Nach allem, was Forscher heute wissen, steckten sich Afrikaner um 1920 bei Schimpansen mit dem Immunschwäche-Virus an. Dieser Sprung über die Artengrenze war und ist ein seltenes Ereignis, schreibt der kanadische Epidemiologe und Aids-Forscher Jacques Pepin in seinem Buch: "The Origins of Aids".

Denn die Jagd auf Schimpansen war keineswegs eine verbreitete Praxis. Manche Stämme hatten den Verzehr von Affenfleisch sogar mit einem Tabu belegt. Nur eine Handvoll Menschen dürfte sich damals mit dem affentypischen Erreger infiziert haben, rechnet Pepin vor. Denn Nährboden dafür, dass diese wenigen Infektionen sich zur schlimmsten Seuche der Moderne entwickeln konnten, legten im Wesentlichen die europäischen Kolonialmächte.

Bild: REUTERS 1. Dezember 2012, 12:102012-12-01 12:10:43 © Süddeutsche.de/beu/mcs/holz