im Verdacht steht, Schädel und Gehirne von Ungeborenen zu schädigen, ist auch das Risiko der Übertragung durch Spenderblut nicht geklärt. Erfahrungen gibt es lediglich aus dem Ausbruch, den Französisch-Polynesien zur Jahreswende 2013/2014 erlebte. Die zu Frankreich gehörende Inselgruppe leistete es sich, alle Blutkonserven auf das Zika-Virus zu testen: Knapp drei Prozent waren positiv. Insgesamt wurden während des dreimonatigen Ausbruchs 1500 Blutspenden untersucht; die Behörden bezeichneten das Screening als zeitaufwendig und teuer.

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Nach wie vor gibt es keine zugelassenen Tests, die zurückliegende Infektionen schnell und einfach nachweisen können. Erschwerend kommt hinzu, dass etwa 80 Prozent der Zika-Infektionen symptomlos verlaufen. Spender könnten sich also vollkommen gesund fühlen und dennoch den Erreger weitergeben. Ein pauschaler Ausschluss aller potenziellen Zika-Träger ist damit die sicherste und kostengünstigste Lösung. Mit einem größeren Mangel an Blutkonserven rechnen die US-Blutbanken nicht. Sie schätzen, dass etwa zwei Prozent aller Spender von dem Bann betroffen sein werden.

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