Übergewicht Gemüse auf Rezept

Im Kampf gegen die Fettleibigkeit bei Kindern haben sich New Yorker Gesundheitsexperten etwas Außergewöhnliches einfallen lassen: Der Nachwuchs bekommt vom Arzt Obst und Gemüse verschrieben.

Immer mehr Kinder sind zu dick. In Deutschland schleppen 15 Prozent der Drei- bis 17-Jährigen zu viele Kilos mit sich rum, sechs Prozent sind fettsüchtig (adipös), sagt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

In Amerika sind die Zahlen noch viel alarmierender: Dort sind dem Nationalen Zentrum für Gesundheitsstatistik zufolge sogar 9,5 Prozent der Kinder adipös. Schuld sind vor allem eine falsche Ernährung und mangelnde Bewegung.

Im Kampf gegen das Übergewicht starten zwei New Yorker Krankenhäuser nun ein vier-monatiges Pilotprojekt: Die Ärzte verschreiben ihren Patienten Obst und Gemüse. Die Rezepte in Form von so genannten "Health Bucks" können sie dann in Lebensmittelgeschäften mit regionalen Erzeugnissen einlösen.

140 Familien, die an dem Programm teilnehmen, bekommen Gutscheine im Wert von einem Dollar pro Familienmitglied und Tag. Einmal im Monat müssen sie zur Untersuchung ins Krankenhaus, wo der Arzt Gewicht und Body-Mass-Index (BMI) misst.

Außerdem werden sie in Ernährungsfragen beraten. Die Mediziner wollen den Kindern und ihren Eltern auf diese Weise die Grundlagen einer gesünderen Ernährung beibringen.

"Auf die lange Sicht können wir so viel mehr Krankheiten verhindern als mit den ganzen Medikamenten, die wir sonst verschreiben", sagte der New Yorker Gesundheitsbeauftragte Dr. Thomas Farley dem Sender CBS New York.

Jeder Dollar, der in das Programm investiert werde, ernähre die Patienten und ihre Familien, fördere die Einkünfte der Bauernmärkte und unterstütze die Gesundheit der Allgemeinheit, sagte Linda Gibbs, stellvertretende Bürgermeisterin für Gesundheit.

Für ungewöhnliche Strategien gegen die Kilos sind die Amerikaner Spezialisten und gerade die Stadt New York ist Vorreiter für innovative Ideen im Kampf gegen das Übergewicht. So wollte New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg ein Verbot übergroßer Becher mit gesüßten Getränken durchsetzen. Dieses wurde allerdings im März vom Gericht abgeblockt - zu willkürlich, urteilten die Richter. Ein Verbot von dickmachenden Softdrinks und Junk Food an Schulen existiert hingegen bereits an amerikanischen Schulen. Statt Cola und Limo sind nur fettarme Milch, Mineralwasser und Tee erlaubt.

Und im Bundestaat Arkansas werden von den Schulen "Fettbriefe" an die Eltern verschickt. Das sind Zeugnisse, die das aktuelle Gewicht und den Body-Mass-Index ihres Kindes enthalten. Schüler mit zu viel Speck auf den Rippen bekommen dann für ihr Gewicht zum Beispiel die Note 5