Weltnichtrauchertag Rauchen kostet immer mehr Frauen das Leben

In Deutschland sterben immer mehr Frauen an Krebsarten, die auf den Tabakkonsum zurückgeführt werden.

Im Jahr 2010 starben fast 14.000 Frauen an Krebserkrankungen, die in einen engen Zusammenhang mit dem Konsum von Tabakprodukten gebracht werden können. Damit stieg die Todesrate innerhalb von zehn Jahren um 36 Prozent, wie das Statistische Bundesamt anlässlich des Weltnichtrauchertags mitteilte.

Zugleich verlieren Frauen durch Erkrankungen wie Lungen-, Bronchial-, Kehlkopf- und Luftröhrenkrebs deutlich mehr Lebensjahre: Die Lebenswartung erkrankter Frauen lag um 10,5 Jahre unter dem Durchschnitt. Die Männer starben nur knapp drei Jahre eher. Allerdings sterben insgesamt deutlich mehr Männer an tabakassozierten Krankheiten. Ihr Anteil lag 2010 bei knapp 70 Prozent.

Fast jeder dritte Erwachsene greift nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in Deutschland regelmäßig zur Zigarette. Bei Jugendlichen verliert das Rauchen dagegen zunehmend an Bedeutung.

In vielen Teilen der Welt, besonders in Ländern mit niedrigen und mittleren Einkommen, sieht die Lage anders aus. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sorgt sich darum, dass immer mehr sehr junge Menschen zu rauchen beginnen - unterstützt von der Tabakindustrie. Zu den eklatantesten Beispielen dürfte eine Schule im Süden Chinas gehören, an deren Mauern ein Schild verkündet: "Tabak verhilft euch zu Wachstum". Die Tabakproduzenten unterstützen laut WHO die Schulen in dieser Region finanziell.

Weltweit greifen nach WHO-Angaben mehr als eine Milliarde Menschen zum Glimmstängel. Jährlich sterben sechs Millionen Menschen wegen Tabakmissbrauchs; 2030 werden es laut WHO gar acht Millionen sein. Dabei tötet der blaue Dunst auch Nichtraucher: Etwa 600.000 Menschen sterben den Angaben nach jährlich wegen Passivrauchens.