Todesursachenstatistik 2011 Vor allem Frauen sterben an Herzerkrankungen

Sie sind mitnichten das alleinige Problem überarbeiteter Männer: An Herz-Kreislauf-Erkrankung starben im vergangenen Jahr mehr Frauen als Männer. Überhaupt sind Herzprobleme noch immer die mit Abstand häufigste Todesursache der Deutschen.

Erste Hilfe bei Schlaganfall und Herzinfarkt Ruhe und Luft!

(Video: Süddeutsche.de)

40 Prozent aller Todesfälle wurden im vergangenen Jahr durch eine Herz-Kreislauf-Erkrankung verursacht, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Damit sind diese Erkrankungen nach wie vor die Todesursache Nummer eins in Deutschland - auch wenn die Rate insgesamt um knapp ein Prozent gesunken ist.

Entgegen landläufiger Meinung bereitet das Herz allerdings nicht vor allem Männern Probleme. Im Gegenteil: 2011 verstarben mehr Frauen (197.000) an einer Herzkrankheit als Männer (146.000). Auch ist es offenbar ein Vorurteil, dass der Herzinfarkt allein das Schicksal schwer arbeitender Männer ist. 55.000 Menschen starben im vergangenen Jahr an einem Infarkt. Und 44 Prozent von ihnen waren Frauen.

"Vor dem Herzinfarkt glauben sich Frauen meist sicher", warnte vor kurzem die Deutsche Herzstiftung. Dies aber ist eine Fehlannahme. Vor allem ab dem 65. Lebensjahr steigt für sie das Risiko für einen Infarkt stark an. Und Frauen zwischen 40 und 50 Jahren sind bereits gefährdet, vor allem wenn sie rauchen und die Pille nehmen.

Die Unwissenheit über diese Gefahren wirkt sich auf prekäre Weise aus, warnt die Herzstiftung. Denn Frauen schieben ihre Herzbeschwerden häufig auf die Bronchien, auf Rückenschmerzen oder einen empfindlichen Magen - und lassen sie nicht konsequent abklären.

Zweithäufigste Todesursache ist in Deutschland weiterhin Krebs. Etwa ein Viertel aller Todesfälle (222.000) ging 2011 auf Tumorerkrankungen zurück. Bei Männern wie Frauen war Krebs der Verdauungsorgane am häufigsten für den Tod verantwortlich. Bei Männern waren bösartige Geschwüre der Atmungsorgane eine sehr häufige Todesursache. Die Zahl der Krebs-Todesfälle stieg um 0,5 Prozentpunkte.

Vier Prozent aller Todesfälle gingen auf eine nicht natürliche Ursache zurück. Dabei führen Suzide mit 10.000 Fällen die Statistik an. Ihre Zahl stieg gegenüber dem Vorjahr leicht an: Es wurden 123 Selbsttötungen mehr verzeichnet.

9700 Menschen verstarben an den Folgen eines Sturzes (243 mehr als 2010). Diese Zahl hat in den vergangenen zehn Jahren um 35,8 Prozent zugenommen. Besonders betroffen sind ältere Frauen.

Insgesamt starben 2011 etwa 852.000 Menschen. Die Zahl liegt 0,7 Prozentpunkte unter der von 2010.

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(Video: Süddeutsche.de, Foto: dpa)