Vollnarkose gegen Angst Hilft Hypnose?

Skeptischer beurteilen Experten die Hypnose, die gelegentlich eingesetzt wird. Studien sind spärlich, und es macht die Einschätzung nicht leichter, dass der Begriff eine Sammlung verschiedener Methoden umfasst: Mal wird eine CD abgespielt, mal versucht ein Hypnotiseur, einen Patienten in Trance zu versetzen, mal beschreibt der Ausdruck eher verhaltenstherapeutisch orientierte Ansätze, bei denen Patienten sich auf angenehme Vorstellungen konzentrieren sollen.

Sartory nimmt an, dass die Suggestivbehandlung allenfalls sehr begrenzt wirkt. Viele Patienten schrecken zudem schon zurück, wenn sie das Wort Hypnose hören. "Jeder angstvolle Patient hat schon einmal einen Bühnenhypnotiseur gesehen, der einen Zuschauer zum Deppen macht", begründet dies die Special Care Dentistry Association, die sich besonders problematischen Zahnbehandlungen widmet. Dennoch hält die Vereinigung die verhaltenstherapeutisch orientierte Suggestion angenehmer Vorstellungen für einen Versuch wert. Etwa 30 Prozent der Patienten gelingt es auch mit psychotherapeutischer Hilfe nicht, ihre Angst zu bewältigen. Bei ihnen und in Notfällen hält Jöhren die Narkose für gerechtfertigt.

Doch mit der Unterscheidung, wer von welcher Behandlung profitieren könnte, halten sich manche Ärzte nicht auf. "Es gibt Versuche, allgemeines Unbehagen vor dem Zahnarzt zu pathologisieren", sagt Jöhren. Längst nicht immer wird eine Diagnose gestellt und der Patient über alle Optionen aufgeklärt. Für Patienten kann dies auch finanziell ärgerlich sein. Denn hat ein Facharzt die Zahnbehandlungsphobie bestätigt, zahlen die Kassen auch die Vollnarkose. Fehlt die Diagnose, müssen die Patienten mindestens 200 Euro für die Anästhesie selbst aufbringen.

Leiden die bangen Patienten dagegen gar nicht an einer echten Phobie, ist die Narkose für die Standardzahnbehandlung überflüssig. Bei leichterer Angst im Zahnarztstuhl helfen den Experten zufolge oft schon einfache Mittel: Musik, eine ruhige Atmosphäre sowie ein geduldiger und aufrichtiger Umgang mit dem Patienten.